Fußball – Bundesliga: Tisserand und Camacho verletzt / Jonker aber zuversichtlich

VfL plagen Abwehrsorgen vor dem Derby

Wer ist hier der niedersächsische Platzhirsch!? Maximilian Arnold (2. v. l.) und der VfL Wolfsburg wollen am morgigen Samstag im Derby den prima gestarteten Nachbarn Hannover 96 abdrängen und selbst die Sechs-Punkte-Marke erreichen. Foto: picture-alliance
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Wer ist hier der niedersächsische Platzhirsch!? Maximilian Arnold (2. v. l.) und der VfL Wolfsburg wollen am morgigen Samstag im Derby den prima gestarteten Nachbarn Hannover 96 abdrängen und selbst die Sechs-Punkte-Marke erreichen.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wolfsburg. Gefühlt ist die A2 zwischen Hannover und dem Abzweig gen Wolfsburg eine Dauer-Baustelle. Zu einer solchen könnte auch die Abwehr des VfL in dieser noch jungen Saison mutieren.

Im Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 am morgigen Samstag (15.30 Uhr) am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga muss Chefcoach Andries Jonker womöglich wieder ein Flickwerk schaffen.

Auf die Langzeit-Ausfälle von Jeffrey Bruma und John Anthony Brooks hatten die Wölfe mit der Nachverpflichtung von Marcel Tisserand reagiert. Doch der Neuzugang kehrte mit einer Oberschenkelverletzung von der kongolesischen Nationalmannschaft zurück. Auch Ignacio Camacho, beim wertvollen 1:0-Auswärtserfolg in Frankfurt vor der Länderspielpause im Zentrum der Dreier-Abwehrkette aufgeboten, beklagt Probleme am Sprunggelenk. Damit nicht genug: Youngster Paul Jaeckel, eine potentielle Alternative, steht wegen Knieproblemen ebenfalls wochenlang nicht zur Verfügung.

Jonker verzichtete gestern auf große Jammer-Arien. „Es ist, wie es ist.“ Sollte das Duo ausfallen, müssen die Grün-Weißen gegen den Erzrivalen defensiv improvisieren und wohl zurück zur Viererkette kehren. Eines betonte Jonker: „Wir werden aber auf keinen Fall ein Risiko eingehen und eine möglich längere Verletzung riskieren.“

Die Wolfsburger hoffen ohnehin, dass sich die Augen am Samstag gegen den blendend gestarteten Nachbarn (zwei 1:0-Siege) nicht auf die Abwehr, sondern auf den Angriff richten. Dort könnte Last Minute-Transfer Divock Origi sein Debüt feiern. Der Belgier, vom FC Liverpool ausgeliehen, schoss sich in einem Geheim-Test gegen die eigene Reserve mit zwei Buden schon einmal warm.

Keine Frage: Jonker wollte die Sonder-Stellung der morgigen Partie nicht herunterspielen. Aber bei allem Prestige geht er nüchtern an das Derby heran: „Egal bei welchem Verein man arbeitet, man lernt schnell, dass es überall Spiele gibt, die für die Umgebung von Bedeutung sind. Gefühlt bringt ein Sieg mehr als drei Punkte, aber in der Realität ist das nicht so.“ Die drei Zähler würden dem VfL aber gut zu Gesicht stehen, um sich in der Tabelle weiter voranzukämpfen und den Keller-Mief der Vorsaison auszudünsten. Dass die Roten gut drauf sind, kommt Jonker sogar gelegen. „Nach zwei Siegen zum Auftakt können wir Hannover gar nicht unterschätzen. Es gibt keine Mannschaft in der Bundesliga, von der man in diesem Jahr sagen kann, die haben weniger drauf als andere.“ Dennoch ist der Holländer überzeugt, dass sein Team die Aufgabe erfolgreich meistern wird.

Die Spieler hätten durch den Befreiungsschlag in Frankfurt schlagartig bessere Laune versprüht. „Dann läuft auch alles einfacher“, so Jonker. Abwarten, ob es auch gegen Hannover einfach läuft...

Von Ingo Barrenscheen

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