„Abstieg wäre Katastrophe“

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Beten für den Klassenerhalt: Felix Magath würde den Sturz in die Zweitklassigkeit mit dem VfL Wolfsburg auch als „persönliche Katastrophe“ ansehen. Vielmehr plant der Meister-Macher mit den Wölfen schon die Rückkehr in den Europapokal.

ib/dpa Wolfsburg. Seit gut zwei Wochen schwingt Felix Magath beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg wieder das Zepter. In Funktion des Feuerwehrmannes. Der Meister-Macher von 2009 soll die Wölfe in seiner zweiten Vereins-Periode vor dem Fall in die Zweitklassigkeit bewahren. Der Coach sprach vor dem richtungsweisenden Heimspiel am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) gegen Kellerkonkurrent Eintracht Frankfurt über sein Schreckgespenst Abstieg und Visionen mit dem VfL. Magath über...

... Gründe für den Absturz nach dem Titelgewinn: „Eigentlich will ich dafür keine Erklärung liefern. Tatsache ist, es gab eine Mannschaft, die funktioniert hat und die Zukunft hatte. Es gab keinen Leistungsträger, der nicht weiter unter Vertrag stand. Ich glaube, dass man nicht genug darauf geachtet hat, das Funktionierende zu erhalten oder zu verbessern.“

... das Horrorszenario 2. Liga: „Es war schon immer ein Graus für mich, abzusteigen. Auch jetzt. Aber ich bin jetzt beruhigter als in den ersten Tagen hier. Und dennoch gehe ich natürlich hier ein hohes Risiko. Ich bin ja noch nie abgestiegen. Ich habe bis jetzt alle Mannschaften, die ich im Abstiegskampf übernommen habe, da unten rausgeholt (2000 Eintracht Frankfurt, 2001 VfB Stuttgart/Anm. der Redaktion). Trotzdem weiß ich auch, dass das keine Garantie ist, dass das jetzt wieder passiert. Das wäre nicht nur für den Verein, sondern auch für mich persönlich eine Katastrophe.“

...den künftigen Kader: „Ich habe nicht vor, hier wieder einen großen Umbruch zu machen. Es kommt darauf an, ob die Spieler, mit denen ich bislang nicht zusammengearbeitet habe, bereit sind, meinen Weg mitzugehen.“ Ziehen alle mit, kann der VfL laut Magath schnell wieder vom Europapokal träumen. Diese Ziele habe er mit dem Aufsichtsrat bei seiner Rückkehr auch formuliert. „Die Spieler haben ohne Zweifel die Qualität. Wenn ich diesen Kader so in der kommenden Saison betreue, bin ich überzeugt, um die ersten fünf Plätze mitspielen zu können.“

...seine Visionen: „Es war ja als Trainer immer auch mein Ziel, die Champions League zu gewinnen. Diesen Ehrgeiz habe ich noch immer.“ ...die vier verbleibenden Heimspiele gegen Abstiegs-Konkurrenten: „Ich sehe es nicht als Vorteil. Mir wäre es lieber, wenn auch noch Mannschaften von oben kommen würden. Denn die spielen erfahrungsgemäß mehr mit.“

...die schwächelnde Offensive der einstigen Torfabrik: „Ich habe den Eindruck, dass Grafite voll da ist. Das ist übrigens etwas, dass mich sehr wundert, dass man auf diesen Spieler in den letzten Monaten nicht so großen Wert gelegt hat. Ich empfinde ihn momentan so, wie ich ihn verlassen habe. Ich kann es nicht verstehen, warum er in den letzten anderthalb Jahren hier nur eine Nebenrolle gespielt hat.“

...das Risiko des Blitz-Einstiegs in Wolfsburg zwei Tage nach dem Ende auf Schalke: „Ich musste das mit mir ausmachen. Will ich jetzt in dieser Verfassung in einen Abstiegskampf rein gehen? Am Ende war es eine Entscheidung für den VfL Wolfsburg“, betont der Trainer. Der VfL genoss dabei eine Ausnahmestellung: Bei keinem anderen Klub wäre Magath sofort eingestiegen. „Ich wusste, dass hier mit VW-Chef Martin Winterkorn, der seinen Vertrag ja verlängert hat, in den nächsten Jahren Kontinuität bei Volkswagen herrschen wird.“ Vor seinem Abschied 2009 hätte er den Fehler begangen, zu wenig Kontakt zu Winterkorn zu haben. „Sonst wäre ich wahrscheinlich nicht weggegangen.“

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