Abmahnung und Geldstrafe für Diego

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Eklat: Diego verließ vor dem Hoffenheim-Spiel das Mannschaftshotel, nachdem er erfuhr, dass er nicht in der Anfangself steht.

dpa Sinsheim/Wolfsburg. Den endgültigen Beweis, dass er eine Diva ist, hat Diego ausgerechnet vor dem entscheidenden Spiel des VfL Wolfsburg im Abstiegskampf geliefert. Von Einsicht war auch am Tag nach dem von den Mannschaftskameraden erreichten Klassenverblein kaum eine Spur. Der brasilianische Regisseur stand nicht in der Startelf für die Partie in Hoffenheim (3:1) - und verließ am Samstag wortlos den Besprechungsraum im Hotel, als sein Name nicht auf der Tafel auftauchte.

Erst am Sonntag tauchte Diego wieder auf dem Trainingsgelände in Wolfsburg auf, blieb eine Entschuldigung aber offenbar schuldig. "Er hat keine Erklärung abgegeben", berichtete Felix Magath, der eine Abmahnung des Clubs und eine Geldstrafe in unbekannter Höhe ankündigte: "Dann werden wir weitersehen."

Selbst der so erfahrene Bundesliga-Coach staunte über das erneut divenhaften Auftreten: "Dass jemand die Sitzung verlassen hat, habe ich noch nicht erlebt." Immerhin deutete Magath an, Diego nicht komplett zu verdammen. "Wenn jemand einen Fehler macht, dann interessiert mich das nicht. Ich bin bereit, mit jedem zusammenzuarbeiten, aber es muss erkennbar sein, dass derjenige meinen Weg mitgeht", sagte Magath.

Diego forderte er auf, seine Allüren schnell abzulegen. "Ordnung, Disziplin und körperliche Fitness sind Grundvoraussetzungen, die von mir eingefordert werden. Wer andere Vorstellungen hat, wird es hier schwer haben", raunte Magath.

Magath wollte in der neuen Saison eigentlich um Diego herum eine neue Mannschaft aufbauen, doch "Sky"-Experte Franz Beckenbauer urteilte nach dem Eklat: "Das geht nicht. Das ist schlechter Charakter. Ich finde es eine Unverschämtheit, die Mannschaft in einer solchen Situation zu verlassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Diego unter Felix Magath eine Zukunft hat."

Der 26-Jährige war im vergangenen Jahr für 15,5 Millionen Euro Ablöse von Juventus Turin zu den Niedersachsen gewechselt, sein Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2014. "Es ist mein Problem, unser Problem. Wir müssen uns zusammensetzen und eine Lösung finden", sagte Diego, der nach seinem Verschwinden nach Hause gefahren sein soll. Wie und wo der Brasilianer am Samstagabend vom Klassenverbleib seines Arbeitgebers erfuhr, blieb unklar.

Diegos Mitspieler hatten wenig Verständnis für den Egotrip. "Das ist nicht zu entschuldigen", sagte Kapitän Marcel Schäfer. Nur Arne Friedrich wollte nicht zu hart mit dem Brasilianer ins Gericht gehen. "Ich habe vorhin Diego noch eine SMS geschrieben", erzählte der Nationalspieler nach dem Abpfiff. "Einerseits ist das untragbar. Andererseits will er halt immer spielen. Das war nicht richtig, das weiß Diego."

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