Fußball – Europa League, Gruppe H: Wolfsburg macht gegen FK Krasnodar einen Riesenschritt

5:1! Joker ballern VfL zum Rekord

In die Zange genommen: Die Wolfsburger Luiz Gustavo (l.) und Josuha Guilavogui, Torschütze des entscheidenden 3:1, stoppen gemeinsam Krasnodars Ricardo Laborde.
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In die Zange genommen: Die Wolfsburger Luiz Gustavo (l.) und Josuha Guilavogui, Torschütze des entscheidenden 3:1, stoppen gemeinsam Krasnodars Ricardo Laborde.

ib Wolfsburg.

Ist dieser VfL Wolfsburg besser als im Meisterjahr? In einem Punkt schon! Durch den – zugegebenermaßen zu hoch ausgefallenen – 5:1 (0:0)-Triumph am gestrigen Abend am vierten Spieltag der Europa League gegen FK Krasnodar stellten die Wirbel-Wölfe einen neuen Vereinsrekord auf. Sieben Pflichtspielsiege in Serie: Das gab’s noch nie!.

Im Grunde noch wichtiger als die Bestmarke: Mit nunmehr sieben Punkten befindet sich der Bundesliga-Zweite auf dem besten Weg in die Zwischenrunde in der Gruppe H. Verdienst einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause. Und Folge des glücklichen Händchens von Chefcoach Dieter Hecking: Er wechselte in der zweiten Hälfte vier Joker-Tore ein. Auch das ist absolut einmalig!

Die 16674 Zuschauer erlebten alles andere als einen Hauruck-Start beider Teams: Zwar standen nach 20 Minuten bereits 6:1-Ecken für die Wölfe auf dem Statistikbogen. Aber zunächst nur eine (Halb-)Chance durch Kevin de Bruyne (12.).

Für die ersten echten Gefahren-Momente sorgten dann unverhofft die gefälligen Gäste aus Krasnodar: Erst steckte Mauricio Pereyra geschickt für Odil Akhmedov durch (23.). Doch der Usbeke fand ebenso wie vier Minuten später Wanderson per Seitfallzieher seinen Meister in Wolfsburgs Schlussmann Diego Benaglio. Der Doppel-Wachmacher rief nun den VfL auf den Plan. Die Gastgeber spürten: Mit angezogener Handbremse wird das an diesem Abend ganz gewiss nichts mit den angestrebten Big Points.

Doch bei Josuha Guilavogui (35.) nach einem Konter im eigenen Stadion und bei Bas Dost, der um Haaresbreite eine Hereingabe des Franzosen verpasste (37.), fehlten nur Zentimeter. Summa summarum bestätigte sich aber die bisherige Bilanz in den vier Europa League-Spielen: Anders als in der Bundesliga entpuppen sich die Wölfe international nicht als Mannschaft der ersten Halbzeit. Zu wenig Initiativkraft aus dem Mittelfeld.

Das sollte sich nach dem Wechsel schlagartig ändern. „Wir waren in der zweiten Halbzeit kompakter. In beide Richtungen“, meinte Benaglio. Aaron Hunt, gerade einmal 1:42 Minute für Ivan Perisic auf dem Platz, nickte eine Flanke von Christian Träsch zur Führung ein (47.)! Wohl gemerkt unter gütiger Mithilfe von FKK-Keeper Andriy Dykan, dem beim Herauslaufen das richtige Timing fehlte. Wolfsburg in diesem Augenblick mit einer Super-Ausgangslage für den Euro-Endspurt in der Gruppe H.

Doch die Grün-Weißen mussten weiter auf der Hut sein. Ricardo Laborde zwang Benaglio mit freier Schussbahn zu einer Faustabwehr (51.). Aber da war ja noch der Wolfsburger Doppel-Whopper: Wieder Hereingabe Träsch, wieder Hunt und das 2:0 (57.). Mit dem zweiten Torschuss der zweite Treffer des Edeljokers!

Noch aber gab der Tabellendritte der russischen Liga nicht klein bei. Der aufopferungsvolle Ari hielt Benaglio mit einem Pfund auf Betriebstemperatur (61.). Wie schon in den vergangenen Wochen bot der ehemalige Schweizer Nationaltorwart eine tadellose Vorstellung.

Zack rüber auf die andere Seite: Der mittlerweile unterhaltsame Europapokal-Abend brachte fast das 3:0 durch den emsigen Bas Dost, der den Vorzug vor Ivica Olic erhielt (67.). Doch der Holländer scheiterte nach Zuckerpass de Bruyne an Dykan.

Und plötzlich wurde es noch einmal kribbelig. Wanderson bestätigte die Regel, dass die Wölfe in der Europa League einfach nicht zu null spielen können (72.). Ehe der VfL aber überhaupt ins Wackeln geraten konnte, stellte Guilavogui nach dem nächsten genialen Moment von de Bruyne den alten Abstand wieder her (73.).

Am Ende wurde es für Krasnodar unheimlich bitter: Weil noch ein zweiter Bankdrücker seine persönliche Befreiung feierte. Nicklas Bendtner mit seinen ersten beiden Toren im VfL-Dress (89./FE, 90.+1) schickte die unter Wert geschlagenen Russen gedemütigt nach Hause.

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