Comeback! So verlief die Leidenszeit von Teutonias Publikumsliebling Daniel Maaß

Bis auf Zweikämpfe alles erlaubt

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Daniel Maaß hat nach seiner langen Leidenszeit wieder Spaß am Fußball. Nach dem Kreuzbandriss im April arbeitete er intensiv an seinem Comeback. „Für die Mannschaft ist Daniel sportlich und menschlich unheimlich wichtig“, sagt Trainer Michael Zerr.

Uelzen. Die sportliche Lage in der Fußball-Oberliga ist für das weit abgeschlagene Schlusslicht Teutonia Uelzen trostlos, doch bei den Blau-Gelben steigt die Stimmungskurve beständig. Publikumsliebling Daniel Maaß steht neun Monate nach seinem Kreuzbandriss vor dem Comeback.

Die Ärzte haben grünes Licht gegeben. „Diese Nachricht ist auf jeden Fall sportlich die beste seit langem“, atmet der 22-Jährige auf.

Maaß ist ins Mannschaftstraining eingestiegen. Er soll allerdings den direkten Körperkontakt in Zweikämpfen vorerst noch meiden. So hätte er am morgigen Sonnabend beim ursprünglich geplanten Testspielauftakt gegen Eintracht Salzwedel nicht mitgestürmt. Die Partie wurden gestern aber ohnehin abgesagt. Stattdessen absolviert die Mannschaft in Lüneburg eine Kraft- und Ausdauereinheit unter Leitung eines Sportwissenschaftlers, erklärt Trainer Michael Zerr.

Maaß war in der letzten Winterpause nach einem halben Jahr beim Regionalligisten Lüneburger SK als Hoffnungsträger im Abstiegskampf in den Sportpark zurückgekehrt. Schon im April zog er sich den Kreuzbandriss zu. „Ich war nach der Diagnose zwei, drei Tage niedergeschlagen und musste das erstmal für mich verarbeiten. Aber mir wurde auch schnell bewusst, dass es keinen Sinn macht, sich darüber aufzuregen. Deshalb konzentrierte ich mich auf die Zeit nach der Operation“, sagt Maaß heute. Der Eingriff erfolgte bei Dr. Bartels in Halle. Den Kontakt hatte der Uelzener HFC-Profi Sören Bertram vermittelt.

Physiotherapie und Fitnessstudio, in dem sich LSK-Athletiktrainer Mattis Kreiselmaier intensiv um ihn kümmerte, bestimmten fortan den Alltag des Studenten. Mit Hilfe einer motorisierte Schiene brachte Maaß täglich rund zwei Stunden lang Beugung und Streckung in das Bein. Am Ende der Reha schwitzte er erstmals wieder auf einem Laufband. „Ein überragendes Gefühl!“

Vier Monate nach der Operation entwickelte sich jedoch ein zunehmender Schmerz hinter der Kniescheibe. Maaß: „Anfangs dachte ich mir nichts dabei, weil ich den Schmerz nur bei einer bestimmten Bewegung spürte.“ Doch drei lange Monate rätselten Arzt und Physiotherapeut über die Ursache. „Ich hatte zu früh zu viel gemacht und meinem Knie nicht genug Pause gegönnt“, weiß Maaß.

Das war ein herber Rückschlag. „Weil ich nicht wusste, was den Schmerz auslöst, war ich irgendwie gehemmt.“ Mit jeder neuen Meinung und Diagnose fiel die Laune. Anfang Dezember war Maaß am „Tiefpunkt“ angelangt: „Die Ungewissheit hat mich so genervt, und ich habe mich verrückt gemacht.“ Mitte Dezember legte sich der Physio fest: Die Patellasehne ist entzündet. Der Arzt bestätigte. „Ich bekam eine Bandage, die ich jetzt bei jeder Belastung tragen muss. Gegen eine Belastung spricht nichts mehr.“

Maaß: „Allein schon wieder mit der Sporttasche zum Training zu fahren, ist ein geiles Gefühl. Der Arzt hat mir bis auf Zweikämpfe alles erlaubt. Also langsam anfangen und schauen, was das Knie sagt.“

Maaß freut sich sehr auf die Zeit, die jetzt kommt. Der Linksfuß: „Am liebsten möchte ich natürlich noch so viele Spiele wie möglich in der Rückrunde machen, aber ich werde mir damit so viel Zeit wie nötig lassen.“

Von Bernd Klingebiel

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