„Wir sind wie eine große Familie“

Noch bis zum letzten Sommer erzielte Gunnar Niemann Tore im Trikot des TuS Bodenteich.

Bremen/Bad Bodenteich. Als zöge sich die Bundesliga-Krise des SV Werder Bremen durch den gesamten Verein: Nach zehn norddeutschen Meisterschaften in den letzten elf Jahren laufen auch die U15-Junioren der Hanseaten in dieser Fußball-Regionalligasaison der Konkurrenz als Tabellenvierter nur hinterher. „Wir haben mit den Profis nicht viel zu tun. Das wird getrennt“, räumt Gunnar Niemann mögliche Verstrickungen jedoch beiseite.

Der 15-Jährige wechselte im letzten Sommer vom TuS Bodenteich zum SV Werder. Er gehört im linken Mittelfeld zur Stamm-Elf von Trainer Thorsten Bolder und Betreuer Horst-Dieter („Eisenfuß“) Höttges. Niemann markierte bereits vier Saisontore für die Grün-Weißen, die sechs Punkte hinter dem Erzrivalen Hamburger SV rangieren. Am heutigen Sonnabend, 11.30 Uhr, tritt er mit dem Bremer Bundesliga-Nachwuchs auf den Werder-Plätzen gegen die U16 des TuS zu einem Testspiel an. „Das wird eine ausgeglichene Partie“, weiß Niemann um die Stärken seiner ehemaligen Mannschaftskameraden.

Schon drei Mal kickten die Blau-Weißen um Trainer Marc Lettau in Freundschaft gegen Werder-Teams, bei einer Partie fiel Gunnar Niemann den Hanseaten als Talent auf. Im letzten Sommer zog der damals 14-Jährige in das Bremer Leistungszentrum ein. „Das tat sehr weh. Als Mutter leidet man doch am meisten“, erinnert sich Kathrin Niemann an die Trennung. Sie empfand diesen Schritt mit damals 14 Jahren als zu früh. „Doch es war seine Entscheidung, er wollte das so gern und es versuchen“, erklärt Kathrin Niemann. Die Eltern sind regelmäßig und häufig auf Besuch in Bremen, schauen in ganz Norddeutschland die Spiele ihres Sohnes an. „Wenn man sieht, dass es gut geht, dann fällt es leichter“, sagt die Mutter heute.

Gunnar Niemann hat seine Fußballkünste in Bremen weiter verbessert, vor allem im technischen Bereich. Er wohnt im Werder-Internat, das wegen der Umbauarbeiten im Weser-Stadion noch bis zum Sommer in ein Wohnhaus ausgesiedelt ist. „Wir sind wie eine Familie“, erklärt der 15-Jährige, der mit einem weiteren U15-Kicker sowie Akteuren der U17 und U19 unter einem Dach lebt.

Vier Mal in der Woche ist Training mit Werder, dazu dienstags und donnerstags in den ersten drei Schulstunden. Gunnar Niemann hat auf seiner Gesamtschule die Weiterführung auf die gymnasiale Oberstufe in der Tasche und damit den Weg frei gemacht zum Abitur. Nach der 10. Klasse bietet ihm Werder alternativ eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann an. Niemanns Berufswunsch aber ist ein anderer: Fußballprofi.

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