„Wir können erstmal gar nichts tun“

Laut Ansetzung werden der TuS Bodenteich (links Daniel Nulet) und der VfL Suderburg (Luca Schenk und Niklas Idler) das Uelzener Bezirksliga-Jahr am 28. Februar mit dem Derby-Rückspiel eröffnen – doch der noch gültige Spielplan ist tatsächlich längst Makulatur. Foto: Marud

Noch länger weder Training noch Punktspiel. Ein normales Saisonende im heimischen Fußball rückt nach dem ausgedehnten Corona-Lockdown in noch weitere Ferne. Quälender Stillstand für die Amateure mindestens bis zum 31. Januar.

Ob und wie weit der Klammergriff ab Februar gelockert wird, ist fraglich. „Wir können erstmal gar nichts tun“, beschreibt der Bezirksspielausschussvorsitzende Jürgen Stebani die Planung.

Uelzen/Landkreis – Von der Hoffnung, in den Qualifikationsrunden der Landes- und Bezirksligen nach dem Restart auch die Rückspiele noch austragen zu können, hat sich der Fußballbezirk längst verabschiedet – nun wackelt auch die in den anschließenden Auf- und Abstiegsrunden geplante Rückrunde. „Wir werden sehr wahrscheinlich eine einfache Runde spielen“, sagt Stebani.

Dabei steht als Wunschziel ein Starttermin Anfang März, um wieder in den Wettkampfmodus zu schalten. Zu allererst sollen die Mannschaften ihre Nachholspiele absolvieren und die Hinrunde komplett beenden. Anhand der damit glattgezogenen Tabellen sollen sie dann in die Auf- und Abstiegsrunden aufgeteilt werden. Letztlich aber ist auch dieses Szenario angesichts der andauernden Pandemie ungewiss. Niemand weiß, welche Karte der Verband am Ende ziehen wird.

Nach der Lockdown-Grätsche dürfte den Teams trotz monatelanger Trainingspause jedenfalls nicht besonders viel Zeit für die Vorbereitung bleiben. „Man muss es nicht übertreiben, zwei Wochen reichen dicke“, erklärt Stebani gegenüber der AZ. Er deckelt damit massiv so manchen Coach, der vier oder mehr Wochen Vorlauf für notwendig hält, um die Kicker in einen Fitnesszustand zu versetzen, der weder sie selbst noch die Gegenspieler auf dem Platz gefährdet.

So gibt es erste Stimmen, die einen Abbruch und Neustart der Saison fordern. Sie kommen aus dem Fußballkreis Verden. TV Oytens Bezirksliga-Trainer Axel Sammrey hatte bereits zu Beginn der Krise im letzten Frühjahr zu den Wenigen im Lande gehört, die statt eines Abbruchs in den Ligen ohne Ab- und nur mit Aufsteigern für eine Unterbrechung der Saison 19/20 plädiert hatte. Er sieht sich nach dem zweiten Lockdown, der die im September gestartete neue Spielzeit mit voller Wucht trifft, nunmehr bestätigt.

„Das nervt einfach nur noch“

Sammrey: „Wenn wir damals die Saison weitergespielt hätten, stünden wir jetzt alle nicht unter Druck. Ich kann nur hoffen, dass wir nicht ein zweites Mal denselben Fehler machen. Die jetzige Saison gehört im Grunde schon jetzt abgebrochen und muss ganz neu gestartet werden. Wie lange sie dann am Ende auch dauern wird. Alles, was jetzt an Entscheidungen fallen wird, ist reines Rumgeeiere – und das nervt einfach nur noch“, erklärt der TVO-Coach gegenüber der Kreiszeitung in Syke. Im Verband seien Abbruch oder Annullierung der Saison hingegen noch kein Thema. Eine Diskussion darüber „ist viel zu verfrüht“, sagt Stebani.

VON BERND KLINGEBIEL

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