„Wir hatten uns schon gefreut“

Im Wechselbad der Gefühle: Organisator Markus Hecker musste den für den 28. Juni geplanten O-See-Triathlon nach einem Auf und Ab mit den Behörden letztlich doch absagen. Fotos: De la Porte
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Im Wechselbad der Gefühle: Organisator Markus Hecker musste den für den 28. Juni geplanten O-See-Triathlon nach einem Auf und Ab mit den Behörden letztlich doch absagen. Fotos: De la Porte

Die letzte überregionale Uelzener Bastion im sommerlichen Wettkampfkalender ist gefallen: Auch der für den 28. Juni geplante O-See-Triathlon ist abgesagt! Dabei hatte die Zeit der Corona-Lockerungen lange für den Post SV Uelzen gearbeitet.

Er hatte nach behördlichen Genehmigungen seines Konzepts zwischenzeitlich sogar schon das Go verkündet. Der Landkreis Uelzen stoppt die Pläne.

VON BERND KLINGEBIEL

Uelzen-Oldenstadt – „Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass es nicht etwa an einem unzureichenden Hygienekonzept lag, sondern hier rein formale Gesichtspunkte eine Rolle spielen“, bedauert Organisator und Post-SV-Vorsitzender Markus Hecker.

Der Landkreis Uelzen erklärt den geplanten O-See-Triathlon für „nicht durchführbar“. Pressesprecher Martin Theine stellt Ende vergangener Woche zugleich klar, „dass der Landkreis Uelzen die Durchführung des O-See-Triathlons nicht untersagt hat. Die Durchführung der Veranstaltung ist vielmehr aufgrund der aktuell geltenden (durch das Land Niedersachsen erlassenen) ,Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus’ nicht möglich. Der Landkreis Uelzen hat sich bei der Bewertung der Veranstaltung nach den Vorgaben dieser Verordnung zu richten.“

Beim O-See und den umliegenden Wegen/Strecken handelte es sich „nicht um eine Sportanlage im Sinne (...) der Verordnung“, schreibt die Behörde (siehe auch Extrakasten). Somit „gelten auch für die Sportausübung die allgemeinen Verhaltensregeln im öffentlichen Raum“. Ursprünglich war das sportliche Großereignis für insgesamt 600 Starter ausgeschrieben.

20-seitiges Konzept

Hecker nimmt die „Versagung zur Kenntnis“ und möchte „keineswegs nachtreten“. Gleichwohl „hätte man die Verordnung vielleicht anders interpretieren können, zumal der Triathlon in dieser Form schon seit zwölf Jahren besteht“, sagt er.

Der Post SV hatte eigens ein 20-seitiges Hygiene- und Veranstaltungskonzept vorgelegt und sich an den Empfehlungen der Deutschen Triathlon-Union (DTU) orientiert. Die bietet in ihrem Papier die Möglichkeiten für einen „Dreikampf im geschützten Raum“. Der Maschsee-Triathlon in Hannover hängt ebenfalls an diesen Leitfäden. Die Veranstalter in der Landeshauptstadt sind „sehr optimistisch“, ihr Event am 18. Juli ausrichten zu können.

Zu früh gefreut

Der Post SV versprühte bis zuletzt ebenso viel Zuversicht wie die Hannoveraner. Die O-See-Macher jubelten noch am Nachmittag des 28. Mai via Facebook: „Wir. Finden. Statt.“ Doch nur sechs Stunden später entschuldigten sie sich für die zuvor unter den Triathleten verbreitete Euphorie. Mit der Auslegung, der O-See sei keine Sportstätte im Sinne der Verordnung, „hat bislang niemand der Beteiligten gerechnet“. Ein weiteres klärendes Gespräch müsse stattfinden. In dem dann die Ordnungsbehörde des Landkreises Uelzen bei ihrer rechtlichen Einschätzung blieb.

„Sehr bedauerlich“, sagt Markus Hecker, „zumal die Hansestadt Uelzen, allen voran Bürgermeister Jürgen Markwardt, und das Ordnungsamt die Veranstaltung wirklich ermöglichen wollten“. Auch das Gesundheitsamt des Landkreises habe nach Prüfung und kleineren Anmerkungen „unser 20-seitiges Hygiene- und Veranstaltungskonzept für ,unbedenklich“ erachtet. Daraufhin hatten wir uns schon gefreut...“, erklärt Hecker.

Der Termin für den 13. O-See-Triathlon 2021 steht unterdessen fest: Er steigt am Sonntag, 27. Juni 2021.

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