Die SG Zernien/Bankewitz II stemmt sich gegen die Flut von Spielabsagen

Winterwunder auf Noppen

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Geht doch! Es gibt tatsächlich Fußball-Punktspiele in diesen Wochen mit Uelzener Beteiligung: Die SG Zernien/Bankewitz II schlug vor zehn Tagen Dannenberg II mit 3:2 (Foto) und ließ am letzten Sonntag einen Heimsieg gegen Elbufer folgen.

Bankewitz/Zernien. Der Uelzener Männer-Fußball leidet. Erst Land unter, dann Dauerfrost. Unbespielbare Sportplätze. Absagen von überall her. Bisher keine Punktspiele in diesem Jahr. Keine?

In Zernien unmittelbar hinter der Grenze zum Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg und in Bankewitz trotzen die Kicker gemeinsam den Launen der Natur. Bei der SG Zernien/Bankewitz II rollt der Ball auch ohne Kunstrasen, als gäbe es keinen Winter. Man möchte meinen, der Verein habe heimlich eine Rasenheizung installiert. „Haben wir nicht“, versichert Spieler Sebastian Nowak.

Zwei Punktspiele hat die standhafte Mannschaft von Trainer Christopher Körtke in der 1. Kreisklasse Lüchow-Dannenberg im Februar bereits absolviert. Beide daheim auf dem A-Platz an der Bahnhofstraße in Zernien. Uelzener Kicker mischten kräftig mit. „Vier Spieler aus Bankewitz gehören regelmäßig dazu“, sagt Nowak.

Vor zehn Tagen schlug das Team den MTV Dannenberg II mit 3:2 und ließ am letzten Sonntag ein 4:2 gegen den SV Elbufer folgen. Weil die Konkurrenz zuschaut, sprang die SG mit dem Doppelerfolg vom vorletzten Rang auf Tabellenplatz acht. „Es sind zurzeit alle Spieler da. Und wir wollen nicht an den Feiertagen spielen“, erklärt Nowak das Winterwunder.

Das Geheimnis des Zerniener A-Platzes: „Er ist sehr eben. Unser Platzwart Uwe Beutler kümmert sich sehr gut darum.“ Das tagsüber angetaute Geläuf habe sich zwar als „etwas rutschig“ erwiesen, doch mit Noppenschuhen sei das auch für die Grasnarbe letztlich kein Problem gewesen. Und natürlich sei es den Bodenverhältnissen entsprechend sehr fair zugegangen, betont Nowak.

Während überall Verantwortliche auf ihren steinhart gefrorenen Böden um die Gesundheit der Spieler und Platzwarte um ihr Grün fürchten, peilt die SG bereits die nächste Partie an. Am kommenden Sonntag steht das Auswärtsspiel beim TuS Lübbow auf dem Programm. Nowak: „Falls dort nicht gespielt werden kann, haben wir einen Heimrechttausch vorgeschlagen.“

Von Bernd Klingebiel

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