Wieder alles vergebens - 1:4

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Andreas Berg trieb seine Mannschaft unentwegt an und war ein Vorbild an Einsatzfreude.

Von Bernd Klingebiel - Ob es tröstlich ist, darf bezweifelt werden, aber: Auch dem neutralsten Zuschauer kann Teutonia Uelzen allmählich leid tun. Am Sonntagnachmittag kassierte der Fußball-Oberligist seine achte Niederlage in Folge.

Er unterlag vor nur noch 211 Zuschauern im Sportpark dem VSK Osterholz/Scharmbeck mit 1:4 (0:2) Toren. Und wenn’s wichtig wurde, hatten die Blau-Gelben Pech. Das darf zwar nicht über die letztlich verdiente Niederlage hinwegtäuschen, doch die Partie kann auch ganz anders laufen. Die Gastgeber verpassten in der ersten halben Stunde den Führungstreffer bei zwei hervorragenden Gelegenheiten für Markus Börngen und Danny-Torben Kühn. Einmal hielt VSK-Schlussmann Florian Urbainski den Drehschuss des überraschend als Sturmspitze aufgebotenen Börngen geradezu bravourös (11.). Und dann ließ er sich von Kühn, den Andreas Berg mustergültig in die Tiefe entsandt hatte, zwar überlaufen; doch Sven Apostel eilte seinem schon geschlagenen Schlussmann zur Hilfe und blockte Kühns Schuss (21.). Die kombinationsstärkeren Gäste zeigten sich abgebrühter. Sie schossen einen 0:2-Vorsprung heraus. In Mittelstürmermanier war Torjäger Manuel Weinrich beim ersten Treffer dem flach auf den kurzen Pfosten geschlagenen Ball entgegengelaufen und überwand Torwart Thorben Reinhardt aus Nahdistanz. Und beim zweiten durfte sich Ömer Aktas darüber freuen, dass ihm Roman Razza die Kugel im Grätschen so mustergültig servierte, dass er gar nicht anders konnte, als aus acht Metern sein erstes Saisontor zu schnorren. Nach dem Seitenwechsel hatte Teutonia weiterhin kein Fortune. Pietro Papa passte gekonnt auf Nicolai Bäsler, der von halbrechts in den Strafraum eindrang, abzog – und den Pfosten traf (47.). Ein frühes Anschlusstor wäre Balsam auf die Wunden gewesen. Stattdessen gab es Valium vom VSK, der mit seiner Ballsicherheit den Vorsprung zu verwalteten suchte. Börngen, der mit dem Abschluss zu lange wartete (58.), und Kühn, dem Schiedsrichter Hartje in aussichtsreicher Position ein passives Abseits vorpfiff (62.), setzten Aktionen dagegen. Doch erst ein Elfmeter brachte neue Hoffnung. Daniel Fleischer hatte Peer Jaekel aus kurzer Distanz den Ball an den Arm geflankt – kann man, muss aber nicht geben. Kühn verwandelte sicher zum 1:2. Doch das Signal zur Aufholjagd war kaum ertönt, da war es auch schon wieder abgewürgt. Marco Ordenewitz, der Sohn des bekannten Werder-Ex-Profis Frank "mach’ et" Ordenewitz, setzte den Ball per Fallrückzieher in die Maschen. Auf der Gegenseite gab es nichts Neues: Stephan Blödorn knallte die Kugel nach einem Durcheinander an den Pfosten (81.). Und als der aufgerückte Innenverteidiger Manuel Kraft in der Schlussminute im gegnerischen Strafraum schwer getroffen und benebelt am Boden blieb, konterte der VSK durch Aktas auch noch das vierte Tor heraus. Die Stimmen zum Spiel • Günter Hermann (VSK-Trainer): "Wir haben das Spiel über 90 Minuten beherrscht, aber Teutonia Chancen durch Fehler in der Vorwärtsbewegung gestattet. Wir hätten den Sack früher zumachen können, ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft aber zufrieden."

• Achim Otte (Teutonia-Trainer: "In den ersten 30 Minuten habe ich meine Mannschaft stärker gesehen als Osterholz. Aus meiner Sicht hat sie bis auf die Zeit nach dem 1:3 ein gutes Spiel gezeigt."

• Dennis Flügge (Teutonia): "Die ersten beiden Gegentreffer waren richtige Dummheiten von uns. Die Einstellung hat gestimmt: Wir waren alle heiß, der Wille war da."

• Theo Vogel (Teutonia): "Das war bitter. Osterholz macht aus zwei Chancen zwei Tore. Wir dürfen uns nichts erlauben, die kleinsten Fehler werden eiskalt bestraft. Aber wir gehen darüber gestärkt in die wichtige Partie gegen Stade." Tore: 0:1 Weinrich (33.) 0:2 Aktas (36.) 1:2 Kühn (71./HE) 1:3 Ordenewitz (76.) 1:4 Aktas (90.).

• Teutonia Uelzen: Reinhardt – Marks, Razza, Kraft, Fleischer – Papa (55. Flügge), Berg – Vogel (70. Oldag), Kühn, Bäsler – Börngen (66. Blödorn); beste Spieler: Berg, Kühn; Schiedsrichter: Henning Hartje (Northeim); Zuschauer: 211. Teutonia Uelzen in Zahlen

 • Torschützen: Danny-Torben Kühn (10), Nicolai Bäsler (3), Markus Börngen (2), Francesco Sabatino, Till Marks, Andreas Berg, Theo Vogel (je 1).

• Formkurve: uNnNsNnNnNnNn (heim, Auswärts)

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