SV Emmendorf kratzt die letzten elf Spieler des Kaders zusammen – 1:2

Wenn selbst der Schuh nicht passt

+
Mit seinem zweiten Saisontreffer brachte Alexander Gertig (links, gegen Rotenburgs Karol Karpus) den SV Emmendorf nach Flanke von Jan Böhringer (hinten Mitte) in Führung, am Ende hieß es aber 1:2. 

Emmendorf – Alle verfügbaren Spieler aus dem Kader der 1. Herren hatten diesmal eine Einsatzgarantie.

Es standen ja auch nur elf Mann zur Verfügung! Fußball-Landesligist SV Emmendorf hat am Samstag mit seinem letzten Aufgebot eine 1:2 (1:0)-Heimniederlage gegen den Rotenburger SV kassiert und damit einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt verpasst. Trainer Achim Otte: „Wir krochen heute nicht mal mehr auf dem Zahnfleisch, das war schon die Wurzel. “.

Den Platzherren fehlte mit Kapitän Benjamin Silbermann (privat), Luca Schenk (kurzfristig Dienst), Niklas Idler (Knie), Kevin Schusdzarra (Adduktoren) und den Oldag-Brüdern Mika und Jos (privat) ein halbes Dutzend (Stamm-)Spieler. Auf der Ersatzbank saßen neben dem reaktivierten Ex-Spielertrainer Till Marks nur noch Kicker aus der Kreisklassen-Reserve. Marks sollte eingewechselt werden, konnte aber nicht: „Er ist seit Wochen an den Zehen verletzt und kam nicht in den Schuh rein“, musste Otte das zur Pause geplante Austauschmanöver wieder abblasen.

Der angeschlagene Sönke Elbers stellte sich in den Dienst der Mannschaft, hielt fast bis zum Schlusspfiff durch.

„Wir nehmen die Situation an und vertrauen den Jungs. Aber ich hoffe, wir haben den personellen Tiefpunkt jetzt hinter uns“, meinte Otte und bescheinigte seiner Notelf im „Rahmen der Möglichkeiten“ und angesichts der „sehr schwierigen Rahmenbedingungen“ eine engagierte Leistung. Beispiel Sören Elbers. Der hatte sich im letzten Spiel in Ritterhude verletzt und hielt gegen den RSV fast 90 Minuten lang durch. Otte: „Heute musste man sagen: Sie durften nicht ran, sie mussten!“

Hoch soll er leben! Jeremy Fritz (links) und Hannes Helmke bejubeln den Torschützen Alexander Gertig.

Die Emmendorfer hielten den Ball immerhin vom eigenen Tor fern und setzten über den schnellen Jan Böhringer und Hannes Helmke in der Spitze auf Durchschlagskraft. Böhringer war es denn auch, der den Ball von der linken Seite gefühlvoll ans hintere Fünfereck flankte, wo Alexander Gertig scharf abzog. Der Ball prallte gegen das Aluminium, und RSV-Keeper Henner Lohmann quetschte den Abpraller dann irgendwie zwischen Beinen und Pfosten über die Torlinie – 1:0 wie aus heiterem Himmel!

Auf der Gegenseite verhinderte Schlussmann David Meyer reaktionsschnell den Ausgleich, als er einen Kopfball von Michel Müller aus kurzer Distanz parierte und die Kugel im Nachfassen unter sich begrub (24.).

Nach dem Pausenpfiff setzte sich das zähe Geschehen mit seinen spärlichen Torraumszenen auf beiden Seiten fort. Der SVE hatte mit sich und den Platzverhältnissen zu tun, ihm unterliefen immer wieder Ungenauigkeiten mit versprungenen, unruhigen und letztlich verlorenen Bällen schon in der eigenen Hälfte. Der RSV präsentierte die geschicktere Raumaufteilung und nutzte zwei dieser Emmendorfer Fehler zur Ergebniswende.

VON BERND KLINGEBIEL

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare