Sören Bertram schießt Aue zum Klassenerhalt in der 2. Liga – nun ist sein Bruder Malte mit Teutonia an der Reihe

„Wenn der Kitzel kommt...“

+
Sören Bertram (Mitte) erzielt sein drittes Tor gegen KSC-Schlussmann Benjamin Uphoff.

Uelzen/Aue. Das ist zweifellos ein besonders gutes Omen für die SV Teutonia Uelzen vor ihrem ultimativen Abstiegs-Endspiel in der Fußball-Landesliga am Sonnabend beim TSV Ottersberg!

Ex-Teutone und Zweitliga-Profi Sören Bertram jedenfalls hat schon mal sein Finale am Dienstagabend in der Relegation gegen den Karlsruher SC gewonnen (3:1) und mit drei Treffern (25. , 53. , 75. ) quasi im Alleingang entschieden. Der 26-Jährige bescherte seinem FC Erzgebirge Aue mit einer überragenden Leistung den Klassenerhalt in Liga zwei. Sein Bruder Malte will es ihm übermorgen in Ottersberg (16 Uhr, Wümme-Stadion) nun gleichtun und Teutonia ebenfalls zum Ligaverbleib schießen.

Der jüngere der beiden Bertrams fieberte in dem mit 16 000 Zuschauern ausverkauften Erzgebirgsstadion mit. Er sah einen überragenden Sören Bertram, der ihm gleich nach dem Schlusspfiff einen der Spielbälle in die Arme drückte, um ihn „bewachen“ zu lassen.

„Den hat er sich nach dem Spiel direkt geben lassen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man sich nach so einem Spiel den Ball als Andenken mitnehmen lässt. Vor allem nach dem Spielverlauf mit drei Toren und bei der Wichtigkeit der Partie“, erklärt Malte Bertram (24).

Malte Bertram (Vorne) will es seinem Bruder gleichtun und Teutonia Uelzen im ultimativen Abstiegsfinale am Sonnabend in Ottersberg zum Klassenerhalt schießen.

Teutonias Zehner sog unterdessen die völlig losgelöste Stimmung im Stadion in sich auf, die auch ihm Flügel für den Abstiegskrimi verleihen soll. Teutonia muss in Ottersberg gewinnen, sonst stürzen die Blau-Gelben in die Bezirksliga ab. Malte Bertram: „Für unser Spiel nehme ich auf alle Fälle einiges mit. Auch wenn die Atmosphäre nicht vergleichbar sein wird, werden auch in unserem Spiel viele Emotionen aufkommen. Es gilt, einen kühlen Kopf zu bewahren.“

Stimmungsmacher: Sören Bertram (Mitte) feiert inmitten der Aue-Fans den Klassenerhalt in der 2. Liga, an dem der Uelzener und Ex-Teutone mit seinem Dreierpack beim 3:1-Sieg im Relegations-Rückspiel gegen den Karlsruher SC entscheidenden Anteil hat. 

Sören Bertram badete in einem Meer von begeisterten Fans, schnappte sich ein Megafon und heizte der Menge lautstark ein. Der Held von Aue hatte ausgerechnet in diesem für die Veilchen so wichtigen und zukunftsweisenden Spiel seinen ersten Dreierpack als Profi geschnürt und sich damit einen Platz in den Geschichtsbüchern des Vereins gesichert. „Für solche Tage ist man Fußballprofi geworden. Ich hab das heute schon beim Aufstehen gemerkt, wenn der Kitzel kommt, dass es unser Tag ist. Wenn es um was geht, treffe ich eigentlich immer. Ich bin froh, dass ich mit meinen Toren einen Teil zum Klassenerhalt beitragen konnte“, sprach der Uelzener in die Kameras. Am Sonnabend will er nun Teutonia persönlich das Matchglück überbringen.

Die Blau-Gelben werden dann ebenso wie die Auer zwischen den Extremen schwanken. Malte Bertram: „Ich habe jetzt beide Seiten nochmal hautnah erlebt, sowohl die Freude als auch die Enttäuschung der anderen Mannschaft. Wir wollen natürlich alles daran setzen, dass wir am Ende des Tages auf der Freudenseite stehen.“

Von Bernd Klingebiel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare