AZ-Serie über Uelzens Torjäger: Malte Meyer hat sich beim LSK zum Shootingstar gemausert

„Vertraue auf Mamas Hausmannskost“

Ein Bild aus früheren Tagen: Im März 2013 stellte die AZ Malte Meyer (links) und Hauke Tippe in der Serie „Stars von morgen“ vor. Die beiden spielten damals für den MTV Treubund Lüneburg in der C-Junioren-Regionalliga.
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Ein Bild aus früheren Tagen: Im März 2013 stellte die AZ Malte Meyer (links) und Hauke Tippe in der Serie „Stars von morgen“ vor. Die beiden spielten damals für den MTV Treubund Lüneburg in der C-Junioren-Regionalliga.

Lüneburg/Eddelstorf – Er hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Shootingstar des Lüneburger SK gemausert. Eddelstorfs früherer Bezirksliga-Fußballer Malte Meyer hat sich beim Regionalligisten auf Anhieb einen Stammplatz erobert.

In der neuen AZ-Serie „Uelzens Top-Knipser“ stellen wir die erfolgreichsten Torjäger der aktuell unterbrochenen Saison vor.

Vier Tore, eine Vorlage und 798 von 810 möglichen Einsatzminuten. Malte Meyer ist der Senkrechtstarter des LSK. Dabei spielte der 22-Jährige zuletzt noch drei Klassen tiefer in der Bezirksliga für seinen Heimatverein SV Eddelstorf. Dort überaus erfolgreich. In der abgebrochenen Saison 2019/20 war er die Nummer eins mit 26 Toren. Nach seinem Winterwechsel 2018 vom Landesligisten MTV Treubund Lüneburg gelangen ihm in der Rückrunde beeindruckende 20 Treffer für die Blau-Gelben.

Top-Einstand

Senkrechtstarter Malte Meyer läuft häufiger mal den gegnerischen Reihen davon: Der Eddelstorfer hat beim Lüneburger SK Hansa eingeschlagen. Er erzielte vier Tore, gab eine Vorlage und kommt in der Liga auf 798 von 810 möglichen Einsatzminuten.

Dass er auch drei Ligen höher einschlägt, damit war dennoch nicht unbedingt zu rechnen. „Mich hat es auch überrascht, dass ich die Fülle der Spiele absolviert habe. Manchmal musste ich mich fragen, ob das wirklich wahr ist. Ich bin glücklich über das Vertrauen seitens des Trainerteams und zufrieden mit meiner persönlichen Bilanz“, erzählt Meyer, der im Nachhinein davon profitierte, dass er unter LSK-Coach Qendrim Xhafolli in der A-Jugend vom MTV Treubund Lüneburg trainiert hatte. „Das spielt mir in die Karten. Der Coach zeigt mir, warum er mich holen wollte, und dass er an mich glaubt.“ Es war sogar mehr möglich. Beim Strafstoß gegen St. Pauli rutschte er aus. Mit fünf Treffern wäre der Goalgetter die Nummer drei der Liga!

Unvergessen bleibt sein zweiter Punktspieleinsatz bei Holstein Kiel (3:0). Meyer gelang die doppelte Torpremiere für die Salzstädter. Der zweite Treffer war ein fulminanter 25-Meter-Schuss. „Das war ein richtig geiles Gefühl und trug dazu bei, dass ich früh angekommen war.“ Freunde, Ex-Spieler und Familie gratulierten hinterher zahlreich.

Meyers akribische Vorbereitung auf das Viertliga-Abenteuer zahlt sich aus. Im Winter reiste er mit den Lüneburgern noch im Dress des SV Eddelstorf mit ins Trainingslager nach Ägypten, er trainierte bis zum Saisonabbruch bereits beim LSK mit und schwitzte im Sommer frühzeitig mit Fitnesstrainer Gregor Trowitzsch. „Die Regionalliga ist bedeutend schneller und robuster, die kleinsten Fehler werden sofort bestraft“, musste Meyer viel lernen. Privat musste er dagegen nichts ändern. Es blieb weiter Zeit für Freundin, Freunde und Familie. Alkohol und Partys waren eh kein Thema. Die Ernährung blieb dieselbe. „Ich vertraue auf Mamas Hausmannskost“, lacht der bodenständige Eddelstorfer, der weiter zuhause wohnt und im dritten Lehrjahr seiner Industriekaufmann-Ausbildung ist.

„Schränke“ als Gegner

Dass er sich beim LSK derart schnell akklimatisiert hat, ist nicht selbstverständlich. „Es sind in gegnerischen Abwehrreihen teilweise Schränke, die sich einem entgegenstellen. Natürlich hat man Respekt. Aber auch ich bin recht zufrieden mit meiner körperlichen Ausstattung“, flachst der 1,90 Meter große und 89 Kilogramm schwere Angreifer.

Obwohl die Lüneburger nach einem Topstart sechs Mal sieglos blieben und auf Platz acht abgerutscht sind, hat vieles funktioniert. „Wir hatten einen hervorragenden Start. Ergebnistechnisch haben wir nachgelassen, spielerisch aber nicht. Anfangs hatten wir mehr Matchglück. Dazu kamen Verletzungen bei Spielern wie Alessandro Otte und Lukas Pägelow.“

Auch Meyer erwischte es am vorletzten Spieltag gegen Drochtersen. Die Bänderdehnung kann er nun während der Zwangspause in Ruhe auskurieren, um eventuell ein wenig auf dem Eddelstorfer Sportplatz mit Bruder Jonas Meyer zu bolzen. „Ich kann mir schon vorstellen, dass die Füße bald jucken.“

Sollte die Saison regulär fortgesetzt werden, traut sich Meyer Tore im zweistelligen Bereich zu. „Doch der Mannschaftserfolg und das Erreichen der Aufstiegsrunde haben oberste Priorität“, betont Teamplayer Meyer.

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