Barums und Teutonias Fußballerinnen dabei / Auch Handbiker und Leichtathlet mischen mit

Unglaublicher Kerl, sensationeller Werfer

Kreisrekorde, Titel, Berufungen in Landesauswahlen. Lukas Wendland ist eine Leichtathletik-Größe.
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Kreisrekorde, Titel, Berufungen in Landesauswahlen. Lukas Wendland ist eine Leichtathletik-Größe.

Uelzen/Landkreis – Frauenpower bei der AZ-Sportlerwahl: Teutonias Fußball-B-Juniorinnen und Barums 2. Damenteam sind als Mannschaft des Jahres vorgeschlagen.

In der Kategorie Einzelsport stehen der Handbiker Andreas Mücke und Leichtathlet Lukas Wendland erneut in den Startlöchern.

Bis zum 16. Dezember können die AZ-Leser weitere Kandidaten vorschlagen. Die Abstimmungsphase beginnt im Januar nach einer Jurysitzung. Die Allgemeine Zeitung und die Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg zeichnen bei „Mensch 2019“ erneut die besten Sportler des Jahres aus. Partner der Veranstaltung ist das Volkswagen Zentrum Uelzen.

Prächtig entwickelt

Starke Leistungen, toller Zusammenhalt. Steffi Demlang gefällt dieser Mix. Die AZ-Leserin nominiert in der Kategorie Mannschaft des Jahres Teutonias B-Juniorinnen-Fußballerinnen. „Die Gründe, warum ich sie vorschlage, sind zum einen die tollen sportlichen Leistungen. Die Mannschaft hat sich in den letzten zwei Jahren durch ihre neue Trainerin Rebecca Ruschmeyer hervorragend entwickelt.“ Echte Anfängerinnen seien inzwischen zu vielversprechenden Talenten gereift, die nun in der Lage sind, auf dem Spielfeld Verantwortung zu übernehmen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Teutonia wurde 2019 Vizemeister in der C-Juniorinnen Kreisliga (7er-Feld), ist B-Juniorinnen-Herbstmeister in der Kreisliga (9er-Feld) und gewann den Allianz-Cup in Adendorf (als C-Juniorinnen). Als eines von vier Teams wurden die Blau-Gelben für das Juniors-Cup-Finale beim FC Bayern ausgelost. Sie holten in dem Viererfeld Rang vier. Sophie Grewe wurde Spielerin des Turniers.

Auch die vielen Aktivitäten außerhalb des Rasens imponieren Demlang. Die Blau-Gelben wollen sich auch sozial engagieren. Die jungen Fußballerinnen besuchen in Kürze die Seniorenresidenz, um mit älteren Menschen Adventslieder zu singen. „Das trägt dazu bei, dass die Mädels einen tollen Zusammenhalt haben und das Wort Team ganz groß geschrieben wird“, lobt Demlang.

Sensations-Aufsteiger

Hendrik Fabel favorisiert die Fußballerinnen des MTV Barum II. „Verdient haben sie sich das durch ihre Vizemeisterschaft als Aufsteiger in die Landesliga.“

Hinter dem Team liegt eine erstaunliche Entwicklung. Nach der Neugründung im Sommer 2014 benötigte die Mannschaft drei Anläufe, um 2017 als Kreisliga-Meister in die Bezirksliga aufzusteigen. Hier setzte sie ihren Erfolgsweg fort, wurde 2017/18 auf Anhieb erneut Meister und stieg in die Landesliga auf. Als Underdog gestartet, spielte das Team überraschend bis zum Saisonende um den Titel mit. Erst am letzten Spieltag wurde Barum von der Tabellenspitze gestoßen und „nur“ Vizemeister.

In der laufenden Saison wurde das Team ein wenig geerdet; es ist das vielleicht oftmals beschriebene „schwere zweite Jahr“ nach einem Aufstieg. Dennoch liegt der MTV in ruhigem Fahrwasser. Zugleich gelang die Qualifikation für das Bezirkspokal-Halbfinale.

Im Vergleich zu den Rahmenbedingungen anderer Landesligisten sei die Leistung der Barumerinnen umso mehr zu würdigen, zumal die Mannschaft auch wirklich ihre Rolle als „Zweite“ annehme. Viele Spielerinnen, die seit Gründung dabei sind und sich damals noch nie über den Weg gelaufen waren, sind mittlerweile ganz enge Freunde. Auch Neuzugänge wurden vorbildlich eingebaut.

Echter Sportsmann

Andreas Mücke ist ein starker Handbiker und kümmert sich vorbildlich um Inklusion.

Er ist eine echte Kämpfernatur. Trotz zweier Schlaganfälle in den vergangenen neun Jahren hat sich Handbiker Andreas Mücke mit eisernem Willen zurück ins Leben gekämpft. Der heute 49-Jährige ehemalige deutsche Meister im Autopulling (Autoziehen bis 1,6 Tonnen) ist zum zweiten Mal in Folge bei der AZ-Sportlerwahl in der Einzelkategorie dabei.

„Er besucht (Charity-)Sportveranstaltungen in der näheren Umgebung, aber auch quer durch die Republik“, sagt AZ-Leser Christoph Killig. Anfangs noch vereinslos, ohne Sportskameraden und Übungspartner, trainierte Mücke fünf Mal wöchentlich. Er ist im gemieteten Handbike unterwegs, um seine Sportart auszuüben.

Mücke begeistert nicht nur durch eigene Leistungen. Der Handbiker gründete Mitte des Jahres kurzerhand seine eigene Mannschaft, die mittlerweile mehr als 15 Personen mit und ohne Handicap im Alter von 18 bis 80 Jahren zählt. „Ganz im Sinne der Inklusion eben“, sagt Killig.

Das sieht auch Bernd Lindenau so, der sich ebenfalls für Mücke starkmacht. „Was dieser Kerl sportlich, integrationstechnisch (Inklusion) und motivationstechnisch geschafft hat, ist fast unglaublich. Nicht nur, dass er seine sportlichen Wettbewerbe bei Weitem im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat. Nein, er hat es auch geschafft, mehr als motivierend auf andere einzuwirken. Ein wahrer großer Sportler“, schwärmt Lindenau.

Ein Aushängeschild

Für Wilfried Teichmann aus Uelzen ist Leichtathlet Lukas Wendland (LG Hanstedt/Wriedel/Suderburg) ein Einzelsport-Ass, das bei der AZ-Sportlerwahl 2018 starker Dritter wurde. „Man sollte mit dem Begriff ,Sensation’ eigentlich vorsichtig umgehen. Doch was Lukas Wendland in der Saison 2019 gelungen ist, kann man nur mit diesem Begriff beschreiben,“ begründet Teichmann. Ob Hallen- oder Freiluftwettbewerbe – Wendland stand in Niedersachsen immer ganz oben auf dem Podest.

Mit der Kugel holte er sich sowohl in der Halle als auch im Freien die Landesmeisterschaft. Mit dem Hammer (40,94 Meter) und dem Diskus (52,05 Meter) stellte er bei den Landesmeisterschaften der M15 zwei neue Kreisrekorde auf und wurde auch in diesen Disziplinen Landesmeister.

Mit der Kugel verbesserte Wendland nicht nur den 16 Jahre alten Kreisrekord von Ulrich Schröder (VfL Suderburg) um 2,30 Meter, sondern konnte auch mit der Weite von 16,40 Metern den acht Jahre alten Bezirksrekord einstellen. Bei den norddeutschen Titelkämpfen holte sich Wendland mit der Kugel die Vize-Meisterschaft. Bei den deutschen Meisterschaften der M15 gelang ihm der Sprung ins Finale der besten Acht und ein guter 6. Platz.

Der Lohn war die Berufung in die Landesauswahl, in der er für Niedersachsen die maximale Punktzahl (Kugel) holte. Zudem wurde der Suderburger in den Landeskader berufen. Damit hat er alle vor der Saison gesteckten Ziele erreicht.

In der deutschen Bestenliste belegt Wendland mit der Kugel und dem Diskus Platz sechs.

„Lukas ist nicht nur im Kreis ein Aushängeschild der Leichtleichtathletik, sondern auch weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus und wird daher zu Recht für die Wahl ,Mensch 2019’ in der Rubrik Sport vorgeschlagen“, ist Teichmann voll des Lobes.

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