Rundschreiben an Klubs erklärt Vorgehen

Saisonabbruch rückt näher: NFV berät am Dienstag übers Spieljahr 20/21

Fußballschuhe und Stutzen hängen an einem Zaun.
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Stillstand im Fußball: Am Dienstag berät der Niedersächsische Fußballverband (NFV), wie es mit der Spielzeit 2020/21 weitergehen soll.
  • Arek Marud
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In die Diskussion um einen Saisonabbruch kommt neue Bewegung: Am Dienstag diskutiert der bisher hartnäckig an Fortsetzungsplänen festhaltende Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes übers weitere Vorgehen.

Uelzen/Barsinghausen - Niedersachsens Fußballer werden ungeduldig. Immer lauter werden die Stimmen, die Saison zu annullieren oder zu einem deutlich späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Gerade erst haben 35 Uelzener Fußballklubs in einem Videomeeting klar Stellung bezogen und sich gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Frühjahr ausgesprochen.

Nun hat sich der NFV-Direktor/-Justiziar Steffen Heyerhorst mit einem Rundschreiben an alle niedersächsischen Fußballvereine gewandt. Erklärt werden der weitere Umgang unter Berücksichtigung der sich fortentwickelnden Sachlage mit dem Spieljahr 2020/2021 sowie die einzelnen Schritte der „verhältnismäßigen Entscheidungen“ des Verbandes.

Bei Entscheidungen Schrittfolge einhalten

„Der NFV hat in diesen schwierigen Zeiten Entscheidungen zu treffen, die aufgrund der nicht voraussehbaren Entwicklungen der Pandemie und den damit einhergehenden behördlichen Einschränkungen in höchstem Maße diffizil sind. Dieser Verantwortung sind wir uns absolut bewusst“, schreibt Heyerhorst und bittet die Fußballklubs um Verständnis. „Aus diesem Grund ist es unumgänglich, dass wir Sie – unsere Mitgliedsvereine – noch einmal dahingehend sensibilisieren und Ihnen deutlich machen, dass wir als Verband auf Basis der im letzten Jahr gewonnenen Erkenntnisse im Umgang mit den ,Corona-bedingt’ gestörten Spieljahren eine für alle Beteiligten verhältnismäßige Schrittfolge bei unseren Entscheidungen einhalten wollen und auch müssen.“

Der Verbandsvorstand als beschließendes Versammlungsgremium müsse die Corona-Sachlage anhand von Fakten und „auf Sicht“ bewerten, um zu verhältnismäßigen Entscheidungen zu gelangen.

Angesichts der rapide steigenden Corona-Fallzahlen wird die Kritik am zögerlichen Handeln des NFV jedoch immer lauter. Zumal um ihn herum die Fußballverbände Hamburg, Schleswig-Holstein oder auch Sachsen-Anhalt inzwischen die Saison abgebrochen haben.

NFV denkt über Alternativen nach

Heyerhorst verteidigt das Vorgehen seines Verbandes, der bisher unbeirrt am Spielbetrieb festhielt und diverse Konzepte zum Restart erarbeitete: „Dieses hat der Verbandsvorstand vor dem Hintergrund der positiven Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz am 3. März (Stufenplan zur Öffnung) in einer Videokonferenz-Sitzung bestätigt.“

Nun aber zeichnet sich beim NFV ein Umdenken ab: „Sofern jetzt absehbar ist, dass diese avisierte sportliche Lösung aufgrund der politischen/behördlichen Vorgaben/Beschränkungen und/oder weiterer gewichtiger Gründe aufgrund der sich zum jetzigen Zeitpunkt erst manifestierenden Entwicklungen im Pandemiegeschehen nicht mehr möglich sein sollte, werden wir über weitere (verhältnismäßige) Alternativen zum Umgang mit dem Spieljahr 20/21 diskutieren und dazu beschließen.“ Ein Saisonabbruch ist offenbar nun möglich.

Weiter heißt es: „Wir sind mit unseren ehrenamtlichen Fachleuten in den spieltechnischen Ausschüssen genauso im Dialog, wie mit sportpolitischen Vertretern aller Gliederungsebenen, damit wir zur tragfähigen, auf Fakten und Sachlagen basierenden weiteren und finalen Entscheidung gelangen können.“

Heyerhorst versichert, dass bei der Vorstandssitzung die Meinungen an der Basis mit einfließen sollen. „Insbesondere nehmen wir die teilweise direkten und indirekten Rückmeldungen der Mitgliedsvereine mit in unsere Gesamtabwägungen auf.“

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