„Umbruch bahnt sich an“

Tom Wilhelms hat eine Zusage für die nächste Saison bei Teutonia Uelzen bisher abgelehnt, er habe „auch andere Angebote“, erklären die Blau-Gelben. Fotos: B. Klingebiel

Uelzen - VON BERND KLINGEBIEL.Teutonia Uelzen wird im Abstiegskampf wohl mit einem blauen Auge davonkommen und auch in der nächsten Saison in der Fußball-Landesliga spielen. Die Zusagen von einigen Leistungsträgern fehlen dafür noch. Der Verein setzt künftig verstärkt auf seine starken Nachwuchsjahrgänge.  „Ein kleiner Umbruch bahnt sich an“, sagt Trainer Benjamin Zasendorf.

Die U18-Kicker der Blau-Gelben bleiben dem Verein auch im Herrenbereich treu. So stoßen mit Thies Köster, Laurin Sokoll, Filip Behns und Johannes Barisch vier Talente zum Landesliga-Kader hinzu.

Die weiteren A-Junioren sind zunächst für die sehr jung aufgestellte Reserve vorgesehen. Die startet nach Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem TV Rätzlingen zur nächsten Saison wieder als eigenständige Mannschaft in der 1. Kreisklasse. In den nächsten Jahren rücken dann die ebenfalls auf Bezirksebene spielenden Jahrgänge 2003 und 2004 nach.

Talente: Thies Köster und Filip Behns. Foto: am

Teutonia rechnet fest mit der Landesliga für die nächste Saison. Der Tabellenvorletzte rangiert in der seit März unterbrochenen Spielzeit allerdings auf dem Abstiegsplatz und muss deswegen noch bis zum kommenden Sonnabend auf endgültige Klarheit warten. Dann soll auf dem außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsische Fußballverbandes (NFV) die Entscheidung fallen, die Saison 19/20 mit Auf- und ohne Absteiger einzustellen. Das wäre der Ligaverbleib für Teutonia. Zasendorf ist davon losgelöst aber auch überzeugt, „dass wir eine Chance hatten, den Klassenerhalt sportlich zu schaffen“.

„Wird sehr schwer“

Comeback-Zugabe? Andris Kuvsinovs zögert.

Kommt es so, wie erwartet, dann geht die Saison mit mindestens 18 Mannschaften ins Rennen. Vielleicht sogar mit 19 Teams, falls die personell gesprengte SV Eintracht Lüneburg nicht zurückzieht. Entsprechend steigt die Zahl der Absteiger am Saisonende.

Zasendorf: „Wir sind uns bewusst, dass es für uns wieder sehr schwer werden wird. Es war zuletzt immer eng, doch wir konnten immer mithalten. Wir sind angstfrei und wollen uns weiterentwickeln.“ So steht die intensive Verzahnung mit der umgestalteten 2. Herren und dessen neuem Trainer Thorsten „Toto“ Raabe oben auf der To-do-Liste. Teutonias Teammanager Jugend, Steffen Vick: „Wir wollen unseren eingeschlagenen Weg nun weitergehen und eng mit allen Teilen des Vereins zusammenarbeiten. So wird es weiterhin gemeinsame Trainingseinheiten mit der 1. Herren geben, es gibt insgesamt einen sehr engen Austausch.“

Raabe bestätigt: „Wir sehen uns als ein Team, egal ob 1. oder 2. Mannschaft, egal ob U18 oder U17.“ Er sieht aktuell „zwei bis drei Spieler, die es in die Landesliga schaffen werden“. Filip Behns ist einer von ihnen. Raabe: „Er weiß, was er will und wird es auch erreichen. Andere brauchen vielleicht noch etwas. Aber da kommt noch was.“

Wackelkandidaten

Trotzdem wackelt das Spielergerüst der 1. Herren an zwar wenigen, dafür aber ganz wichtigen Stellen – trotz bisher 15 festen Zusagen aus dem bestehenden Kader.

Philipp Hatt rückt sein Studium in den Fokus.

Malte Bertram wird zumindest eine Saison lang pausieren aus beruflichen Gründen nach seinem zweiten Kreuzbandriss. Tom Wilhelms, Teutonias bester Torschütze in der unterbrochenen Saison (acht Treffer), hat sich noch nicht zu einer Zusage bewegen lassen. Teammanager und Spieler Nico Tiegs: „Wir wissen, was er kann und wollen ihn unbedingt halten, weil er perfekt in unser Konzept passt und einfach ein ganz feiner Kerl ist. Bei seiner Klasse ist es aber klar, dass er auch andere Angebote hat.“

Mittelstürmer Philipp Hatt gibt seinem Studium den Vorrang und will deswegen mit der Mannschaft keine Verpflichtungen eingehen. Der Mittelstürmer mit dem großen Teutonia-Herz sollte bei Bedarf jedoch jederzeit einsatzbereit sein. Bei Hatt stellt sich also nur die Frage: Wie regelmäßig wird das sein? Grünes Licht fehlt auch noch von Andris Kuvsinovs. Der Routinier gab im Saisonverlauf sein Comeback und war für den Abstiegskampf der Rückrunde eingeplant.

Robert Bruck (Hochzeit geplant, Fokus auf private Dinge) und Justin Reeger (Beruf) sind ebenfalls Wackelkandidaten. Lars-Benedict Buhr und  Dilkas Sönmez verlassen Teutonia, Ersatzkeeper Marius Pesarra pausiert.

Neuzugänge warten ab

Externe Neuzugänge sind bisher Fehlanzeige, vier Kandidaten jedoch vorhanden, erklärt Zasendorf. Die potenziellen Verstärkungen warteten aber zunächst noch die NFV-Entscheidung am nächsten Samstag ab. Bleibt Teutonia in der Landesliga, dürfte es Zusagen geben, hofft Zasendorf.

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