„Noch eine Spur heftiger“

Der Uelzener Stefan Hüdepohl ist mitten drin im WM-Hype und auch beim Halbfinale dabei

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Die deutschen Handballer schreiben nach dem Titelgewinn 2007 erneut an einem Wintermärchen, die Begeisterung ist riesig nach dem vorzeitigen Halbfinaleinzug. 

Köln/Uelzen – Die Begeisterung kennt keine Grenzen, das mediale Interesse am Handball war noch nie so gewaltig. Deutschland liegt sich nach den herzerfrischenden Auftritten des Nationalteams und dem vorzeitigen Einzug ins Halbfinale der Weltmeisterschaft in den Armen.

„Die Mannschaft hat alle Erwartungen bei weitem übertroffen“, jubelt auch Stefan Hüdepohl. Der ehemalige Coach des TV Uelzen ist Präsidiumsmitglied des Deutschen Handballbundes (DHB) und Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN). Er gehört damit bei der WM zu den sogenannten Offiziellen, nimmt bei den deutschen WM-Spielen in den Logen Platz.

Die unfassbare Stimmung auf den voll besetzten Rängen in den Hallen in Berlin und jetzt zur Hauptrunde in Köln überrollt auch die VIPs, sagt Hüdepohl: „Gegen Frankreich in Berlin saß ich zwischen den Politikern. Die haben mehr gestanden als gesessen und sind voll abgegangen“, berichtet er vom dramatischen Vorrunden-25:25 gegen den Titelverteidiger.

Der Uelzener ist in diesen turbulenten Tagen zum Handball-Pendler geworden. Wenn es zwischen den Spielen der Deutschen einen Ruhetag gab, hat er sich gen Heimat aufgemacht: „Ich muss ja auch mal arbeiten“, erklärt der Rechtsanwalt.

Auch nach dem Krimi gegen Kroatien, in dem die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop am Montagabend in Köln gleich den ersten Matchball fürs Halbfinale verwandelte, steuerte Hüdepohl wieder Uelzen an.

Die heutige Partie gegen Spanien, in der es im Fernduell mit den Franzosen „nur“ noch um den Gruppensieg geht, lässt Hüdepohl allerdings sausen. Am Freitag zum Halbfinale in Hamburg ist er dann natürlich wieder vor Ort. Um 17.30 und 20.30 Uhr werden die beiden Spiele angepfiffen. Gegner und Zeit für die Deutschen stehen erst heute Abend fest: Dänemark, Schweden oder Norwegen. „Das wird nochmals eine andere Nummer und eine Spur heftiger als gegen Kroatien.

Das nordische Trio ist wesentlich spielerischer“, erwartet Hüdepohl einen weiteren Wahnsinnsritt für die Mannschaft um Kapitän Uwe Gensheimer. Das große Ziel ist das Endspiel am Sonntag im dänischen Herning. Auch für Hüdepohl: „Das sind ja nur 400 Kilometer.“

VON BERND KLINGEBIEL

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