Fußball-Märchen: Ex-SC-Keeper Sebastian Selke trifft mit dem FC Vaduz auf Eintracht Frankfurt

Ein Uelzener rockt Europas Bühne

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Der Jubel war riesig, als der FC Vaduz den ungarischen Vertreter MOL Vidi FC aus der Euro-League-Quali geworfen hat. Der Uelzener Sebastian Selke (Mitte) umklammert vor Freude Coach Mario Frick.

Vaduz/Uelzen – Vom Uelzener Fischerhof auf die große europäische Bühne: Sebastian Selke erlebt mit dem FC Vaduz (Liechtenstein) gerade ein Hoch der Gefühle.

Der Ex-Keeper des SC 09 Uelzen und jetzige Torwart-Trainer des Hauptstadt-Klubs trifft in der Europa-League auf Bundesligist Eintracht Frankfurt.

Wieder steht ein Uelzener im „Rampenlicht“! Im Vorjahr spielte der Holdenstedter Edisson Jordanov mit F91 Düdelingen (Luxemburg) in der Europa-League unter anderem gegen den AC Mailand. Nun macht es ihm Sebastian Selke gewissermaßen nach und ist als Torwart-Trainer ein Teil des Fußball-Märchens des FC Vaduz.

Eintracht als Highlight

Sebastian Selke, Ex-Keeper des SC 09 Uelzen, fiebert dem heutigen Spiel der Spiele gegen Eintracht Frankfurt entgegen.

Sein Klub trifft am heutigen Donnerstag in der 3. Quali-Runde im eigenen Stadion auf Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr/LIVE auf RTL Nitro), eine Woche später geht es in die Mainmetropole. „Für uns ist es ein absolutes Highlight“, gewährt Selke Einblick in die Gefühlswelt des amtierenden Pokalsiegers Liechtensteins. „Die Jungs haben sich das verdient.“

In den ersten beiden Quali-Runden schmiss Vaduz Breidbalik (Island) und dann sensationell den ungarischen Vertreter MOL Vidi FC raus. Besonders nach dem letzten Erfolg war der Jubel riesig: „Wir haben eine Schlacht geliefert.“

Es kribbelt beim FCV

Nun kommt die große Eintracht in die Hauptstadt Liechtensteins, die knapp fünfeinhalb Tausend Einwohner zählt. Klar, dass das Rheinpark-Stadion (7838 Plätze) ausverkauft ist. „Allein auch, weil die Frankfurter gern auswärts fahren“, weiß Selke. „Das ist ein tolles Spiel, es wird ein sehr schöner Abend.“ Die Vorbereitung läuft wie gehabt. Trotzdem ist der kleine FC Vaduz heißer denn je: „Bei jedem Spieler kribbelt es“, erzählt Selke, der es ebenfalls kaum abwarten kann. „Ich freue mich jedes Mal, wenn wir Europa-League spielen. Doch die Eintracht ist das I-Tüpfelchen.“

Beim Heimspiel vor Ort wird seine Familie sein. Gemeinsam mit seiner Frau und drei Kindern wohnt Selke am Bodensee. 70 Kilometer ist der Wohnort von Vaduz entfernt. „Das nehme ich gern in Kauf. Die Fahrerei kenne ich als Fußballer. Durch das Bergland ist es angenehm“, erzählt der frühere Profi-Fußballer des 1. FC Köln und KFC Uerdingen 05. Aus diesen beiden Stationen hat er einige gute Freundschaften mitgenommen. Auf viele Kumpels kann er in Frankfurt zählen: „Die Jungs sind fußballbegeistert, stehen im Vaduzer Block.“

Uelzen-Draht noch heiß

Support aus Uelzen hat sich noch nicht angekündigt, auch wenn der Draht in die alte Heimat noch heiß ist. Immerhin wohnt die Schwiegermutter in der Hansestadt. Mit André Kobus (Trainer FC Oldenstadt) und Torben Tutas (Trainer MTV Römstedt) steht Selke im regelmäßigen Austausch. Und auch wie es beim Ex-Klub SC 09 Uelzen läuft, weiß er: „Dank sozialer Medien kriege ich das mit.“ Oft ist der Ex-Profi nicht in Uelzen; wenn überhaupt, dann ein, zwei Mal jährlich. Aber: „Es ist jedes Mal schön.“

Sein Torwart-Trainer-Job läuft so, wie man es sich vorstellt. „Wie ein ganz normaler Profibetrieb“, so Selke. Tägliches Training und viele Video-Analysen stehen auf dem Programm. Zu den Schlussmännern, die er trainiert, zählt auch Liechtensteins Nationaltorhüter Benjamin Büchel. „Ein guter Junge“, findet Selke. Büchel zeigte in der vorherigen Qualirunde gegen MOL Vidi eine starke Leistung, rettete seine Truppe in die 3. Runde. Nun darf er sich gegen Frankfurt beweisen.

Aber wie stehen eigentlich die Chancen des Hauptstadtklubs aus dem Zwergstaat gegen den DFB-Pokalsieger von 2018? „Vom Papier her ist es klar verteilt. Wir sehen unsere Chance und werden unser Bestes geben“, untermauert Selke.

VON ROUVEN PETER

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