AZ-Archivperle: Acker statt Rasenteppich

Uelzener Fußball wie in der Wüste

Fußballer auf staubigem Platz
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Wie eingenebelt: Der SC Kirch-/Westerweyhe wirbelt in der Bezirksklasse im August ‘75 mächtig Staub auf.
  • Bernd Klingebiel
    vonBernd Klingebiel
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Staubiger Boden und höchstens ein paar Grashalme. So manch ein Fußballplatz im Landkreis Uelzen sah früher wie ein echter Acker aus und war für gegnerische Teams eine Zumutung.

  • Früher war alles besser. Sagt der Volksmund. Die Sportplätze im Fußballkreis Uelzen waren es aber definitiv nicht.
  • Wo sich heutzutage gepflegte Rasenteppiche erstrecken, wuchsen früher höchstens mal ein paar Büschel aus dem staubigen Boden.
  • Die Spritztour durch das AZ-Fotoarchiv zeigt bemerkenswerte Schauplätze.

Uelzen/Landkreis – Der Sportplatz des SC Kirch-/Westerweyhe ist in den 70er- und 80er-Jahren ein wahres Eldorado für Strandfans. Von Tor zu Tor feinkörniger Sand. Für Kicker war das damals ein gewohntes Geläuf und in heutiger Zeit im Kreisfußball so nicht mehr vorstellbar.

Einöde: Der SC Kirch-/Westerweyhe verzichtet auch im Februar 1977 noch vollständig auf Rasen. Den Matsch-Gipfel hätte heute wohl kein Schiedsrichter angepfiffen.

Gelegentliche Trockenheit verschlechterte die Situation am SCK-Beach zusätzlich. Jeder Schritt wirbelte Staubwolken auf, die Fußballer und Zuschauer einnebelten. Regnete es, schlitterten die Beteiligten über den Matsch. Das gehört zum Glück längst der Vergangenheit an: Heute präsentiert sich der A-Platz vor dem Vereinsheim in einem tadellosen Zustand.

Union Bevensens spielte an der Diana-Klinik auf vereinzelten Grasbüscheln

Die Spritztour durch das AZ-Fotoarchiv zeigt noch viele andere bemerkenswerte Schauplätze. Auf Union Bevensens ehemaligem Sportgelände im Schatten der Diana-Klinik ploppten nur vereinzelt Grasbüschel aus dem unebenen Boden – jede Grätsche eine Tortur!

Büschelwiese: Uwe Häntsch scheitert vom Elfmeterpunkt für Union Bevensen gegen den SV Holdenstedt im August ‘79. Der ehemalige BSV-Sportplatz an der Dahlenburger Straße hatte schon was - bloß keine geschlossene Rasenfläche...

Auf dem schon fast in Vergessenheit geratenen alten Sportplatz an der Kantor-Krüger-Straße in Wieren empfing die Verbandsliga-A-Jugend des TuS so prominente Punktspielgegner wie Eintracht Braunschweig und VfL Wolfsburg, die sich nicht nur über die verbeulten Strafräume vor beiden Toren wundern mussten. Sondern auch über ein sichtbares Längsgefälle der Spielfläche in Ost-West-Richtung.

Die Konkurrenz freute sich über TuS Wierens Abstieg

Auf dem alten Sportplatz mit seinen eingebeulten Strafräumen und dem sichtbaren Ost-West-Längsgefälle empfing der TuS Wieren auch Mannschaften wie Eintracht Braunschweig und VfL Wolfsburg zu Punktspielen in der A-Jugend-Verbandsliga.

Die Platzbedingungen sorgten bei den Gegnern für Verdruss. Als die 1. Herren der Wierener 1977 nach einer 2:6-Heimpleite gegen den TuS Wriedel am letzten Spieltag der Saison absteigen musste, schrieb die AZ: „Viele Vereine der 1. Kreisklasse werden mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben, dass es den TuS und nicht den VfL Böddenstedt (2:1-Sieg beim SV Holdenstedt, Anmerkung der Redaktion) erwischt hat. Warum? Einfach deshalb, weil der Wierener Platz für jede Gastmannschaft eine Zumutung darstellt.“ Noch im selben Jahr trugen die Blau-Weißen die ersten Spiele auf der neuen Sportanlage am Bollenser Weg aus. 1981 begannen die Arbeiten für den zweiten Platz, im Jahre darauf war er fertig. Eine Flutlichtanlage wurde installiert.

Schlamm-Catchen: Der spätere Bezirksklassen-Absteiger FC Oldenstadt verliert am 24. Februar ‘85 mit 0:1 gegen den TuS Erbstorf. „Auf dem matsch- und pfützenbedeckten Oldenstädter Platz war an vernünftiges Spielen überhaupt nicht zu denken“, schreibt die AZ.
Ohne Rücksicht auf Verluste: Am 7. Juli 1989 gibt Bundesligist FC St. Pauli (links André Trulsen) in der Vorbereitung seine Visitenkarte beim Sportclub Uelzen ab. Die Hamburger sind Schietwetter ja gewohnt, aber auch Seenplatten auf dem Sportplatz?

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