Co-Trainer bei Daniel Stendel:

Uelzener Ex-Fußballprofi und 96-Ikone Jörg Sievers unterschreibt für zwei Jahre beim AS Nancy

Jubel auf der Trainerbank.
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Bei Heart of Midlothian in der erstklassigen Scottish Premiership hatten Jörg Sievers (hinten Mitte) und Chefcoach Daniel Stendel (vorn) nur wenig Zeit und Grund zum Jubeln, wie hier beim 2:1-Sieg gegen die Glasgow Rangers. Jetzt trainieren sie gemeinsam AS Nancy Lorraine.
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Fußball und Frankreich – für Jörg Sievers ist das weit mehr als das deutsche EM-Duell am Dienstagabend (15. Juni) gegen den amtierenden Weltmeister. Der ehemalige Uelzener tritt einen Tag später einen neuen Trainerjob an. In Frankreich. Beim Zweitligisten AS Nancy Lorraine.

Nancy/Uelzen – Seit Sonntag ist Sievers in der Flussstadt in der Region Grand Est im Nordosten des Landes. „Schön ist es hier“, fasst der unvergessliche Pokalheld von Hannover 96 seine ersten Eindrücke im Gespräch mit az-online.de zusammen.

Dabei hat es ihm nicht nur die Spätbarock- und Jugendstilarchitektur in der Hauptstadt des Départements Meurthe-et-Moselle angetan. „Es ist schön, nach einem Jahr zu Hause endlich wieder loszulegen“, sagt er. Sievers hat einen Zwei-Jahresvertrag unterschrieben. Am Mittwoch, 16. Juni, ist Trainingsauftakt mit dem französischen Team, aus dem einst Salif Sané zu den Roten nach Hannover wechselte und seine Bundesliga-Karriere startete. Wie es in Nancy denn so ist, hat er Sané vorher aber nicht gefragt. „Es gab keinen Kontakt“, lacht Sievers.

Nach einer gefühlten Ewigkeit als Torwart-Idol und Torwartcoach bei 96 hatte er im Frühjahr 2020 bei Heart of Midlothian seine erst zweite Trainerstelle angetreten. Als Assistent von Daniel Stendel, seinem Weggefährten und Vertrauten. Dann kamen Corona, Saisonabbruch, Abstieg aus der Scottish Premiership. Beide waren ihren Job in Edinburgh los. Nun übernimmt das Duo den französischen Zweitligisten, Pokalsieger von 1978, der zuletzt von 2005 bis 2013 im Oberhaus spielte, und ehemaligen Klub von Michel Platini.

Engagement in Frankreich: Jörg Sievers spricht (noch) kein Französisch

Als Stendel bei dem Tabellenneunten der letzten Saison zusagte und Sievers fragte, ob der als Assistent mitkommen wolle, „habe ich keinen Moment gezögert“, sagt der gebürtige Römstedter und frühere Eddelstorfer Juniorenspieler. Fürs Erste wohnt Sievers in einem Hotel, ist auf Wohnungssuche. Natürlich soll es auch regelmäßig die rund 600 Kilometer heimwärts zur Familie im Hannoverschen gehen, vielleicht einmal im Monat.

Jörg Sievers , der neue Co-Trainer bei AS Nancy Lorraine, ist eine Vereinsikone bei Hannover 96.

Sievers hofft auf einen deutschen Sieg heute bei der EM, freundliche „Frotzeleien“ habe es in den Gesprächen mit Nancys Sportdirektor und Präsident bereits genügend gegeben. Aber vermutlich übersteht Sievers auch eine deutsche Pleite, weil er die Lästereien in der Landessprache dann einfach überhören kann. Er spricht (noch) kein Französisch. Stendel auch nicht. Sievers war auch noch nie im Urlaub dort. C’est la vie! Immerhin wohnt seine Schwägerin an der Grenze zu Frankreich, erzählt der 55-Jährige. Er hat französischen Boden zuvor also zumindest mal betreten.

In ein paar Wochen sollen die Sprachprobleme dann behoben sein. Bis dahin läuft die Kommunikation mit den Spielern per Dolmetscher oder auf Englisch.

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