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100-jähriges Vereinsjubiläum: Wierens Fußballer sind Spitzenreiter für die Ewigkeit

Mannschaftsfoto der Fußballer des TuS Wieren.
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Wierens Fußballer sind Spitzenreiter der ewigen Kreisliga-Tabelle. 1990 gewannen sie den Kreispokal nach einem 2:1-Sieg gegen den SV Wellendorf.

Großer Tag für den TuS Wieren: Vor exakt 100 Jahren wurde der Verein am 1. Juni 1921 gegründet. Vor allem die Prinzengarde, Fußballer und Sportabzeichen-Liebhaber setzten die Akzente.

Von Dieter Schoop
Wieren – Großer Tag heute beim TuS Wieren: Vor exakt 100 Jahren wurde der Verein am 1. Juni 1921 in Helbergs Gasthaus gegründet. Die Idee entstand aber in den Köpfen 18- und 19-jähriger Jungen auf den Baumstämmen vor der Mühle im heutigen Mühlenpark. Ihre Sehnsucht nach sportlicher Betätigung war groß. Einige wollten turnen, die meisten jedoch Fußball spielen. Damalige Fotos beweisen, dass von Anfang an auch Frauen aktiv am Sportgeschehen teilnahmen.

Ein Vereinshöhepunkt war die Wanderung mit dem Spielmannszug am Himmelfahrtstag zum 1924 vom TuS erbauten Aussichtsturm auf den „Hohen Berg“.

Fahnenweihe 1927 vor dem Rusthof. Vor dem Vereinslokal war anfänglich der Spiel- und Übungsplatz.

Die Wahl von Lehrer Heinrich König zum 1. Vereinsvorsitzenden 1923 spaltete den Verein, da König die Turner finanziell unterstützte, für die an der Bomker Grenze kickenden Fußballer jedoch nichts übrig hatte. Von 1925 bis 1936 musste es daher in Wieren neben dem TuS den reinen Fußballklub „Sportverein Wieren“ geben. Die Heimspiele trug man auf Ödland oder einer Heidefläche an der Bomker Grenze aus.

Närrisches Treiben begeistert

Die ersten Sportfeste fanden auf „Stoppelfeldern“ statt. Spiel- und Übungsplatz war der Garten des Gasthauses Helberg, danach verlagerte sich das Geschehen vor das Vereinslokal „Rusthof“. Geturnt wurde im Saal mit selbst erstellen Reckstangen oder geflochtenen Turnmatten. Der Saal verwandelt sich heute noch in eine bunt geschmückte „Narrenhalle“ für die dreitägige Maskerade. Seit 1955 hat der TuS mit der Prinzengarde eine „närrische Abteilung“. Er dient auch als Bühne für die Theatergruppe mit ihren Lustspielen.

Die Funken bei der Maskerade: Seit 1955 hat der TuS mit der Prinzengarde eine „närrische Abteilung“.

Tischtennis wurde zeitweise in den Klassenzimmern des heutigen Landjugendheimes gespielt. Legendär und gefürchtet ist der 1949 entstandene Sportplatz an der heutigen „Kantor-Krüger-Straße“. Markante schlanke Pappeln, ein „saftiger Klee- und Löwenzahnrasen“ und ein Spielfeld mit großem Gefälle waren die Markenzeichen. Der Bau des Sommerbades (1960) und der Turnhalle (1965) verbesserten die Situation. Die Turnhalle an der Grundschule (jetzt als Gesundheit- und Sportreff tituliert) wurde 2020 aufwendig saniert. In den 70er und 80er Jahren erfolgte ein weiterer Durchbruch mit zwei Sportplätzen samt leichtathletischen Anlagen. Auf dem kürzlich vom Landkreis aufgegebenen Jugendzeltlagerplatz wurden die inzwischen ramponierten Umkleide- und Sanitäranlagen mitgenutzt.

„Meister“ der ewigen Fußball-Kreisligatabelle

Erfolgreiche Teilnahmen an Landes- und Deutschen Turnfesten in München oder Berlin gehörten zum Vereinsleben. Die historische Vereinsfahne von 1927 war bei den Festumzügen dabei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg rückten die Ballsportarten Fußball und kurzzeitig Feldhandball in den Vordergrund. Selbst eine Fußballdamenmannschaft hatte einen kurzen und heftigen Auftritt.

2006 schaffte es Wierens „Altligamannschaft“ bis zur niedersächsischen Endrunde. Die Herrenfußballer wurden dreimal Kreismeister. Den Aufstiegen in die Bezirksklasse folgten zwei direkte Abstiege. Der inoffizielle Titel „Spitzenreiter der ewigen Kreisligatabelle“ ist dem TuS wegen der Fußallreform von 2018 nicht mehr zu nehmen. Im Kreispokal war der TuS in zwei seiner vier Endspiele erfolgreich. Im Jugendfußball schrieb der Verein über die Kreisgrenzen hinaus Geschichte. Die A-Jugend wurde 1976 Bezirksjugendmeister und spielte bis 1988 in der Oberliga. Der Jugend-Spielbetrieb erfolgt seit einigen Jahren meist in der Spielgemeinschaft Aue. In den zurückliegenden elf Jahren hat sich die FC-St.-Pauli-Rabauken-Fußballschule in Wieren etabliert. Ein Förderkreis bemüht sich um die finanzielle Unterstützung aller Teams.

Sportabzeichen-Verleihung 2015: Dieses Breitensport-Angebot hat eine lange Tradition. Beim Kreiswettbewerb liegen die Wierener seit Jahren immer ganz vorn.

Sportabzeichen steht hoch im Kurs

Auch das Sportabzeichen hat in Wieren eine lange Tradition. 1959 sind vier Männer verzeichnet. 2014 war das Rekordjahr mit 331 Abnahmen. Beim Kreiswettbewerb liegen die Wierener seit Jahren immer ganz vorn. Neben Fußball gehören Turnen, Tanzen, Leichtathletik und Gymnastik ständig zum Sportangebot. Schwimmen, Walking, Radfahren, Volleyball und Triathlon kommen hinzu. Tischtennisspieler waren mehrfach erfolgreich, selbst Basketball wurde angeboten.

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