AZ-Serie Aufmarsch der Hundertjährigen

Ein Samtgemeinde-Vereinsriese: Der TSV Wrestedt/Stederdorf als sportliches Aushängeschild

Dutzende junge und ältere Fußballer stehen auf Stufen beim gemeinsamen Mannschaftsfoto.
+
Jung und Alt auf einem gemeinsamen Foto: Die Fußballsparte demonstriert im Jahr 2019 Geschlossenheit.
  • Arek Marud
    vonArek Marud
    schließen

Aus zwei mach eins: 1946 fusionieren der TV Wrestedt und SV Stederdorf zum TSV Wrestedt/Stederdorf. 1995 hat der Verein fast 1000 Mitglieder. Eine Chronologie im Rahmen der AZ-Serie Aufmarsch der Hundertjährigen.

1920 Der Sportverein Stederdorf (Fußballverein) entsteht durch die Initiative von Pastor Herbort und dessen Söhnen.

1921 Auch der Turnverein Wrestedt wird am 9. Juli im Gasthaus Lichte gegründet.

1923 Fahnenweihe auf dem Gelände von Bauer Behn am Stadenser Weg, das als Sportplatz dient. Vom MTV Lüneburg erwirbt der Verein eine alte Fahne und lässt sie auf den Namen Wrestedt umsticken. Am 16. September feiert der SV Stederdorf sein Stiftungsfest am Bollenser Weg.

1934 werden die beiden Vereine durch die Nationalsozialisten aufgelöst.

1939 Mit dem Bau der Volksschule entsteht der Schulsportplatz zwischen den beiden Ortsteilen.

1946 Sportbegeisterte tun sich zusammen. Als Zeichen des Neubeginns knüpfen sie an die Zeit vor 1934 an und verbinden die früheren Vereine TV Wrestedt und SV Stederdorf. Bei der Vereins-Neugründung am 25. August entsteht der Turn- und Sportverein Wrestedt-Stederdorf (Sparten Fußball, Handball, Geräteturnen).

1948 Gründung der Tischtennissparte. Die Heimspiele finden bei Drießelmann oder Lichte im Saal statt.

1950 Anfänge des Jugendfußballs. Gebolzt wird auf der Straße. Das Training findet bei Zahrtes in der Katerburg statt. Der Verein besitzt nur drei Fußbälle, die von Sattler Morgenstern repariert werden.

1956 Die 1. Fußball-Herrenmannschaft steigt in die Bezirksklasse A auf.

Hallenhandball-Meister 1968/69 (von links): M. Höft, K. Fricke, H. Bielesch, H. Böttcher, W. Damerau, I. Kremling, H. Luhn, B. Heitsch (vorne).

1963 Die neue Turnhalle wird eingeweiht.

1970 Der Verein weiht seine Großsportanlage ein. Sie besteht aus einer 400-Meter-Rubcorbahn – es ist die erste Kunststoffbahn im Kreis Uelzen. Es gibt Anlagen für leichtathletische Disziplinen, eine Stehtribüne, einen Rasenplatz, ein Kleinfeld für Faust-, Hand- und Volleyball, eine Hochleistungs-Flutlichtanlage und ein Umkleidegebäude mit Jugendraum.

1975 Die Erweiterung des B-Platzes wird in Eigenregie in 400 Arbeits- und 40 Treckerstunden errichtet.

Eines der Aushängeschilder des TSV Wrestedt/Stederdorf: 1998 feiern die Faustballer ihren 40. Geburtstag.

1982 Bei der 60. Generalversammlung präsentiert der Verein sein stolzes Zahlenwerk: Der TSV verfügt über mehr als 900 Mitgliedern. Die Fußballer ragen mit mehr als zehn Mannschaften heraus. Dazu gibt es Handball, Faustball, Volleyball, Leichtathletik, Sportabzeichen, Laienspielgruppe, Tischtennis, Gymnastik, Jazzgymnastik und Kinderturnen.

1985 Das Laienspiel „Familie Hannemann“ begeistert circa 1600 Zuschauer. Anlässlich des 40. Geburtstages der Tischtennissparte in der Pestalozzihalle in Uelzen ist der Deutsche Meister ATSV Saarbrücken zu Gast.

1987 Die Fußballer werden zum zweiten Mal nach 1980 Kreispokalsieger. Die Faustballer begrüßen bei ihrem Geburtstagsturnier die deutsche Faustball-Nationalmannschaft. 1998 sind sogar 50 Teams aus fünf Bundesländern dabei.

1991 Am 19. Januar löst Hans Werner Becker den 79-jährigen Hugo Priebe nach 22 Jahren als 1. Vorsitzender ab. Priebe wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im selben Jahr wird die Großsporthalle mit einem Festakt eingeweiht. Über drei Millionen Mark wurden dafür investiert.

Der TSV feiert 1995 sein 75-jähriges Vereinsbestehen. Die Männer vom Alt-Herren-Sport mit ihrem Übungsleiter Wilhelm Forke begeistern das Publikum.

1995 Mit nahezu 1000 Mitgliedern ist der Verein beim 75. Vereinsjubiläum der größte der Samtgemeinde (neun Sparten mit 40 aktiven Sportgruppen).

2002 Die Faustball-Frauen steigen in die 1. Bundesliga auf und halten sich dort zwei Jahre.

2010 Anlässlich des 90. Geburtstages der Fußballsparte findet das Kreispokalfinale mit 806 Zuschauern in Wrestedt statt (SV Stadensen - SC 09 Uelzen 6:5 n. E.).

2014 Zum fünften Mal in Folge belegt der TSV beim Sportabzeichenwettbewerb der Uelzener Vereine mit 500 bis 1000 Mitgliedern den 1. Platz.

2016 Jochen Ebert übergibt nach 52 (!) Jahren das Amt des Sportabzeichen-Obmanns an Friedrich-Wilhelm Schulz.

2019 Tischtennis-Nachwuchsass Vincent Senkbeil gewinnt zweimal Silber bei der Schüler-Europameisterschaft in Ostrava. Dafür wird aber das beliebte Tischtennis-4er-Turnier nach 25 Auflagen eingestellt. Cheforganisator Olaf Mathes hört auf. 2010 waren 110 Teams dabei.

2020 Peter Ramünke wird nach 22-jähriger Vorstandsarbeit verabschiedet, bleibt dem Gesamtvorstand aber als Ehrenvorsitzender erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare