Teutonia verschießt kurz vor Spielende Strafstoß und verliert im Topspiel gegen Hagen/Uthlede

Trowitzsch im Elfmeterpech

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Klares Handspiel an der Strafraumgrenze von Hagens Christoph Müller gegen Tom Wilhelms – doch Schiedsrichter Hassan Harb (Zeven) gab weder Straf- noch Freistoß.

Uelzen. 120 Sekunden vor dem Schlusspfiff scheint die unnachgiebige Jagd nach dem Ausgleichstreffer zum 2:2 endlich Erfolg zu haben.

Nach einem Zweikampf geraten der spätere Unglücksschütze Gregor Trowitzsch und Mirko Franke (rechts) aneinander, wobei sich der Hagener am Rande einer Tätlichkeit bewegt. Schiedsrichter Harb aber beließ es bei Ermahnungen für beide Spieler.

Nach einem Foul an Mittelstürmer Philipp Hatt legt sich Teutonia Uelzens Gregor Trowitzsch den Ball auf dem Strafstoßpunkt zurecht, läuft an – und scheitert an Schlussmann Nico Eden. Auch Trowitzschs Kopfball im Nachsetzen verfehlt den Kasten (88.).

1:2 gegen den FC Hagen/Uthlede. Eine bittere Niederlage für Fußball-Landesligist Teutonia Uelzen gestern Nachmittag vor 153 zahlenden Zuschauern im Topspiel gegen den Meisterschaftsfavoriten Nummer 1, die sich die Platzherren wegen ihrer schlechten Chancenverwertung selbst zuschreiben müssen. Trainer Benjamin Zasendorf: „Wir können damit leben, dass wir verlieren. Aber das war heute einfach nicht verdient.“ Nun muss Teutonia befürchten, den Sprung in die Spitzengruppe zu verpassen. Denn am kommenden Sonntag geht es zum souveränen Spitzenreiter TSV Etelsen.

Die Gäste aus dem Landkreis Cuxhaven präsentierten sich mit der erwartet starken Spielanlage. Sie kontrollierten den Ball und setzten die Uelzener früh unter Druck. Die befreiten sich zumeist mit langen Bällen auf die schnellen Spitzen Philipp Hatt und Tom Wilhelms, der mit seiner Spritzigkeit immer wieder für Alarm der Hagener Defensive sorgte.

In der 9. Minute forderten die Uelzener nach einem Gedrücke im Laufduell zwischen Wilhelms und Hagens Nils Göcke noch zu Unrecht Strafstoß. Kurz vor dem Pausenpfiff protestierten sie dann zu Recht, aber ebenfalls vergeblich. Wilhelms legte den Ball halbhoch an Christoph Müller vorbei, dem die Kugel an den ausgestreckten Arm prallte. Fraglich nur, ob es auf oder kurz vor der Strafraumlinie passierte, Schiedsrichter Hassan Harb aber pfiff überhaupt nicht und ließ weiterspielen.

So blieb es beim Uelzener 1:2-Pausenrückstand, der nicht hätte sein müssen. Wilhelms glückte 60 Sekunden nach der Hagener Führung postwendend der Ausgleich. Torwart Eden hatte den Ball per Kopf zu Dennis Maulhardt geklärt. Dessen Schuss wehrte der Schlussmann per Fuß noch ab, den Abpraller aber versenkte Wilhelms flach aus 16 Metern im verwaisten Tor. Wenig später setzte sich Andre Stüssel gegen Teutonias Eugen Krasnikov durch und ließ dem herausstürzenden Kevin Venancio im Uelzener Kasten keine Chance – 1:2.

Spektakulärer Schussversuch per Seitfallzieher von Dennis Maulhardt (gegen Axel France), der sein Ziel aber verfehlt.

Nach dem Seitenwechsel vollbrachten die Platzherren bei der sengenden Hitze mit enormer Physis einen wahren Kraftakt. Sie schnürten Hagen phasenweise ein, stellten mit der Zeit zu Gunsten eines weiteren Angreifers auf Dreierkette um – und vergaben doch auch klarste Ausgleichschancen. Pech hatten sie, dass der von Wilhelms getretene Ball von der Torlinie gekratzt wurde (60.). Auch der eingewechselte Daniel Maaß verpasste den Ausgleichstreffer knapp. Nach seiner Fersenprellung hatte er sein Okay für einen Einsatz gegeben, doch die Verletzung brach bei der ersten Aktion wieder auf. Zasendorf: „Ich befürchte, er wird uns jetzt länger fehlen.“

Nach dem verschossenen Strafstoß in der Schlussphase gab es keine Vorwürfe an Trowitzsch. Zasendorf: „Wir hatten so viele andere Chancen, die muss nur mal einer reinmachen.“ Immerhin gewann der Trainer der unglücklichen Niederlage auch etwas Positives ab: „Hagen ist so ziemlich das Beste in der Liga, und wir können mithalten. Unter diesen Bedingungen war das vor allem in der zweiten Halbzeit eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft. Wir sind auf einem richtig guten Weg.“

Von Bernd Klingebiel

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