Nur mit einem Sieg beim Rivalen kann Teutonia Uelzen den Landesliga-Abstieg noch verhindern

Es trifft einen oder beide

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Teutonia muss gegen Ottersberg (links Lars Hamelmann beim 2:2 im Hinspiel) mindestens einen Treffer erzielen und das Spiel gewinnen, um den Abstieg zu verhindern. Viele Hoffnungen ruhen auf Torjäger Philipp Hatt (rechts), der in dieser Saison bereits 20 Mal getroffen hat.

Uelzen/Ottersberg. Superlative für dieses eine Fußballspiel lassen sich viele finden.

Es lässt sich aber auch auf eine simple Tatsache reduzieren: Teutonia Uelzen muss am heutigen Sonnabend ihr Auswärtsspiel beim TSV Ottersberg gewinnen, sonst steigt die Mannschaft aus der Landesliga ab. Anpfiff zum ultimativen Kick ist um 16 Uhr im Wümme-Stadion.

Sollten die im Spitzenfußball der Region eigentlich fest verankerten Blau-Gelben den Klassenerhalt verfehlen, wäre das mehr als ein Betriebsunfall. „Das ist ein für die Vereinsgeschichte wichtiges Spiel“, sagt Trainer Frank Heine, ein „Spiel des Charakters“. Natürlich noch viel bedeutender als das Bezirkspokalfinale vor gut drei Wochen, das überraschend gegen Bezirksligist Schneverdingen verloren ging. Heine: „Die Stimmung ist sehr angespannt. Nicht vergleichbar mit der vor dem Pokalfinale.“ Anrufe, Mitteilungen – auf Heines Smartphone dreht sich dieser Tage fast alles nur noch um den Abstiegskrimi.

Zumindest mental geht der Bonuspunkt vor dem Anstoß aber an die Ottersberger. Heine weiß um die Gefahr: „Ottersberg reitet auf einer absoluten Euphoriewelle.“ Die Leistungen seiner Elf hingegen waren zuletzt mehrheitlich mau. Der TSV hat sich mit vier Siegen in Folge vom fast sicheren Absteiger in eine Situation geschossen, in der er den Klassenerhalt plötzlich wieder in eigenen Händen hält. Nach der 1:4-Heimpleite gegen Emmendorf vor erst drei Wochen hatte das niemand mehr für möglich gehalten. Selbst ein Remis gegen Teutonia könnte jetzt reichen, falls Etelsen und Westercelle zeitgleich nicht gewinnen. Bei einer Niederlage ist der TSV aber definitiv weg vom Fenster. Teutonias Coach beobachtete den heutigen Gegner am Pfingstmontag bei dessen 1:0-Sieg gegen Meckelfeld: „Ohne Angst machen zu wollen: Der TSV hat mir imponiert! Lauffreude, Spielwitz, Stimmung von den Fans – alles drin!“ Heine: „Wir müssen richtig Dampf machen und benötigen kühlen Kopf, um das durchstehen zu können. Und elf Männer auf dem Platz.“ Wer meine, nach fünf Minuten oder schon beim Warmmachen „auf Sparflamme zu gehen“, lernt Heine dann wohl mal von einer ganz anderen Seite kennen: „Wir werden sofort reagieren“, setzt er auf ein nötigenfalls rigoroses Vorgehen. Bis auf Nicolai Bäsler sind alle Spieler einsatzfähig.

Von Bernd Klingebiel

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