Sportlerwahl: Trainingseifer zahlt sich aus für Bogenteam und G-Judoka

Traumziel und Lebenstraum

+
Nach zwei Jahrzehnten stand mit der SK Kirch-/Westerweyhe erstmals wieder eine Uelzener Mannschaft mit dem Olympischen Bogen bei einer Landesmeisterschaft auf dem Siegertreppchen (Mitte von links: Tom Skupin, Felix Albrecht, Thomas Delekat).

Uelzen/Landkreis. Es war bereits zwei Jahrzehnte her, dass letztmals eine Uelzener Mannschaft mit dem Olympischen Bogen bei Landesmeisterschaften auf dem Treppchen stand.

In diesem Jahr fand die lange Durststrecke ein Ende: Das Team der SK Kirch-/Westerweyhe mit Tom Skupin, Thomas Delekat und Felix Albrecht gewann die Bronzemedaille – und ist damit ein geeigneter Kandidat für die Wahl zur Mannschaft des Jahres bei „Mensch 2017“, der gemeinsamen Aktion von AZ und Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg.

„Die Gruppe der Bogenschützen hat sich in den letzten Jahren gefunden. Durch intensives Training hat sich eine leistungsfähige Mannschaft entwickelt“, erklärt AZ-Leser Rolf Tischer. Vor allem der kameradschaftliche Umgang und das Aufeinander achten beim gemeinsamen Training sorgten dafür, dass die SK-Schützen außer guten Einzelergebnissen auch den dritten Platz bei den Landesmeisterschaften 2017 erreichten. Tischer: „Durch das sehr unbeständige Wetter konnten sich die Schützen auch nicht regelmäßig vorbereiten und mussten sich immer wieder kurzfristig je nach Wetterlage zum Trainieren treffen. Gerade beim Bogenschießen ist es für ein gutes Ergebnis nötig, oft und regelmäßig zu trainieren.“ Umso bemerkenswerter seien die Erfolge, weil die Schützenkameradschaft Kirch-/Westerweyhe keinen professionellen Trainer zur Verfügung stellen könne, wie die Konkurrenzteams aus den Großräumen Wolfsburg, Hannover und Bremen. Tischer: „Um in dieser Lage gute Ergebnisse erzielen zu können, ist ein hohes Maß an Selbstdisziplin nötig, die hier mit dem dritten Platz belohnt wurde.“

Lebenstraum erfüllt: G-Judoka Detlef Scholz errang den Schwarzen Gurt.

Er trainierte und schuftete fast täglich für seinen großen Lebenstraum: G-Judoka Detlef Scholz vom JC Riestedt hat 2017 sein Ziel erreicht und den Schwarzen Gürtel errungen. Trainer Dieter Warnecke nominierte ihn für die Wahl zum Sportler des Jahres. Scholz ist neben Warnecke (III. Dan) der zweite Judo-Dan-Träger im Club. „Für Detlef geht ein Traum seines langen Judo-Lebens in Erfüllung“, ist Warnecke gerührt. Bundesweit war diese G-Judo-Dan-Prüfung eine Premiere.

Im Sommer 2016 begannen die intensiven Vorbereitungen. Am Tag der Prüfung war unter den 140 Lehrgangs-Teilnehmern auch NJV-Präsident Egbert von Horn mit dabei.

Scholz begann seine erfolgreiche Karriere 1985. Damals gab es in Niedersachsen nur wenige Vereine, die Sportlern mit einer Behinderung Judo anboten. Er bestand 1997 niedersachsenweit als erster G-Judoka die Prüfung zum 1. Kyu (brauner Gürtel). Erst im Frühjahr 2016 entschloss sich der Deutsche Judobund (DJB) mit einer angepassten Prüfungsordnung, den Dan für die G-Judoka freizugeben, dessen vollwertige Graduierung den „normalen“ 1. Dan-Trägern gleichgestellt ist.

Warnecke: „Detlef Scholz ist der Kristallisationspunkt für die Gruppe mit den G-Judoka in Uelzen. Viele Erfolge beim Landesturnier zeichnen ihn aus, auch seine ständige Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, so weit er das kann als geistig behindert. Mir ist er eine gute Stütze als Assistent beim G-Judo, denn er ist ein guter Techniker und hilft gern anderen Judoka beim Training.“

Haben Sie auch einen Kandidaten (Einzelsport/Mannschaft) für die AZ-Sportlerwahl? Bis zum Donnerstag, 28. Dezember, können Sie uns Ihre Vorschläge schicken:

Per E-Mail:
mensch2017@cbeckers.de

Per Post:
Allgemeine Zeitung
„Mensch 2017/Sport“
Gr. Liederner Straße 45
29 525 Uelzen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare