Traumeinstand bei Fünf-Sterne-Prüfung / Olympia-Ticket knapp verpasst

2. Platz: Weltklasse-Leistung von Vielseitigkeitsreiter Christoph Wahler in Luhmühlen

Ein Reiter springt mit seinem Pferd über einen Wassergraben.
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Traum-Premiere: Bei der ersten Fünf-Sterne-Prüfung seiner Karriere belegte Christoph Wahler mit Carjatan S den 2. Platz in Luhmühlen.
  • Arek Marud
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Phänomenale Premiere für Christoph Wahler. Der Vielseitigkeitsreiter aus Bad Bevensen hat in Luhmühlen bei der ersten Fünf-Sterne-Prüfung seiner Laufbahn den zweiten Platz belegt. Für Olympia reichte es trotzdem nicht.

Luhmühlen - Traumeinstand und Frust lagen eng beisammen. Christoph Wahler trumpft bei seiner Premiere in der Fünf-Sterne-Prüfung in Luhmühlen groß auf. Für Olympia reicht es trotzdem nicht aus. 

Er wollte unter die Top 5, am Ende hätte Christoph Wahler beinahe die Sensation geschafft. Bei der ersten Fünf-Sterne-Prüfung seines Lebens belegte der Vielseitigkeitsreiter aus Bad Bevensen den zweiten Platz und schrammte haarscharf am Sieg vorbei. „Das ist der Wahnsinn“, schwärmte der Shootingstar von seiner Bilderbuch-Premiere.

Nach einem sensationellen und fehlerfreien Geländeauftritt am Sonnabend verbesserte sich Wahler nach der zweiten von drei Teilprüfungen auf Platz zwei und wurde gestern nach ebenfalls fehlerfreiem Springen Zweiter (32,1 Punkte) hinter der Britin Mollie Summerland mit Charly van ter Heiden (30,2). „Der Sieg war zum Greifen nah“, sagte der Betriebsleiter des Klosterhofes Medingen. Nur zum Auftakt am Freitag lief es nicht rund in der Dressur mit Platz sieben. „Das war bisschen ärgerlich“, meinte der 27-Jährige und lobte gegenüber der AZ sein Pferd Carjatan S. „Er hat richtig abgeliefert.“ Komplimente gab es auch im NDR-Fernsehen. „Ich weiß, dass er jetzt ein Fünf-Sterne-Pferd ist. Wie das Pferd das hier gemacht hat, war unglaublich.“

Das ganz große Happy Ende blieb aber aus. Nach der deutschen Meisterschaft am Sonntagnachmittag zählte Wahler als Nummer fünf nicht zu den vier für Olympia nominierten Pferde-Reiter-Paaren. „Eine gewisse Enttäuschung ist da. Aber wir haben so tolle Pferde-Reiter-Kombinationen in Deutschland. Unter den Top 6 würde jeder jede Entscheidung akzeptieren. Das tue ich auch zu 100 Prozent“, zeigte sich Wahler versöhnlich.

Aufmunternde Worte gab es im NDR vom Bundestrainer Hans Melzer, der ihm im Hinblick auf Olympia zu der Teilnahme an der Fünf-Sterne-Prüfung geraten hatte. „Er hat alles richtig gemacht und eine tolle Leistung gebracht. Ich bin froh, dass wir so junge Reiter haben, die auf dem Niveau schon so mitreiten können.“ Zwar waren aufgrund von Corona zahlreiche Topstarter aus Großbritannien nicht am Start. Doch Wahlers Punktzahl hätte auch in Turnier-Bestbesetzung zu einem der vorderen Plätze gereicht. „Das war ein Weltklasseergebnis“, erklärte Melzer.

Das Rennen um die Olympia-Tickets war bis zum Schluss offen. Wahler hatte vor der Schlussrunde der an gleicher Stelle stattfindenden deutschen Meisterschaften in Luhmühlen vorgelegt. „Er hat eine Duftmarke gesetzt und die anderen unter Druck gesetzt“, staunte Melzer, der Wahler am Sonntag nach dem Championat dennoch nicht für die Olympischen Spiele in Tokio nominierte. Der Bundestrainer entschied sich für den neuen deutschen Meister Michael Jung aus Horb mit seinen Pferden Chipmunk und Wild Wave, Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Viamant du Matz und Let’s Dance sowie Julia Krajewski aus Warendorf mit Amande de B’Néville. Als Reserve wurden Andreas Dibowski (Döhle) und Corrida benannt.

Wahler verpasste als die Nummer fünf auf Melzers Liste die sogenannte Shortlist.  „Man muss das Fünf-Sterne-Ergebnis und die Nominierung losgelöst voneinander betrachten“, wollte sich Wahler die Freude nicht ganz nehmen lassen.

Ganz ausgeträumt ist der Olympia-Traum nicht. Am 10. Juli beginnt in Warendorf die vorbereitende Quarantäne. Dort werden, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, neben Wahler auch Anna Siemer (Salzhausen) mit Avondale, Sophie Leube (Hamm) mit Jadore Moi und Dirk Schrade (Heidmühle) mit Casino einziehen.

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