Trainer-Lob an disziplinierte Fans: „Es gab null Diskussionen“

Der Ball kommt ins Rollen: Lehmkes Matti Kunstmann (rechts) kann Sperbers Spielertrainer Alischer Muradow nicht am Abschluss hindern. Und die Corona-Auflagen hindern die Fans nicht daran, Fußball trotz vieler Auflagen zu gucken.
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Der Ball kommt ins Rollen: Lehmkes Matti Kunstmann (rechts) kann Sperbers Spielertrainer Alischer Muradow nicht am Abschluss hindern. Und die Corona-Auflagen hindern die Fans nicht daran, Fußball trotz vieler Auflagen zu gucken.

Uelzen/Landkreis – Das Interesse am Uelzener Fußball hat trotz Corona-Auflagen und unsicherer Zeiten nicht nachgelassen. Im Gegenteil, wie Besucherzahlen bei vier Testspielen zeigten.

Lust statt Frust: Zwei Testspiele waren mit 50 Fans ausverkauft. Bei zwei weiteren mussten Sitzplätze her, um das erlaubte Kontingent zu erhöhen.

Sowohl bei Sperber Veerßen als auch bei der SVG Oetzen/Stöcken wurde in den Tests gegen Lehmke und Vastorf der Einlass gestoppt, weil die erlaubte Zahl von 50 stehenden Besuchern pro Spiel erreicht war. „Damit habe ich nicht gerechnet“, wunderte sich Sascha Hartig aus dem SVG-Trainerteam über das Interesse. Ordner zählten jede Person auf dem Sportplatz und machten sogar bei 45 sicherheitshalber Schluss. Der Rest der Interessierten verfolgte die 1:4-Niederlage der SVG von der Straße aus. „Wir hatten ja drauf hingewiesen, dass nicht mehr als 50 Leute das Sportgelände betreten dürfen. Die abgestellten Ordner haben jeden Zuschauer gezählt und einen Bombenjob gemacht“, sagte Hartig, der staunend zur Kenntnis nahm, dass selbst Vastorfer Besucher dabei waren. „Das hat mit der langen Pause zu tun. Die Fans haben Bock und sind gierig auf Fußball.“

Strenge Auflagen auch in Veerßen, wo die Partie gegen den TSV Lehmke (1:1) ebenfalls mit 50 Personen „ausverkauft“ war. Am provisorischen Kassenhäuschen lagen 50 abgezählte Karten. Der Kassenwart musste Ende der ersten Halbzeit einigen Zuschauern den Eintritt verwehren. Die Nebeneingänge wurden gesperrt und von Ordnern überwacht. Es gab getrennte Ein- und Ausgänge.

Bei der Partie Ostedt - Stadensen war angesichts von 120 Besuchern vielleicht sogar mehr los als in Veerßen und Oetzen zusammen.

Bei mehr als 50 Fans schreiben Corona-Vorgaben Sitzplätze vor. Die Fans hielten sich vorbildlich an die Auflagen, brachten eigene Klapp- und Campingstühle mit. Ostedts Trainer Olaf Bode war begeistert. „Ganz, ganz großes Lob an die Zuschauer. Selbst, wenn es der eine oder andere als überzogen sehen mag. Es gab null Diskussionen. Alle haben gesessen. Und die Abstandsregeln wurden eingehalten.“

Sehnsucht nach Fußball

Die Ostedter überlegten im Vorfeld, unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu spielen. Sie lösten ihr Sitzplatzproblem und baten über WhatsApp Gästefans darum, eigene Sitzmöglichkeiten mitzubringen. „Das hat hervorragend geklappt und mir persönlich gezeigt, dass die Fans Lust auf Fußball haben“, erklärte der stolze Bode. Auch Stadensens Co-Trainer Jonas Hilmer war zufrieden. „Als Spieler freut man sich, dass die Fans trotz Auflagen kommen. Ein Indiz dafür, dass sie den Fußball vermisst haben.“

Viertes Testspiel des Wochenendes war die Partie TSV Wrestedt/Stederdorf gegen Union Bevensen (0:2) vor 90 Zuschauern. Die Gastgeber hatten Sitzkissen an die Anhänger verteilt. Auch hier funktionierte alles reibungslos. 70 Anwesende benutzten die Unterlage auf der Tribüne. „Alles hat wunderbar geklappt. Alle haben Abstände eingehalten“, sagte ein entspannter TSV-Trainer Peter Kramer. Nach Spielende gingen die Sitzkissen an den Verein wieder zurück. VON AREK MARUD

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