Teutonias Mario Drewes verabschiedet sich von der Fußballbühne

Tränen im Knopfloch

Träne im Auge? Trainer Ralf Sievers muss morgen seinen Assistenten Mario Drewes (links) ziehen lassen. Foto: B. Klingebiel

Uelzen. Bei Teutonia Uelzen ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Der Fußball-Landesligist bestreitet am morgigen Sonnabend nicht nur ein vorgezogenes und damit sein letztes Punktspiel dieser Saison gegen den FC Rot-Weiß Wesermünde.

Sondern er muss auch mindestens einen Leistungsträger, nämlich Nicolai Bäsler, und den langjährigen Co- und Torwarttrainer Mario Drewes ziehen lassen. Blumen und wohl auch ein paar versteckte Tränen sind garantiert im Sportpark.

Ob sich neben Bäsler auch noch Dirk Funk am Blumenstand anstellen wird, gilt zwar allgemein als spruchreif, hundertprozentig sei die sportliche Zukunft des Mittelstürmers und designierten Torschützenkönigs der Liga aber nicht, sagt Trainer Ralf Sievers. Funk studiert in Köln und will sich dort einem neuen Verein anschließen – noch ist kein Vollzug gemeldet.

Mario Drewes hingegen hat sich nach einem Leben in Blau-Gelb künftig für mehr Privates entschieden. Der 48-jährige ist seit 1971 für Teutonia aktiv, durchlief alle Jugendmannschaften des Vereins, feierte als Torwart drei Bezirkspokal-Triumphe und stieg als Spieler sowie als Co-Trainer je einmal ins niedersächsische Oberhaus auf. Ehrenpräsident Gerhard Kuhring: „Ohne Mario wäre der Verein nicht da, wo er jetzt steht. Von der Sorte gibt es kaum noch welche. Und seine sportliche Leistung ist unerreicht.“

Auch Sievers lobt seinen scheidenden Assistenten: „Es gibt keinen besseren Torwarttrainer. Mario war auch bei der Aufstellung immer ein guter Berater und hat seine Meinung offen gesagt.“ Ein Nachfolger auf dem Co-Trainerposten steht noch nicht fest.

Drewes selbst wird aus dienstlichen Gründen erst im Laufe der morgigen Partie zum Team stoßen. Kuhring selbst ist privat unabkömmlich („Das bedauere ich sehr!“) und Vorsitzender Lutz Börngen weilt dienstlich in den USA. Seine Stellvertreterin Gudrun Hartmann wird die Verabschiedung übernehmen.

Ein Wiedersehen im Uelzener Fußball gibt es hingegen mit dem Wesermünder Trainer Olaf Eggert. Den früheren Torwart des VfL Bochum II und von Phoenix Lübeck hatte es aus beruflichen Gründen in den Landkreis Uelzen verschlagen, wo er sich zunächst dem MTV Gerdau anschloss und in der Saison 2007/08 für den TSV Wriedel spielte. Mit seiner Frau ließ er sich vor vier Jahren dann in Frelsdorf nieder und übernahm im Winter den Trainerjob von von Sascha Klein beim damals bereits abgeschlagenen FC RW Wesermünde.

Den Abstieg konnte der Ex-Uelzener zwar auch nicht verhindern, doch dafür gelang dem Team am letzten Wochenende mit dem 2:1-Heimsieg über RW Cuxhaven ein Prestige-Coup, der den Kreisrivalen mit in die Bezirksliga riss. Einige Leistungsträger waren da schon für den Abstiegskampf der FC-Rreserve in der Kreisliga freigespielt, sie werden auch morgen in Uelzen fehlen.

So erwartet Sievers ein Spiel, in dem es wohl nur um die Höhe des Sieges gehen dürfte und das in etwa die gleichen Voraussetzungen erfüllt wie die letzte Heimpartie gegen Absteiger MTV Moisburg. Die gewann Teutonia mit einem Rekord-9:0, nachdem die Blau-Gelben kurz zuvor mit dem FC Hambergen einen weiteren Absteiger bereits mit 8:1 aus dem Sportpark gefegt hatten.

Wer für die Uelzener im letzten Saisonspiel auflaufen wird, hat Sievers noch weitgehend offen gelassen. Er will allerdings Lucas Heitsch „noch mal 90 Minuten lang sehen“.

Von Bernd Klingebiel

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