Eintrag in die Geschichtsbücher: SV Emmendorf feiert dritte Bezirksliga-Meisterschaft in Folge

Titel-Hattrick: „Mia san Emme!“

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Vereinshistorischer Erfolg: Der SV Emmendorf feiert zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft in der Bezirksliga.

Suderburg/Emmendorf. Mit herzlichen Grüßen vom FC Bayern: „Mia san Emme!“ steht hinten auf den knallroten T-Shirts, die sich Emmendorfs Spieler unmittelbar nach dem Schlusspfiff überziehen.

Mit dem Selbstverständnis des deutschen Rekordmeisters haben sich die Grün-Schwarzen am Samstagabend nach einem 2:0 (0:0)-Sieg im Derby beim gastgebenden VfL Suderburg zum dritten Mal in Folge den Titel in der Fußball-Bezirksliga geschnappt. Ein vereinshistorischer Triumph!.

Meister werden durfte der SVE zwar erneut, aufsteigen aber auch diesmal nicht. Es fehlt ein entsprechendes Jugendteam im Verein. Umso beeindruckender ist der Titel-Hattrick: „72 Punkte – die Mannschaft hat sich die Meisterschaft wirklich verdient“, jubelt Trainer Achim Otte, der das Team gemeinsam mit Till Marks auf Erfolgskurs hält. „So etwas wie eine dritte Meisterschaft in Folge kann man nicht planen. Wir wollten schönen Fußball spielen. Die Jungs haben eine gute Serie gespielt“, erklärte Otte.

Diesmal war es nämlich knapp. Sehr knapp. „Wir haben Emmendorf alles abverlangt“, lobte Suderburgs Trainer Michael Leue die Leistung seines Teams, das im Meisterschaftsfinale ein Zünglein an der Waage war. Zur Halbzeit durfte sich denn auch Verfolger TuS Bodenteich als Meister fühlen. Er führte in Wendisch Evern und Emmendorf in Suderburg nicht.

Erst nach 57 Minuten brach André Lankau den Bann. Nach einem Pass des starken Francesco Sabatino schoss er die Gäste in Führung. Die war in diesem Moment längst hochverdient. Daniel Meyers eleganter Heber über den guten VfL-Schlussmann Malte Leskien brachte nach 64 Minuten die Vorentscheidung –- 2:0!

Der Druck, diesmal nicht vorzeitig als Meister aufzulaufen, war Emmendorf zunächst deutlich anzumerken gewesen. Zudem fehlte Kapitän Benjamin Silbermann, der mit diversen Gesichtsverletzungen geschont werden muss. „Eine besondere Situation. Wir haben in den ersten 25 Minuten gemeinsam als Mannschaft Probleme gehabt“, erkannte Otte.

Der VfL erarbeitete sich in dieser Phase gute bis sehr gute Torgelegenheiten. Dennis Ohneseit stand dabei im Mittelpunkt. Seinen strammen Flachschuss ins kurze Eck entschärfte SVE-Torwart David Meyer zur Ecke (4.), und wenig später scheiterte der Emmendorfer frei auf halbrechts an dem Schlussmann. „Wir haben vergessen, die Tore zu machen“, ärgerte sich Leue in seinem letzten Spiel als Suderburger Cheftrainer. Jaroslav Detko ist der neue Mann.

Mehr und mehr löste sich Emmendorf aus der Verkrampfung. In der Endphase der Halbzeit gab es Chancen fast im Sekundentakt, zumeist für Lankau. „Ein gerechtes Unentschieden zur Pause“, analysierte Leue. Das Zwischenfazit war aber nach nur wenigen Minuten im zweiten Durchgang schon überholt. Kaßmann, Lankau und wer weiß wem noch alles boten sich bei einem heillosen Durcheinander vor dem Tor des mehrmals glänzend reagierenden Malte Leskien drei, vier, fünf oder sechs klare Einschussmöglichkeiten. Der Kasten war wie vernagelt.

Erst knapp zehn Minuten später erlöste Lankau die Emmendorfer mit dem umjubelten Führungstor, dem Daniel Meyer das sehenswerte und letztlich hochverdiente 2:0 folgen ließ. Und so gab es in der Nachspielzeit noch einen besonderen Moment: Otte wechselte den Mr. Emmendorf ein. Benni Silbermann beendete damit als Kapitän die Meistersaison auf dem Platz. Der Torjäger hatte sogar noch eine Ballberührung.

„Mia san Emme!“ Die Münchner feiern allerdings nicht erst die dritte, sondern bereits die vierte deutsche Meisterschaft am Stück. Emmendorf arbeitet ab sofort daran: „Das ist eine Kampfansage für die nächste Saison!“ entfährt es Stefan Kaßmann in der Jubeltraube. Und vorn auf den Meister-Shirts? „Siehste Pep, so geht Triple!!!“ haben die Emmendorfer eine Spitze gegen den Bayern-Coach aufgefahren in Anspielung auf den erneut verpassten Dreifach-Triumph mit dem Scheitern in der Champions League.

Von Bernd Klingebiel

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