„Titan“ ist einzigartig in Deutschland

Ganz offiziell: Die Ehrengäste Jürgen Markwardt, Peter Ramünke, Michael Müller und Jörg Hillmer (von links) schneiden das Band durch und geben das Multifunktionshindernis mit dem Namen „Titan“ frei.
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Ganz offiziell: Die Ehrengäste Jürgen Markwardt, Peter Ramünke, Michael Müller und Jörg Hillmer (von links) schneiden das Band durch und geben das Multifunktionshindernis mit dem Namen „Titan“ frei.

Niendorf II – Griechische Geschichte und Mythologie ziehen sich wie ein weiß-blaues Band durch das noch junge Vereinsleben. Das Uelzener Herakliden-Team setzt jetzt noch einen drauf. Es hat auf dem Sportplatz des TSV Niendorf/Halligdorf sein Mega-Allround-Übungsgerät eingeweiht.

„So kann das Ding aber nicht heißen. Und so taufe ich dich auf den Namen Titan!“ rief Teamkapitän und Übungsleiter Holger Schmidt aus und vollzog von seinem „Olymp“ den letzten Akt der Umsetzung einer ausgesprochen guten Idee.

Das Sportgerüst hat Schmidt selbst entworfen, acht Monate geplant und mit Helfern in Eigenleistung aufgebaut. Dabei hat er sich Tipps und Anregungen von vielen Spitzenathleten eingeholt und diese umgesetzt.

„Es ist noch nicht ganz fertig, aber jetzt schon imposant.“ Den Namen „Titan“ trägt die Anlage wohl zu Recht. Mehr noch: „Sie ist ein Juwel und die einzige dieser Art in Deutschland“, stellte Schmidt bei der an Göttern gebundenen Namensgebung fest.

Vor fünf Jahren begann die einzigartige Ära der Herakliden in Uelzen. Sabine Hilbrecht von der Heraklidenschlacht GmbH erinnerte in ihrer Begrüßung an die Anfänge. „Aus einem losen Verband ist ein echtes Team geworden, das den Sport in der Hansestadt mit seinem Angebot bereichert hat.“

Einige ambitionierte Hobbysportler um Holger Schmidt nahmen 2015 an der ersten Heraklidenschlacht in Uelzen teil, entdeckten ihre Liebe zum OCR-Sport, sind seit zwei Jahren das Herakliden-Team und seit dem vergangenen Jahr auch ein Verein. Pressewartin Natalie Engel: „Wir wollten unabhängig sein von der Heraklidenschlacht, werden aber immer in Ehre an der Schlacht teilnehmen.“

Kraft, Kondition und Koordination sind im „Flying Monkey“ gefordert.

Unübersehbar sind die Mitglieder in ihren auffälligen Trikots, deren Farben und Anordnungen mit der griechische Flagge spielen, die wiederum Gottes Weisheit, Freiheit und die Hellenen selbst darstellen. Dazu das Brustabzeichen in Gestalt der griechischen Göttin Pallas Athene, die für Weisheit, Strategie und Kampf steht. Und Herakles als Sohn des Zeus musste der Sage nach zwölf Aufgaben erfüllen, gegen verschiedene Ungeheuer kämpfen und ist heute Namensgeber der Herakliden.

Die Leidenschaft für ihren Sport leben die Herakliden in allen Leistungs- und Altersklassen. „Von der Jugend über Erwachsene bis hin zu Silberrücken finden bei uns alle die Möglichkeit, sich selbst zu fordern, Grenzen zu finden und sich gegenseitig zu helfen“, steht Engel hinter dem Verein. „Technik, Ausdauer. Kraft und Beweglichkeit werden gemeinsam trainiert. Fairness, gegenseitige Motivation, Förderung und Unterstützung sind bei uns Selbstverständlichkeiten.“

Erfreut zeigt sich die Team-Sprecherin aber auch über die gute Zusammenarbeit mit dem TSV Niendorf/Halligdorf, der das Gelände und das Vereinsheim auch für das Herakliden-Team zur Verfügung stellt. Engel: „Mit dem hier aufgestellten Parcours, mit der naheliegenden Sandkuhle und der Aue als natürliches Wasserhindernis haben wir ideale Trainingsmöglichkeiten.“ Und jetzt auch noch der Titan. Den Weg zum titanischen Multifunktionshindernis machten Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt, Wrestedts Bürgermeister Peter Ramünke sowie Michael Müller als Samtgemeindebürgermeister und Jörg Hillmer als stellvertretender Landrat mit beherzten Schnitten frei.

Sämtliche Techniken des Hangelns und Kletterns sind an diesem Gerät möglich. „Mehr als 30 unterschiedliche Möglichkeiten können geübt und gefestigt werden“, gab Schmidt erläuternde Hinweise. Er stellte zudem eine Erweiterung in Aussicht. Die Ideen gehen dem ausgebildeten Trainer jedenfalls nicht aus.

Eine ganz andere Idee hatte Vereinsvorsitzender Harald „Harry“ Börchers. Unter begeisterndem Jubel aller Mitglieder taufte er Holger Schmidt, der fortan seinen Beinamen „Käpt‘n Knorke“ auch offiziell in Sportlerkreisen tragen darf. Und noch oft hallte der Schlachtruf der Herakliden über das Trainingsgelände. Auf die Frage „Was ist euer Handwerk?“ folgte ein dreifaches lautes „A-hu, A-hu, A-hu!“ VON ULRICH BLEUEL

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