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Teutonia trifft in Lüneburg auf ihren Ex-Trainer Michael Zerr: „Ich kenne sie alle“

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Von: Bernd Klingebiel

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Ein Trainer hockt an der Ersatzbank, neben ihm sitzt ein Spieler auf einem Plastikstuhl.
Als Cheftrainer und Assistent begleitete Michael Zerr (links, mit Malte Bertram) Teutonia durch die Oberliga-Abstiegssaison 2016/17; anschließend wechselte er zum MTV Treubund Lüneburg. © Klingebiel, Bernd

Der Start hätte kaum schwerer sein können für Teutonia Uelzen. Die Blau-Gelben eröffnen die Saison in der Fußball-Landesliga am Sonntag (15 Uhr) beim Dauer-Titelanwärter MTV Treubund Lüneburg.

Uelzen - Am zweiten Spieltag geht’s im ersten Heimspiel gegen Aufsteiger TuS Neetze, dem nicht wenige den direkten Durchmarsch in die Oberliga zutrauen.

„Das sind echte Gradmesser“, sagt Teutonia-Coach Achim Otte. Treubund hat durch seine exzellente Jugendarbeit Jahr für Jahr „eine sehr gute Breite an Spielern mit hoher Qualität“. Und seit diesem Sommer mit Michael Zerr einen Trainer bei der 1. Herren, der zuvor erfolgreich mit den Lüneburger A-Junioren in der Niedersachsenliga unterwegs war und Teutonia aus dem Effeff kennt.

Für den 54-Jährigen aus Wrestedt ist das Derby der Hansestädte keines wie jedes andere. Zerr war Chef- und Co-Trainer bei Teutonia zu Oberligazeiten, ist weiterhin Vereinsmitglied und nunmehr im fünften Jahr bei Treubund. „Ich fühle mich dort wertgeschätzt“, erklärt er.

Bei Teutonia ist ihm niemand aus der Landesliga-Mannschaft fremd: „Ich kenne sie alle“ – und sei es aus seiner Trainertätigkeit beim DFB-Stützpunkt. Zerr: „Mit Achim Otte und Torwarttrainer Mario Drewes bin ich gut befreundet.“ Regelmäßig tausche man sich über den Fußball miteinander aus.

„Gut befreundet“ mit Otte und Drewes

So erwartet der MTV-Coach eine Uelzener Mannschaft, die unter Ottes Anleitung „richtig gut gegen den Ball organisiert sein wird“. Die Favoritenrolle seines Teams als bislang chronisch scheiternder Daueranwärter auf den Aufstieg bestünde nur auf dem Papier. Zerr: „Wir sind in einem richtig großen Umbruch, zahlreiche Landesligaspieler haben uns aus den verschiedensten Gründen verlassen. Wir haben die U19 fast komplett in den Herrenbereich hochgezogen.“ Das sei allerdings ein „Jammern auf hohem Niveau“, denn der Lüneburger Nachwuchs gehört schon seit Jahren zur Elite in Niedersachsen.

Dass sich Zerr bei Teutonia fast besser auszukennen scheint als in seiner eigenen Hosentasche, beunruhigt Otte kein Stück. „Das ist weder Vor- noch Nachteil.“ Seine Mannschaft habe in den Vorbereitungswochen „viel Leidenschaft gezeigt und Zuversicht ausgestrahlt“. Nach dem Umbruch mit der Neuverpflichtung zahlreicher Talente sei man „als Team zusammengewachsen“ und habe „sportlich und menschlich Schritte nach vorn“ gesetzt.

Einen Entwurf einer Lieblings-Startelf für das Duell in Lüneburg lässt sich Otte erwartungsgemäß nicht entlocken. Einige Kicker laborierten an leichten Verletzungen, andere seien Urlaubsrückkehrer. Wobei die Eindrücke aus den Testspielen zumindest vermuten lassen, dass von den Neuzugängen Torwart Ken Venancio und Felix Lüdemann auflaufen werden. Auch die Achse mit Marvin Drewes, Stephan Blödorn und Philipp Hatt wäre keine Überraschung, ebenso nicht die Flügelbesetzung mit Nils Brüggemann und Johannes Barisch. Mit Alberto Mendes, Onur Tunc, Mehmet Tarhan und Felix Mühlenhaupt könnte sich die Formation vervollständigen lassen.

„Wir brauchen diesen Reibungsprozess“

Viele Spieler seien leistungsmäßig auf Augenhöhe zueinander, die Startformation vermutlich von Spieltag zu Spieltag dem nächsten Gegner angepasst verändert, erklärt Otte. Der Trainer: „Wir brauchen diesen Reibungsprozess, um uns entwickeln zu können.“

Selbst ein dauerhaftes Comeback von Qualitätsspieler Malte Bertram nach zwei Kreuzbandrissen würde er „nie abschreiben“. Otte: „Er ist Teutone, gehört zu uns. Allein im Training ist seine Präsenz ein Faktor.“

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