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Barum glückt erneuter Transfercoup: Teutonias Andris Kuvsinovs wechselt zum MTV

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Von: Bernd Klingebiel

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Fußballer klatscht an der Seitenlinie mit Zuschauern ab.
21. Mai 2022, das letzte Punktspiel von Andris Kuvsinovs im Landesliga-Trikot der SV Teutonia Uelzen: Als hätte er eine Vorahnung, klatscht der kurz vor dem Abpfiff ausgewechselte Routinier beim 6:0-Sieg bei der VSV Hedendorf/Neukloster mit Fans ab. © Klingebiel, Bernd

Der MTV Barum ist bei den großen Spielertransfers weiter die Nummer eins im Uelzener Fußball. Der Bezirksligist hat sich die Dienste von Andris Kuvsinovs gesichert, der den Landesligisten Teutonia nach zehn Jahren verlässt und im Waldstadion unter anderem auf seine ehemaligen Teutonia-Mitspieler Daniel Maaß und Tom Wilhelms treffen wird.

Uelzen/Barum – Der Zehner soll bereits am Sonntag (27. November, 15 Uhr) im Topspiel gegen Spitzenreiter TSV Bardowick sein Debüt im Dress der Blau-Weißen geben. Die Spielerlaubnis liege rechtzeitig vor, nachdem Kuvsinovs ein halbes Jahr nicht in einem Verein aktiv gespielt hat.

„Meine Aufgabe ist es, zu jedem Training zu kommen, damit sich die jungen Spieler motiviert fühlen“, erklärt der 38-jährige Edeltechniker, der früh in seiner Karriere internationale Erfahrung sammelte. In der 1. Qualifikationsrunde der Champions-League war für ihn mit FK Ventspils gegen FH Hafnarfjördur aus Island allerdings schnell Endstation.

Teutonia Uelzen: Bedauern und Verständnis

Teutonia Uelzen bedauert die Entscheidung zum Vereinswechsel. Sprecher und 2. Vorsitzender Dennis Flügge: „Andris Kuvsinovs hat die jüngere Vereinsgeschichte geprägt wie kaum ein anderer. Er ist nicht nur ein herausragender Fußballer, sondern vor allem ein unfassbar guter Mensch.“ Nach dem Generationsumbruch in der 1. Herren hätte Teutonia „ihn wahnsinnig gern als wichtige und erfahrene Säule“ in der stark abstiegsbedrohten Kreisliga-Reserve gesehen. Flügge: „Wir können bei seinen immer noch überragenden Fähigkeiten aber hundertprozentig nachvollziehen, wenn er in einer höheren Liga eine neue Herausforderung sucht. Wir finden, dass er mit Barum einen tollen Klub gefunden hat und wünschen ihm dort mit unserem ehemaligen Spieler Nico Bäsler alles Gute.“

Beim MTV sieht sich Kuvsinovs selbst nicht zwangsläufig als Startelf-Kandidat, vielmehr als Leitfigur: „Mit meinen 38 Jahren muss ich nicht mehr auf dem Platz stehen und will niemandem den Platz wegnehmen.“

Trainer Nicolai Bäsler jedoch schwärmt von dem Routinier: „Das Alter spielt bei Andris keine Rolle. Er ist ein überragender Spielertyp, der uns noch im Mittelfeld gefehlt hat und soll mit seiner Präsenz die Jungs in Szene setzen. Er spielt die Bälle überragend aus dem Fußgelenk und wird unserem Spiel extrem guttun. Gegen Bardowick wird er schon auf jeden Fall im Kader stehen.“

Ausschlaggebend für den Wechsel waren die nie abgerissenen Kontakte zwischen Bäsler und Kuvsinovs, die gemeinsam bei Teutonia kickten. Ein Vereinswechsel sei sogar schon im Transferfenster zur Saison 2020/2021 ein Thema gewesen, sagt der MTV-Vorsitzende Torsten Lehmann.

Kuvsinovs: „Damals habe ich mich entschieden, Benjamin Zasendorf beim Umbruch bei Teutonia zu unterstützen.“ Der sei geglückt. Der reaktivierte Lette musste in der Abstiegsrunde der letzten Saison allerdings auf dem Rasen noch tatkräftig mit anpacken, ehe der Klassenerhalt nach imponierender Aufholjagd geschafft war. Anschließend zog er sich nach der Geburt seiner Tochter aus dem Tagesgeschäft zurück.

MTV-Boss Lehmann: „Der Transfer ist für den MTV Barum wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.“ Und das gleich in dreifacher Hinsicht. Zum Einen reihe sich erneut ein sehr namhafter Spieler mit sehr viel höherklassiger Erfahrung ein, die in die 1. Herren einfließe.

Zum Zweiten sei es der perfekte Zeitpunkt. Nach einem gelungenen Saisonstart hatte die Mannschaft zuletzt gerade mit den Teams aus dem unteren Teil der Tabelle immer wieder große Probleme und einige Punkte liegen lassen. Lehmann: „Jetzt hoffen wir natürlich, dass Andris mit seinen Leader-Fähigkeiten die Mannschaft wieder richtig wachrüttelt.“

„Wir wollen zu einer Spitzenmannschaft der Bezirksliga werden“

Und zum Dritten festige solch ein Top-Transfer weiter die Strukturen in der Mannschaft und im ganzen Verein. Der Vorsitzende: „Auch wenn in der Winterpause erst die halbe Saison herum ist, beginnen zum Jahresende im Hintergrund schon wieder die Gespräche für die folgende Serie. Zuerst mit dem eigenen Kader, dann auch mit potenziellen Neuzugängen. Da ist natürlich auch ein Spieler wie Andris ein Zugpferd.“ So sei der MTV mit seiner Entwicklung „noch lange nicht am Ende“. Lehmann: „Wir wollen zu einer Spitzenmannschaft der Bezirksliga werden.“

Kuvsinovs war in der Winterpause der Saison 2011/12 vom Sportclub Uelzen in den Sportpark gewechselt und schnell zum Leistungsträger avanciert. Als meist zentraler Mittelfeldspieler schoss er 50 Ligatore für Teutonia, die er 2016/17 für ein einjähriges Gastspiel beim FC Oldenstadt zwischenzeitlich verließ.

Sein persönliches schönstes Erlebnis in Blau-Gelb: Der 3:1-Sieg in Bornreihe in einem gleichzeitig zum Bezirkspokalfinale aufgepimpten und unvergessenen Punktspiel. Auf einen Schlag feierte Teutonia 2014 damit die Landesligameisterschaft, den Oberligaaufstieg und den Cup-Triumph. „Daran denkt man immer noch, wenn man morgens aufsteht“, schwärmt Kuvsinovs.

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