Topspiel gegen topbesetzten FC Hagen/Uthlede

Teutonia auf der Suche nach Balance

+
Eugen Krasnikov ist angeschlagen, der Kapitän wird am Sonntag im Topspiel gegen Hagen aber wahrscheinlich trotzdem an Bord sein.

Uelzen. Nervenkitzel hat es im Sportpark schon lange nicht mehr gegeben für die jetzigen Landesliga-Fußballer der SV Teutonia Uelzen.

Nach der trostlosen Abstiegssaison ist die Vorfreude bei den Blau-Gelben auf die Partie am kommenden Sonntag, 15 Uhr, gegen den FC Hagen/Uthlede deshalb umso größer. Die Gäste aus dem Landkreis Cuxhaven sind der große Titelfavorit. Nach drei Spieltagen aber rangiert Teutonia in der Tabelle auf Rang drei unmittelbar und punktgleich vor dem FCH. Topspiel-Alarm!.

Daniel Maaß

Ein gutes Omen? In zwei gemeinsamen Landesliga-Spielzeiten zwischen 2011 und 2014 trafen Teutonia und Hagen vier Mal aufeinander. Stets gewannen die Uelzener, die am Sonntag allerdings auf ihren schon dreifachen Torschützen Malte Bertram und Rechtsverteidiger Sören Oldag (beide privat verhindert) sowie Sechser Alberto Mendes (Muskelfaserriss) verzichten müssen. Bei den angeschlagenen Eugen Krasnikov und Daniel Maaß stünden die Chancen auf Einsatz hingegen gut, erklärt Trainer Benjamin Zasendorf.

Für ihn ist die Partie lediglich „ein Gradmesser“. Um von ersten Weichenstellungen im Titelrennen zu sprechen, sei es noch zu früh in der Saison. „Wir befinden uns ja noch in der Findungsphase, wie andere Mannschaften auch“, sagt der Coach.

Sechs Gegentreffer in drei Partien zeigen, wo der Schuh drückt bei Teutonia. Es fehlt die „Balance zwischen Ballbesitz und kluger Ballverwertung“, analysiert Zasendorf. Zu erkennen ist dies in teils haarsträubenden Abspielfehlern im Aufbau. Die veränderte Spielauffassung in der Landesliga sei noch nicht verinnerlicht, was Zasendorf nicht überrascht: Ballbesitz-Fußball und Dominanz gehörten in der Abstiegssaison ja auch nicht unbedingt zu Teutonias Vorzügen.

Auch beim FCH ist einiges im Fluss. Nach dem schon sicher geglaubten, aber binnen weniger Tage verspielten Aufstieg hat der neue Trainer Max Klimmek hochkarätige Verstärkungen nach Hagen gelotst, die auch teils langfristige Ausfälle und schwerwiegende Abgänge wettmachen. Neu an der Blumenstraße ist unter anderem Daniel Grimm, ein alter Kumpel von Klimmek aus gemeinsamen Zeiten bei Blau-Weiß Bornreihe. Der 29-jährige Sturmtank kommt als gestandener Oberligaspieler vom Heeslinger SC und hat auch schon vier Einsätze unter Trainer Horst Hrubesch in der damaligen U19-Nationalmannschaft vorzuweisen.

Namhafte Ausbilder hatte auch Jan-Magnus Ahrens. Der Offensivspieler kickte 2012 für Werder Bremens U17 unter Trainer Viktor Skripnik in der B-Junioren-Bundesliga und dann zwei Jahre mit den Grün-Weißen bei Mirko Votava im Oberhaus der A-Jugend. Hagens Spielphilosophie liegt damit auf der Hand: „Wir wollen laufintensiv, zielstrebig und aggressiv nach vorn spielen. Das hat Hagen auch letzte Saison ausgezeichnet“, erklärte Klimmek gegenüber dem Weser-Kurier.

Von Bernd Klingebiel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare