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Verrücktes Ü50-Nachspiel: Pokalsieger Teutonia Uelzen muss vielleicht das Halbfinale nachholen

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Von: Bernd Klingebiel, Arek Marud

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Spieler von Teutonia jubeln mit dem Pokal in der Hand.
Zu früh gefreut? Uelzens Ü50-Fußballer stehen trotz ihres Finalsieges noch nicht als offizieller Pokalsieger fest. Womöglich müssen sie ihr kampflos gewertetes Halbfinale gegen die SG Heidetal/Ilmenau nachholen. © B. Klingebiel

Im Heide-Wendland-Kreis bahnt sich ein kurioser Fall an. Teutonias Ü50-Kicker haben das Pokalendspiel gewonnen. Ob sie aber den Pott behalten dürfen, entscheidet das Kreissportgericht.

Uelzen – Die Ü50-Fußballer der SV Teutonia Uelzen sind Doublesieger: Nach dem Erfolg im Endspiel um die Kreismeisterschaft haben die Blau-Gelben am Donnerstagabend im heimischen Sportpark auch das Pokalfinale gegen die SG Adendorf/Erbstorf souverän mit 7:2 (3:1) Toren gewonnen. Doch es gibt ein Nachspiel.

Der Pokalsieg ist noch nicht offiziell. Denn die SG Heidetal/Ilmenau, die zum Pokalhalbfinale gegen Teutonia Uelzen nicht angetreten war, hat einen Tag vor dem Finale das Kreissportgericht eingeschaltet und Einspruch gegen die 0:5-Wertung am grünen Tisch eingelegt. Womöglich muss das Halbfinale nachgeholt werden, ja sogar das Endspiel neu angesetzt werden (siehe Extrakasten unten).

Nach einer Glanzparade von Keeper Mario Kolrep gegen Adendorfs Torjäger Harald Breese (4.) brachte Marc Köster die Uelzener mit einem strammen Flachschuss in Führung (7.). Ronny Müller (13.) nach sehenswerter Kombination mit Peter Kramer und erneut Köster (26.) mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 15 Metern erhöhten auf 3:0. Breese verkürzte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Teutonia nutzte ihre Chancen konsequenter, die Gäste vergaben teils kläglich. Der überragende und insgesamt vierfache Torschütze Köster (39., 43.), abermals Müller (58.) und Thorsten Ernst per Eigentor nach Müller-Flanke (60.) auf Uelzener Seite sowie Breese (52.) stellten auf den 7:2-Endstand.

Für Teutonia-Trainer Knut Willhöft war es das letzte Spiel. Die Mannschaft verabschiedete ihn mit einer Bildercollage. Seit Mannschaftsgründung 2015 gewann Willhöft zunächst als Spielertrainer, dann als Coach sämtliche Kreismeisterschaften und mit dem Pokalsieg seinen insgesamt sechsten Titel mit den Blau-Gelben. Die Verantwortung teilen sich künftig Willhöfts Trainerteam-Kollegen Holger Macho, Henry Lucchesi und Uwe Ellenberg.

Nach 0:5-Wertung: Teutonias Halbfinalgegner Heidetal/Ilmenau schaltet Kreissportgericht ein

Ein kurioser Fall bahnt sich im Uelzener Fußball an: Teutonia Uelzen steht trotz des 7:2-Endspielsieges gegen die SG Adendorf/Erbstorf noch nicht als Pokalsieger fest. Womöglich wird das Endspiel sogar neu angesetzt. Ohne Teutonias Beteiligung.

Die SG Heidetal/Ilmenau hat am 17. Juni einen Verwaltungsentscheid bekommen, mit dem Hinweis, dass der Verein am 15. Juni zu einem Pflichtspiel (Halbfinale gegen Teutonia Uelzen) nicht angetreten ist, erklärt der Heide Wendland-Kreis auf seiner Homepage. Der Spielausschuss hatte daraufhin die Begegnung mit 5:0 für die Uelzener gewertet.

Gegen diesen Verwaltungsentscheid habe der SV Ilmenau am vergangenen Mittwoch, also einen Tag vor dem Pokalfinale zwischen Teutonia und Adendorf/Erbstorf, fristgerecht eine Anrufung beim Kreissportgericht eingereicht. Allerdings ohne eine Begründung, sodass einer Verlegung des Endspiels nicht stattgegeben wurde. Diese werde vom SV Ilmenau jedoch nachgereicht. Der Verein hat nun bis zum 3. Juli Zeit, seine Anrufung zu begründen.

Bis dahin muss sich Teutonia in Geduld üben und steht noch nicht als offizieller Pokalsieger fest.

Folgende Szenarien sind laut Heide Wendland-Kreis möglich:

Anrufung von Heidetal wird in letzter Instanz abgewiesen, der Spielausgang des Pokalfinales (7:2 für Teutonia) bleibt bestehen und Uelzen ist offiziell Pokalsieger.

Anrufung von Heidetal wird stattgegeben und das Halbfinale Uelzen-Heidetal/Ilmenau wird nachgeholt.

a) Siegt Teutonia im Halbfinale, hat das Endspielergebnis von Donnerstag Bestand und Uelzen ist offiziell Pokalsieger. Das Endspiel wird nicht wiederholt.

b) Siegt Heidetal/Ilmenau, muss das Endspiel neu angesetzt und neu ausgetragen werden. Die Finalpaarung hieße dann: FC Heidetal/Ilmenau gegen SG Adendorf/Erbstorf.

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