Hans-Jürgen Lenzen nimmt an Abnoe-Pool-WM teil

Auf Tauchstation in Belgrad

+
Hans-Jürgen Lenzen hat einen langen Atem. Sechs Minuten unter Wasser ohne Luft zu holen, sind kein Problem für den Sporttaucher aus Barum.

Barum/Belgrad. Sechs Minuten ohne Sauerstoff. Sechs Minuten die Luft anhalten, wenn den meisten Leuten doch schon nach spätestens 60 Sekunden die Puste ausgeht. Für Hans-Jürgen Lenzen von der Tauchschule Uelzen sind sechs Minuten unter Wasser ohne Atmung kein Problem.

Der Barumer nimmt vom 23. Juni bis 1. Juli denn auch an der Abnoe-Tauch-Weltmeisterschaft in Belgrad teil. In den drei Disziplinen Static (auf dem Wasser liegen und die Luft anhalten), Streckentauchen mit und ohne Flosse gehört Lenzen zu den Top Ten in Deutschland. Für einen Platz unter den ersten 16 bei der WM werde es dennoch wahrscheinlich nicht reichen, sagt er.

Einzig beim Tauchen ohne Flosse rechnet sich der End-Fünfziger minimale Chancen aus: „Das B-Finale ist ein Wunschtraum. Unter die ersten 20 zu kommen, wäre klasse.“ Hier ist sein Ziel, an die 120 Meter weit zu tauchen. Mit Flosse will Lenzen weiter als 150 Meter kommen.

Um so lange unter Wasser ohne Sauerstoff auszukommen, haben die Athleten verschiedene Entspannungs- und Atemtechniken, die sie vor dem Start nutzen. „Diese Atemtechniken kommen überwiegend aus dem Yoga“, verrät Lenzen, der auch mit Selbsthypnose und autogenem Training seinen Körper runterfährt. Je weniger Sauerstoff Muskeln und Organe benötigen, desto länger kann er ohne diesen überlebenswichtigen Stoff auskommen.

Gefahrenlos ist der Sport deshalb noch lange nicht. Black-Outs nach dem Auftauchen kommen häufig vor, manchmal auch schon unter Wasser. „Es gibt Leute, die gehen an ihre Grenzen und darüber hinaus“, beschreibt der Viertplatzierte bei den deutschen Hallenmeisterschaften im Apnoetauchen 2016. Der Weltrekord im Flossetauchen liegt übrigens bei 300 Metern.

Von Christian Thiemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare