Vor 100 Jahren gründeten sich zahlreiche Vereine

AZ-Vereinsserie Aufmarsch der Hundertjährigen: Suhlendorfs Teamgeist seit einem Jahrhundert

Mannschaftsfoto auf einer großen Treppe.
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Suhlendorfs Erfolgsstory: Im Jahr 2000 steigt der TSV zunächst in die Fußball-Bezirksklasse auf. 2003 gibt es dann die Medaillen für den Bezirksliga-Aufstieg.
  • Arek Marud
    VonArek Marud
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Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges beginnt der Aufstieg des Sports. 1920/21 gründen sich 17 Uelzener Sportvereine. In der AZ-Serie Aufmarsch der Hundertjährigen blicken wir auf Vereinsjubiläen zurück.

Suhlendorf – Wenige Monate nach Ende des Ersten Weltkrieges beginnt der Aufstieg des Uelzener Sports. Suhlendorf gehört dazu. Schon 1919 tun sich einige Fußballknaben zusammen (Jugendlust). 1920 wird ein Sportverein durch den Bauer Friedrich Klatsche (jetzt Warnecke) gegründet. Anfänglich heißt er Suhlendorfer SV. Aus dieser Anfangszeit ist sogar ein Foto überliefert. Elf junge Burschen posieren stolz auf einem Mannschaftsbild. Es ist die erste Suhlendorfer Fußballmannschaft. Damals noch mit den Vereinsfarben grün-weiß und nicht wie heute in rot-weiß.

Rad und Pferdegespann

1924 bauen die Männer den Sportplatz Mühlenberg, es entsteht ein Fußballfeld. Der Suhlendorfer SV pflegt Freundschaften mit Schnega, Bergen, Clenze, Dähre und Salzwedel. Die Fahrten werden mit Fahrrädern oder Pferdegespannen zurückgelegt. Pausen gibt’s im Gasthaus Hillmer in Növenthien.

1927 hauchen Vorturner dem Verein Leben ein. Es sind nur Erwachsene, rund 200 schwarz-weiße Mitglieder. Sie alle müssen wegen des Zweiten Weltkrieges spätestens 1943 den Sportbetrieb einstellen. Schon 1946 kommt es zur Wiedergründung – Suhlendorf wechselt seine Vereinsfarben in rot-weiß. Die Begeisterung nach Wiedererlangung der Freiheit ist groß. Fußball und Handball werden gespielt, Turngeräte in Sälen der Gaststätten gebaut oder saniert.

1951 bekommt der Verein ein eigenes Vereinshaus. Hans Wendland steuert 40.000 Deutsche Mark bei, 15.000 Eigenleistung kommen von Willy Schermuksnat und Hermann Lütke.

In der Anfangszeit hieß der Verein Suhlendorfer SV. Die Vereinsfarben waren grün-weiß. Die 1. Fußballmannschaft von 1923 lief in folgender Besetzung auf: W. Gröfke, Niemeyer, H. Nieschulz, F. Veersmann, K. Duncker, H. Ramünke, H. Garz, Fritz Uhlenhut, H. Breitkreutz, Robert (Nachname unbekannt), Fr. Lindemann, H. Grote, Name unbekannt, Richard Schulz.

Feierliche Einweihung der Sportplatzanlage

Nach turnerischen Höhepunkten in den 50er Jahren kommt die Sportart mangels Übungsleitern und Sportstätten zum Erliegen. Dafür wird 1958/59 die Sportplatzanlage ausgebaut und 1960 zum 40. Geburtstag des TSV in Betrieb genommen.

In den 60er Jahren boomt der Sport: Wiedergründung der Damen- und Kinderturnabteilung, neue Tischtennissparte. Dazu wird die Trainingsbeleuchtung oben auf dem Sportplatz für 4000 Mark installiert und eine Beregnungsmöglichkeit geschaffen. 1966 entsteht eine Turnhalle unten an der Schule, die 1967 eingeweiht wird.

Ende der 60er Jahre kommt der Verein auf 563 Mitglieder. Beim 50-jährigen Jubiläum 1969 mit Silvesterball schwärmt der Vorsitzende Albrecht Gröfke vom „gesellschaftlichen Glanzpunkt“.

„Suhlendorf grüsst Berlin“, steht auf dem Plakat: Ausflug der TSV-Sportler ins Olympiastadion nach Berlin im Jahr 1968.

1977 folgt eine weitere Fertigstellung. Nach sechsjähriger Bauzeit ist das Sportzentrum mit zwei Fußballfeldern, 400-Meter-Bahn, Tribüne für 1,3 Millionen Mark fertig. Seit 1985 verfügt der TSV über ein Vereinsheim, das im Dezember 2001 erneut in Eigenleistung mit 3500 Stunden um einen 140 Quadratmeter-Anbau erweitert wird. „Das war ein Meisterstück von Hartmut und den vielen Helfern“, erzählt Suhlendorfs heutige 1. Vorsitzende Katja Bäther, der die enorme Gruppendynamik und Zusammenhalt imponierten.

Jubel nach dem Kreisliga-Aufstieg in der Saison 2011/12 (hinten von links): Die Betreuer Hans Kuhnke und Albert Mirow, Trainer Oliver Kuhnke, Jörn Zahrte, Dennis Podleska, Philip Eggers, Timo Hinrichs, Giovan Caliva, Jaari Warnecke, Lars-Andre Hartung, Gerhard Ketler, Johannes Graf, Kai-Oliver Latzko; vorne von links: Jens-Uwe Weickardt, Maik Riedel, Jan-Patrick Mirow, Daniel Guskau, Erik Reimer, Benjamin Teichmann, Hauke Ellenberg, Jeremy Gill.

Treue Mitglieder

Mit Teamgeist steigen die Fußballer 2000 in die Bezirksklasse auf und werden Kreispokalsieger. 2003 gelingt der Bezirksliga-Aufstieg. Es gibt weit mehr als Fußball: Vom Kickboxen, Yoga, Frauenfitness über Zumba, Rückenschule, Leichtathletik bis zu Nordic-Walking, Präventivgymnastik oder Tischtennis bietet der Verein eine breite Sportpalette.

Suhlendorfs großes Plus ist der Zusammenhalt, findet Bäther: „Ein Konstrukt, gehalten von vielen Sportlern und vor allem Helfern, die für unseren Verein tätig sind. Viele sind seit langen Jahren fester Bestandteil unseres Vereins. Und man kann ihnen gar nicht genug danken dafür!“ Suhlendorf beweist, wie wichtig das Ehrenamt ist. Bäther: „Das sind Menschen, die sich Woche für Woche für uns zur Verfügung stellen. Über 40 Personen – und ich spreche hier nicht von Sportlern. Mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 1,5 bis sechs Stunden oder mehr.“

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