AZ-Nachschuss: Tränenreicher Abschied von Mr. Wieren / Hupender Aufstiegsbus, hüpfender Meisterbalkon

„Struckis“ Bande schenkt Coach eine Bande

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Mit einer eigens entworfenen Bande bedankte sich die Wierener Mannschaft bei ihrem Trainer Rainer Struck für 14 Jahre TuS Wieren. Der Spielercoach feierte den emotionalen Abschied an der Seite seiner Familie.

am/kl/ds/mk Uelzen/Landkreis. Tränen in Wieren, Jubel auf dem Emmendorfer Meisterbalkon und ein hupender Bodenteicher Aufstiegsbus – der AZ-Nachschuss verabschiedet sich nach dem letzten Spieltag auf den hiesigen Fußballplätzen mit einigen Anekdoten in die Sommerpause.

• Zwischen dem frischgebackenen Bezirksliga-Meister SV Emmendorf und Aufsteiger TuS Bodenteich herrscht ein guter Ton. Zumindest fuhr der Jubel-Bus der Blau-Weißen auf der Rücktour vom entscheidenden Sieg in Wendisch Evern laut hupend am Vereinsheim der Emmendorfer vorbei. Und zwar just in dem Moment, in dem die Meistermannschaft vom Balkon herab ihren Fans die Meistertrophäen der letzten drei Jahre präsentierte. „Egal was auch passiert, die grüne Wand steht hinter dir...!“ klang es dabei lautstark aus den Kehlen der Spieler.

• Nach der Meisterehrung unmittelbar nach dem 2:0-Sieg in Suderburg haben Fans, Freunde und die Mannschaft des Bezirksligisten SV Emmendorf auf dem heimischen Sportplatz die bereits vorher geplante Saisonabschluss- in eine Meisterfeier verwandelt. Nach einigen Würdigungen verdienter Ehrenämtler, Betreuer und scheidender Spieler hielten der 1. Vorsitzende Thomas Kellmer, Bürgermeister Uwe Silbermann und schließlich Meistertrainer Achim Otte kurze Reden, ehe die Mannschaft endlich auf den schon so oft genutzten Meisterbalkon gebeten wurde.

• Mittlerweile zum elften Mal in der (dokumentierten) Vereinsgeschichte hat eine 1. Herrenmannschaft des SV Emmendorf in ihrer jeweiligen Spielklasse eine Meisterschaft eingefahren, davon zuletzt drei Titel in Serie und seit der Saison 2002/03 bereits stolze sieben. Benjamin Silbermann ist dabei der einzige aktuelle Spieler, der bei allen Emmendorfer Titelgewinnen in diesem Jahrtausend dabei war.

• Großes Händeschütteln in der Fußball-Kreisliga. Gleich im Sechserpack sagten Trainer ihren jeweiligen Mannschaften Tschüss. Der dienstälteste Coach der Liga verabschiedete sich beim TuS Wieren. Rainer Struck gibt den Staffelstab nach 14-jähriger Tätigkeit weiter an seinen langjährigen Spieler und Noch-Aktiven des SC 09 Uelzen, Benjamin Bücker. Teutonia Uelzens Meistermacher Benjamin Zasendorf wechselt eine Etage höher zur Landesligaelf des Vereins, übernehmen wird den Bezirksligaaufsteiger Uwe Keunecke. Dieser wiederum gab beim SC Kirch.-/Westerweyhe seine Abschiedsvorstellung und wird dort abgelöst von Torben Lange.

Carsten Behnke feierte mit Aufsteiger SV Molzen den Klassenerhalt und hat ab Sommer beim frisch gebackenen Kreisligaaufsteiger SV Hanstedt angeheuert. Aus beruflichen Gründen hört Pascal Kläden beim TuS Bodenteich II auf und wird ersetzt durch Stefan Buß. Zudem übernimmt beim Absteiger MTV Römstedt Teutonias Ex-Coach Torben Tutas das Zepter von Michael Buchholz und strebt das große Ziel Wiederaufstieg an.

• Tränenreicher Abschied: Wierens Spielertrainer Rainer Struck hört nach 14 Jahren auf und ließ bei seinem letzten Spiel für den Kreisligisten seinen Gefühlen freien Lauf. Mit einer eigens erstellten „Bandenwerbung“ mit dem Schriftzug „14 tolle Jahre – Danke Strucki“ bedankte sich die Mannschaft bei ihrem Coach. Auch die treuen Fans hatten ein Dankes-Transparent aufgestellt. Der ebenfalls scheidende Mannschaftsführer Christoph Lunau und TuS Wierens Vorsitzender Matthias Ramünke waren sich einig: „Strucki war für den Verein und die Mannschaft einfach ein Glücksfall.“

Den Anstoß zur zweiten Spielhälfte nahm Struck zusammen mit dem verletzten, langjährigen Spielführer Jens Stottmeister vor. In der 85. Spielminute war endgültig Schluss. Mr. Wieren verließ mit viel Beifall den Rasen. Viele Zuschauer, darunter „Edelfan“ Wolfgang Bajohr, waren zu Tränen gerührt. Ganz ohne Fußball geht es aber nicht. Der Ur-Wierener ist am Freitag beim Endspiel um die Altliga-Kreismeisterschaft dabei und macht in der Ü40 auch in der neuen Saison weiter.

Auch Co-Trainer Ralf Kufner, Betreuer Gerald Bohn und Kapitän Christoph Lunau wurden verabschiedet. Wierens Fußballobmann Bohn war sogar schon bei Strucks Trainervorgängern Uwe Hahn und „Pelle“ Wellmann im Amt.

• Es beginnt in Wriedel und es endet in Wriedel: Nach mehreren Verletzungen und dem Umzug nach Lüneburg hängt Germania Ripdorfs Verteidiger Patrick Ristow seine Fußballschuhe an den Nagel. Ironie des Schicksales: Im Jahr 2000 bestritt er mit der F-Jugend der Uhlen-Kickers sein erstes Ligaspiel beim TSV Wriedel, knapp 16 Jahre später mit der zweiten Herren von Germania Ripdorf auf dem selben Platz sein letztes. „Damals haben wir unglücklich 1:1 gespielt, weil unser Keeper kurz vor Schluss an der Seitenlinie mit einem Mitspieler quatschte und Wriedel den Ball aufs leere Tor zum Ausgleich schoss. Letzten Sonntag (0:2) haben wir nach guter Leistung in der 75. Minute das 0:1 bekommen, weil sich der Torwart bei einem Schuss stark verschätzte“, erinnert sich Ristow zurück. Er wird jedoch weiterhin ehrenamtlich im Ripdorfer Vorstand und beim NFV Kreis Uelzen sein.

• Zu seinem 30. Wiegenfest hat sich Bastian Schönfeld einfach mal selbst beschenkt. Doppelt sogar. Nicht nur dass der Torwart nach ewig langer Verletzungspause im letzten Saisonspiel seiner SG Natendorf/Jastorf II gegen die SG Veerßen/Niendorf II endlich sein Comeback feierte. Sondern er wurde in der 80. Spielminute als Feldspieler eingewechselt und schoss mit dem zweiten Ballkontakt als Geburtstagskind auch gleich mal ein Tor. Es war am Ehrentag allerdings „nur“ der Ehrentreffer: Schönfelds Elf unterlag mit 1:7.

• Da staunte aber einer nicht schlecht: Julian Wulf vom MTV Barum wurde Torschützenkönig in der Bezirksliga. Am Sonntag wurde der 23-Tore-Stürmer im Rahmen einer Saisonabschlussfeier aller Barumer Teams von den MTV-Verantwortlichen überrascht. Spartenleiter Michael Struck, Vorsitzender Torsten Lehmann und Trainer Andreas Lindenau überreichten dem Youngster eine echte Torjägerkanone. Bis auf das Trio wusste niemand etwas davon. „Julian hatte damit nicht gerechnet und war bisschen überrascht“, schildert Lindenau, der seinem Schützling einen solchen Lauf nicht zugetraut hatte. „Ich hatte eigentlich auf Nicolai Bäsler getippt.“ Doch Wulf profitierte davon, dass er im Sturmzentrum spielte sowie von seiner Robustheit und Kopfballstärke. Lindenau erwartet von dem 19-Jährigen in Zukunft keine Wunderdinge. „Schritt für Schritt“ soll es weitergehen. „Zunächst soll er diese Leistung bestätigen.“

• Schrecksekunde für den Linienrichter beim Spiel des TSV Gellersen gegen den SV Rosche. In der ersten Halbzeit bekam er von einem Fußballer unbeabsichtigt einen Stoß ab und fühlte sich anschließend nicht ganz wohl. Nach 60 Minuten signalisierte der Assistent, dass er nicht weitermachen kann. Für ihn sprang kurzfristig ein anderer Unparteiischer ein, der als Zuschauer dabei war. Von der 15-minütigen Unterbrechung profitierten die Roscher. Nach 75 Minuten kannten sie alle Endstände auf den anderen Plätzen und wussten, dass sie nicht mehr absteigen können.

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