AZ-Nachschuss: Niendorfs Vitali Bashenow vom Junggesellenabschied überrumpelt / Schrecksekunde in Barum

Auf der Straße abgefangen – ab nach Prag

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Überdimensionale Brille und ein farbenfroher Hippie-Look. Vitali Bashenow vom TSV Niendorf/Halligdorf feierte zu seiner großen Verwunderung den Junggesellenabschied mit seinen Mitspielern und Kumpels in Prag.

am/mk/ar Uelzen/Landkreis. Edel-Joker, edler Junggesellenabschied und edler Doppel-Einsatz. Dazu auch noch eine AZ-Elf der Woche der edlen Art. Im heutigen AZ-Nachschuss geht es aber nicht nur um edle Dinge.

Eine Schrecksekunde erlebte eine Schiedsrichter-Assistentin in Barum. Schmerzhaft verlief außerdem ein Spiel für zwei Teutonia-Spieler.

Der ist jetzt reif für die Eistonne“, unkte Bienenbüttels Trainer Florian Schick am Sonntagabend über seinen Torwart Kim Wilking. Der nämlich hatte – bei hochsommerlichen Temperaturen von gefühlt mindestens 50 Grad auf dem Sportplatz – soeben gleich zwei komplette Spiele in der prallen Sonne absolviert. Zunächst verlor er mit dem Reserveteam des TSV mit 2:3 gegen Germania Ripdorf, dann spielte er beim 1:1 der „Ersten“ einmal mehr überragend und war der Garant für den Bienenbütteler Punktgewinn.

Aus elf macht 22: An diesem Spieltag drängten sich überdurchschnittlich viele Spieler für die Elf der Woche auf. Das soll belohnt werden. Auch in Anbetracht der tropischen Temperaturen, sodass eine Kreis-Elf der Woche mit Spielern der Kreisliga/-klassen zustande gekommen ist. Die Bezirksauswahl wird durch Bienenbüttels Torwart Kim Wilking (Kreisliga) und Thiemo Hauer von der Emmendorfer Kreisliga-Reserve verstärkt. Auffällig hier, dass mit Niklas Idler (Emmendorf I), Steffen Vick/Marvin Drewes (Teutonia Uelzen II), Steffen Daug/Timo Westerfeld (TuS Bodenteich) sowie Eugen Krasnikov (Teutonia Uelzen I) sechs Abwehrspieler die Top-Elf verstärken. Bis auf Idler spielten alle auf der Innenverteidigerposition.

In der Kreisauswahl sind dagegen Offensivspieler im Überangebot. Kein Wunder, wenn die Römstedter Jonas Heider und Angelo Samba sieben von elf Toren beim 11:1 gegen den SV Rosche II erzielen. Oder wenn Omar Aziz alle vier Treffer für den SC 09 Uelzen beim 4:1 gegen Kirch-/Westerweyhe macht. Markus Giese (Emmendorf II) glänzte beim sensationellen 8:1 in Wieren als zweifacher Torschütze und vierfacher Vorlagengeber.

• Bomber und Blitzjoker – diese Doppelrolle nahm der Roscher Nick Motzny beim 8:1-Schützenfest seines Bezirksligisten beim SC Lüchow ein. Nur 40 Sekunden nach seiner Einwechslung in der 68. Minute markierte er das 5:1 mit dem ersten Ballkontakt. Vier Minuten später war er erneut zur Stelle und krönte seinen Knipser-Auftritt mit Tor Nummer drei und dem 8:1-Endstand. Motzny reift zum Edel-Joker heran, traf bereits gegen Küsten nach seiner Hereinnahme. Einer war aber noch schneller. Denn der nach 35 Minuten ins Spiel gebrachte Aaron Gaschler netzte gegen Lüchow schon 30 Sekunden später ein und erzielte die wichtige 2:1-Führung. Den Treffer leitete Gaschler mit einem Doppelpass selbst ein. „Das nennt man dann wohl glückliches Händchen“, freute sich der Roscher Trainer Malte Weber.

Er wollte nur zu seinen Eltern und landete schließlich beim Junggesellenabschied in Prag. Vitali Bashenow staunte nicht schlecht, als ihn seine Kumpels und Mitspieler vom TSV Niendorf/Halligdorf am Freitag regelrecht überrumpelten. „Wir haben ihn mitten auf der Straße abgefangen“, erzählt der TSV-Torwart und Trauzeuge Daniel Unruh. Nach ausgiebigem Frühstück packte Bashenow schnell seine Tasche und düste mit zwölf Freunden auf und davon – ohne zu wissen, wo es überhaupt hingeht. Und das, obwohl er Spätschicht hatte. „Das hatte ich für ihn geregelt“, schmunzelt Unruh. Auch Trainer Johann Egel musste ein Pokerface aufsetzen und durfte im Vorfeld nicht verraten, warum so viele Spieler in Böddenstedt fehlen würden. Ansonsten wäre die Überraschung aufgeflogen. Das Ziel der Reise blieb geheim. „Wir hatten ihm erzählt, dass wir nach Berlin fahren. Später war es München“, schildert Unruh. Erst als die Prag-Schilder auftauchten, roch Bashenow den Braten und fehlte ebenso wie sieben weitere Spieler der ersten TSV-Mannschaft beim 0:3 beim VfL Böddenstedt, der einer Spielverlegung nicht zugestimmt hatte. Doch Unruh blieb keine andere Wahl, da er schon im Februar mit der Planung angefangen hatte. „Vitali war begeistert von dieser Idee. Am Sonntag war er ganz schön kaputt. Deshalb hatte er auch noch gestern frei...“

Gleich zwei Teutonia-Spieler gingen am Sonntag in der Bezirksliga-Partie beim SV Ilmenau k.o. Steffen Vick bekam einen Schuss aus zehn Metern im Gesicht ab und blieb benommen liegen. Ilmenaus Spieler und Ex-Teutone Benjamin Tillack war als Erster zur Stelle und half Vick wieder auf die Beine. Dessen Mitspieler Nemanja Grahovac hatte weniger Glück. Auch ihn traf ein Schuss aus zwei Metern Entfernung am Unterkiefer. Dem Abwehrspieler brach dabei ein Zahn ab.

Nach dem Zusammenbruch der Schiedsrichterin versorgen Ordner und Helfer des MTV Barum die am Boden liegende Assistentin. Eine große Decke gilt als Schattenspender und Sichtschutz. Der besorgte Schiedsrichterbeobachter Volker Leddin (links) macht sich ebenfalls ein Bild von der Situation.

Die Hitze forderte am Wochenende ihren Tribut. Bei der Oberliga-Partie der Frauen zwischen dem MTV Barum und Pfeil Broistedt (2:2) brach Schiedsrichterin Dilvin Güler kurz vor Anpfiff der zweiten Hälfte zusammen. Sie musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Sie habe wohl vorher schon über leichte Sommergrippe geklagt, erklärte Barums Trainer Björn Schwichtenberg. Während der Erstversorgung auf dem Spielfeld (siehe Foto) machte sich auch der anwesende Schiedsrichter-Obmann und Schiedsrichterbeobachter Volker Leddin große Sorgen. Um das Spiel nach einer erheblichen Unterbrechung fortsetzen zu können, sprang Barums Spartenleiter Michael Struck kurzfristig an der Linie ein. Und schickte hinterher „ganz viele Genesungswünsche“ an die Unparteiische. Diese bedankte sich umgehend: „Danke Michael, mir geht es schon besser! Und vielen lieben Dank für deinen tollen Einsatz als Assistent.“

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