Ein Spielerwechsel zuviel

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In der nächsten Saison kann Lehmke (Mitte Tobias Arlt) nach dem kurios zustande gekommenen Aufstieg in der 2. Kreisklasse Höhenluft schnuppern.

Dumm gelaufen: Der STV Artlenburg wechselt im letzten Saisonspiel der 3. Fußball-Kreisklasse kurz vor dem Abpfiff als Abschiedsgeschenk einen fünften Akteur ein. Das war einer zuviel! Er verpasst deshalb den direkten Aufstieg. Nutznießer ist der TSV Lehmke.

Lehmke/Artlenburg – Die 1. Herren des STV Artlenburg hatte in ihrem letzten Saisonspiel gegen SV Göhrde (2:2) den direkten Aufstieg in die 2. Kreisklasse Heide-Wendland über die Fairplaywertung der drei Staffel-Vizemeister eigentlich schon sicher vor Augen.

Sie wechselte zwei Minuten vor Schluss allerdings einen fünften Spieler ein, einen verdienten Torwart, der seine Karriere beendet, dem das Team ein Abschiedsgeschenk bereiten wollte. Laut Statuten sind aber nur vier Neue pro Partie erlaubt, ein klarer Verstoß!

Arne Scheele, der die Partie als Betreuer des Aufstiegsrivalen TSV Lehmke als Zuschauer beobachtete, fiel das auf. „Ich wollte sehen, was bei denen noch so passiert. Habe auf zwei Gelbe Karten für Artlenburg gehofft, groß damit gerechnet habe ich aber nicht.“ Doch dann wechselte der SVT ein fünftes Mal. Scheele: „Da ja alles auf Fairplay ausgerichtet ist, musste ich Einspruch gegen die Spielwertung einlegen.“ Der STV bekam vom Fußballkreis prompt eine 0:5-Spielwertung verpasst, die dem Vizemeister sportlich nicht wehtut. Wohl aber die mit dem Verwaltungsentscheid verbundenen zehn Strafpunkte auf die Fairplay-Wertung.

Nach nur 22 Gelben Karten in 22 Spielen stieg der Quotient der sportlich nahezu untadeligen Artlenburger somit von 1,00 auf 1,45 Strafpunkte pro Partie. Damit steht der TSV Lehmke (1,08) in dieser Statistik plötzlich als bestes Team da. Der Vizemeister der Südstaffel erhält das eine Fairplay-Aufstiegsticket und hat den ersehnten Sprung in die 2. Kreiskasse sicher geschafft. Scheele: „Für Artlenburg tut es mir natürlich leid, aber ich bin halt Lehmker und habe die Hoffnung nie aufgegeben.“

TSV-Trainer Hans-Jürgen Räder und seine Mannschaft erfuhren am Freitagvormittag von der Entscheidung. Die WhatsApp-Gruppe des TSV explodierte förmlich. „So einen Aufstieg habe ich in mehr als 30 Trainerjahren auch noch nicht erlebt“, erklärte Räder. Die Mannschaft bleibe zur nächsten Saison ohnehin komplett beisammen, habe sich sogar noch verstärkt.

Für den STV öffnet sich aber vielleicht noch eine Hintertür. Wegen mutmaßlicher Teamabmeldungen dürfte für sie vermutlich auch noch ein Platz in der nächsthöheren Spielklasse zur Verfügung stehen, erklärt der Vorsitzende des Spielausschusses, Hartmut Jäkel.

VON BERND KLINGEBIEL

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