Ranglistenturnier des Deutschen Dart-Verbandes: 350 Teilnehmer in der Pestalozzi-Halle / Vollholz-Koloss begeistert

Spektakel an der Scheibe

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Dartfieber in der Pestalozzihalle. Rund 350 Sportler aus ganz Deutschland waren von Freitag bis Sonntag beim 5. Ranglistenturnier des Deutschen Dart-Verbandes dabei. Sehr zur Freude der Dartschnecken Ebstorf. 

Uelzen/Ebstorf – Rund 350 Spieler verwandelten am Wochenende beim 5. Ranglistenturnier des Deutschen Dart-Verbandes die Pestalozzihalle in Uelzen in ein Steel-Dart-Mekka.

Er hatte extra Zusatzschichten eingelegt und 20 Stunden wöchentlich trainiert. Aus gutem Grund. „Ich will Profi werden und irgendwann vom Dartsport leben können“, erklärt Philipp Hagemann. Die aktuelle Nummer eins der DDV-Herren-Rangliste war einer von zahlreichen Top-Spielern, die die Dartschnecken Ebstorf als Gastgeber der Veranstaltung begrüßen durften. Der 18-Jährige hatte sich als einer der Top-Favoriten selbst unter Druck gesetzt. „Das Ziel muss es sein, hier beide Turniere zu gewinnen.“ Es reichte nicht ganz. Denn schon am Sonnabend verpasste Hagemann (DC Didderse) den Sieg und wurde Dritter.

Deutlich geringer fiel die Erwartungshaltung bei Jonas Gröbel aus. Er war einer von vielen Hobbyspielern, die sich das eine oder andere von den deutschen Dartgrößen abgucken wollten. Der Uelzener in Diensten des Vereins „Trifftnix Machtnix Allenbostel“ genoss das deutsche Top-Event direkt vor der Haustür. „Hier sind viele Hochkaräter. Man kann viel Erfahrung sammeln.“

Die Dartschnecken Ebstorf bauten im Vorfeld extra eine neue Dartanlage (im Vordergrund): Sie ist stabil, robust und wiegt rund fünf Tonnen.

Erfahren sind inzwischen auch die Dartschnecken Ebstorf, die nach 2018 erneut den Zuschlag für das deutsche Ranglisten-Spektakel erhielten und die Organisation hervorragend meisterten, wie der neue DDV-Präsident Michael Sandner betonte. „Die Dartschnecken haben gezeigt, dass sie Turniere ausrichten können.“ Dem Verband spielt die steigende Popularität der immer beliebten werdenden Sportart in die Karten. Sandner: „Der Mitgliederzuwachs ist absolut steigend. Es ist ein Trendsport, den immer mehr Leute sehen wollen.“ Sehr zur Freude der Dartschnecken, die mit dem Bau einer neuen und stabilen Dartanlage für Furore sorgten.

„Das ist eine robuste Konstruktion aus Vollholz, kein Klappmechanismus. Beim Schreiben/Wischen der Ergebnisse bewegt sich nichts. Viele sagen, dass es die beste Anlage in Deutschland ist“, war der Dartschnecken-Vorsitzende Pascal Witt stolz auf die fünf Tonnen schwere Konstruktion, die im Eiltempo von zwei Monaten und bei Wochenend-Schichten errichtet wurde. „Das ist eine tolle Geschichte, die Atmosphäre ist auch wunderbar“, schwärmte Torsten Bründel, Vorsitzender der „The Devils Neighbours“ aus Rätzlingen.

Allein am Sonnabend waren 163 Männer, 36 Frauen, 66 Jungen und elf Mädchen an 50 Boards im Einsatz. Nach der Gruppenphase folgte der Doppel-K. o. (wer zweimal verliert, fliegt raus). Die Teilnehmer kamen aus allen Himmelsrichtungen. München, Sylt, Köln oder Hamburg waren vertreten. Um dem Ansturm gerecht zu werden, hatten die Dartschnecken 40 Helfer aus dem eigenen Verein mobilisiert. „Beim Dart sind wir eine große Familie“, erklärte Dartschnecken-Sprecher Thomas Heimlich.

Die Führungsspitze des deutschen Dart-Verbandes war auch dabei (von links): Bundestrainer Axel Krauss, Präsident Michael Sandner und Sportdirektor Jürgen Rollmann.

Zum großen Ganzen gehört seit Kurzem auch ein ehemaliger Fußball-Profi. Ex-Torwart Jürgen Rollmann gewann 1992 mit Werder Bremen den Europapokal und ist inzwischen Sportdirektor beim DDV. Der 52-Jährige sieht durchaus Parallelen zum Fußball. Denn beim Dart gehöre eine unglaubliche Konzentrationsfähigkeit, mentale Stärke und Disziplin dazu. „Das musst du auch als Fußballer jeden Samstag und Mittwoch abrufen. Auch bei -15 Grad in Donezk.“ Rollmann wiederum profitiert von seiner früheren Torwarttätigkeit und spielt in der E-Dart-Bundesliga. „Die Hand-Augen-Koordination ist bei mir als Torwart gut.“ Als sich der Ex-Werder-Kicker 2014 eine Dartscheibe in seinem Partyraum anschaffte, erfasste ihn prompt das Dartfieber. „350 Leute sind hier in der Halle. Das ist unglaublich. Früher wurde kein Dart gespielt, sondern Fußball“, ist Rollmann stolz auf die „rasante Entwicklung“.

VON AREK MARUD

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