Heraklidenschlacht: Enormer Aufwand für ein großes Event

„Es ist ein Spektakel!“

„Es ist ein besonderes Erlebnis, dass sich bis dahin einander völlig unbekannte Leute gegenseitig helfen“, betont Clemens Simon.
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„Es ist ein besonderes Erlebnis, dass sich bis dahin einander völlig unbekannte Leute gegenseitig helfen“, betont Clemens Simon.

Uelzen – Er ist der „Mr. Heraklidenschlacht“. Clemens Simon richtet am kommenden Sonntag, 1. September, ab 9. 30 Uhr zum nunmehr fünften Mal das gleichnamige Hindernislauf-Spektakel in Uelzen aus.

Er erwartet rund 700 Teilnehmer an Start und Ziel auf dem Albrecht-Thaer-Gelände, die längste Strecke beträgt 25 Kilometer.

Organisator Clemens Simon ist gewappnet für die Heraklidenschlacht.

Simon, früher selbst Teilnehmer an diversen Extrem-Hindernisläufen, kam vor einigen Jahren beim Wintertraining in seiner Heimatstadt die Erleuchtung. „Wasserstraßen, die Zuschauer können zusehen, müssen nicht aus der Stadt raus. Die Läufer können das genießen, angefeuert zu werden und laufen trotzdem nicht auf Asphalt. Das ist einzigartig, was Uelzen hier bietet, das müssen wir hier machen!“ Die Heraklidenschlacht war geboren. „Es ist ein Spektakel. Es ist spannend, zu sehen, was die Leute auf sich nehmen, um sich selbst heraus zu fordern, um ihre Grenzen zu finden. Und das besondere Erlebnis zu haben, dass sich bis dahin einander völlig unbekannte Leute gegenseitig helfen“, charakterisiert Simon sein „Baby“.

Das Motto des Laufes ist die griechische Geschichte und Mythologie. Herakles als Sohn des Zeus ist die zentrale Figur des Laufes. Er musste der Sage nach zwölf Aufgaben erfüllen und dabei gegen die verschiedensten Monster kämpfen. Einige dieser Aufgaben finden sich auch als Hindernisse in der Heraklidenschlacht wieder. Simon ist davon seit Längerem fasziniert: „In der 7. Klasse habe ich griechische Mythologie gehabt bei einem Deutschlehrer. Und der hat das einfach gut rübergebracht.“

Insgesamt warten in Uelzen inklusive der Naturhürden bis zu 130 (!) Hindernisse auf die Teilnehmer. Eine gewaltige Aufgabe, einen zeitnahen Auf- und Abbau zu gewährleisten. Die allermeiste Zeit des Jahres werden die Hindernisse eingemottet. Dafür wurde eigens eine Scheune angemietet.

Der Chef-Organisator wird von einem achtköpfigen Team nach Kräften unterstützt. Für den Lauf wurden zudem 120 Streckenposten angeworben. Die sind wichtig, um den Teilnehmern den richtigen Weg zu weisen. In der Vergangenheit wurden teilweise Wegweiser in letzter Sekunde verstellt und Athleten irrten in der Folge herum. „Deshalb haben wir ein Team von sieben Radfahrern, die kurz vor dem Start und dann mit dem ersten Läufer das verhindern sollen“, sieht sich Simon gerüstet.

DLRG erstellt Risikoanalyse

Die Vorbereitung auf das Event ist bei weitem kein Sprint, sondern vielmehr ein Marathon. Vieles muss geplant und organisiert werden. So hat die DLRG eine Risikoanalyse erstellt, um besondere Gefahrenpunkte der Strecke zu identifizieren; sie hält insbesondere vor dem Hintergrund des nicht einfach zugänglichen unterirdischen Teils des Stadtgrabens sogar Bergungstrupps bereit. Weiterhin sind acht Krankenwagen in Wartestellung, damit im Zweifel eine schnelle medizinische Versorgung gewährleistet ist. Es sind viele kleine Puzzleteile, die ein großes Ganzes ergeben.

Angelsportverein entnimmt die Fische

So entnimmt der Angelsportverein kurzfristig und fachmännisch die Fische aus dem Stadtgraben, um dem Umweltschutz Rechnung zu tragen. Natürlich muss hier vorher eine behördliche Genehmigung eingeholt werden.

Stadt säubert den Ratsteich

Simon lobt in diesem Zusammenhang die gute und kooperative Zusammenarbeit mit Umweltamt und Stadt Uelzen. Letztere werde zum Beispiel vor der Veranstaltung noch den Ratsteich (wird von den Teilnehmern durchquert) säubern. „Die machen das von sich aus, um Uelzen vor den Gästen ordentlich zu präsentieren.“

Der 55-jährige Uelzener steckt voller Herzblut und hat bereits Pläne für das nächste Jahr. So wird die Strecke leicht verändert, es wird neue Hindernisse geben und erstmals auch einen Parcours für Hund und Herrchen. Geplant ist außerdem eine Aufnahme der Veranstaltung in die zukünftige (noch nicht existente) Bundesliga für Extrem-Hindernisläufe.

Für den Wettkampftag wünscht sich Simon, „dass es vorher ordentlich regnet, damit die Teilnehmer ordentlich Wasser und Schlamm vorfinden, dann aber die Sonne scheint. Und das alle erschöpft und glücklich nach Hause gehen.“

VON IMMO DE LA PORTE

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