Mannschaft lässt es nach dem 3:1-Sieg gegen Wendisch Evern und dem Landesliga-Aufstieg krachen

Bodenteicher Sommermärchen dank Winter

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Nach dem Schlusspfiff gibt’s kein Halten mehr: Die Ersatzspieler und die ausgewechselten Kicker stürmen aufs Spielfeld. Trinkflaschen fliegen vor Freude in die Luft.

Wendisch Evern/Bad Bodenteich. Um 18.49 Uhr bricht der Wahnsinn los. Die Ersatzspieler und der Trainer stürmen aufs Spielfeld. Auf dem Rasen springen sich Mitspieler in die Arme, am Spielfeldrand flippt die Fankurve aus.

Nach dem 3:1-Auswärtssieg beim SV Wendisch Evern ist Fußball-Bezirksligist TuS Bodenteich am Ziel und lässt es nach dem Aufstieg in die Landesliga richtig krachen.

Schlachtrufe, Fangesänge, die obligatorische Bierdusche, der Jubelkreisel, die La Ola- Welle mit den Fans. Und dann wirft auch noch die Mannschaft ihren Trainer Daniel Fleischer in die Luft. Bodenteich zieht bei der Aufstiegsparty alle Register. Im Fokus steht Kim Winter, der einen Sonderapplaus erhält. Mit drei erzielten Toren ist er der Aufstiegsheld schlechthin. Das allein ist eine Story für sich. Doch an diesem denkwürdigen Sonnabend kommt noch Winters 26. Geburtstag dazu. Eine Wahnsinnsgeschichte, die der Matchwinner kaum glauben mag: „So einen Geburtstag erlebst du nur einmal im Leben. Einfach unfassbar!“ Fleischer gratuliert seinem Schützling: „Glückwunsch zu den drei Toren in so einem Spiel.“ Der TuS Bodenteich erlebt dank Winter sein Sommermärchen. Nach sechs Jahren Bezirksliga kehrt der TuS in die Landesliga zurück. „Ich bin gerührt, dass wir das zuende gebracht haben. Es ist beeindruckend, wie die Unterstützung und Stimmung unter den Jungs ist“, schwärmt Fleischer vom Teamgeist und ist stolz auf den gesamten Klub. „An diesem Tag haben wir unter Beweis gestellt, dass wir ein lebendiger Verein sind.“ Dafür sorgen auch die vielen mitgereisten TuS-Anhänger, die auch Winter gepusht haben. „Wenn du die Fans hinter dir hast, gibt dir das die letzten 10, 20 Prozent“, strahlte der Stürmer, der sich nicht in den Vordergrund drängen wollte. „Einer alleine gewinnt das Spiel auch nicht.“

Vor all diesen Glücksmomenten liegen 93 zähe Minuten und eine Menge Arbeit. Zwar gehen die Bodenteicher nach fünf Minuten in Führung. Doch es folgen pure Verkrampfung, kaum Torchancen, viele missglückte Aktionen. „Die Spieler waren nervöser, als ich dachte. Wir haben sehr gehemmt gespielt“, war Fleischer in Sorge um den wackelnden Aufstieg. Als Winter kurz nach der Pause wieder zuschlägt (51.), löst sich die Blockade etwas. Vor seinem dritten Tor vergibt der Angreifer sogar noch einen Strafstoß. Wendisch Evern, das gegenüber dem Sieg gegen Emmendorf kaum wiederzuerkennen war, verkürzt kurz vor Ende nur noch auf 1:3 und muss in die Abstiegsrelegation. Bodenteich klettert eine Spielklasse höher. Für Fleischer eine Ehre und Vergnügen zugleich: „Ich freue mich, dass meine Spieler weiter reifen können und ich sie dabei begleiten kann.“ Mit zwei Punkten Rückstand wird der TuS Vizemeister. „Glückwunsch an Emmendorf, sie sind verdient Meister geworden“, gratuliert Fleischer dem SVE, der zeitgleich nach dem 1:0 in Suderburg den Titel-Hattrick feiert.

Von Arek Marud

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