FC Oldenstadt erhält Punkte aus abgebrochener Partie

Skandalspiel Sportgericht +++Update: Erste Sperren verhängt+++

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Die Ordner waren schnell und ausreichend zur Stelle, lobt Staffelleiter Thore Lohmann den FC Oldenstadt. Der kurz zuvor vom Platz gestellte MTV-Torwart Johannes Bröde diskutiert nach dem Spielabbruch mit Schiedsrichter Jonas Schulz.

Uelzen-Oldenstadt. Der FC Oldenstadt hat erwartungsgemäß die Siegpunkte aus dem abgebrochenen Fußballspiel gegen den MTV Dannenberg erhalten.

Der Staffelleiter und Spielausschussvorsitzende Thore Lohmann (Südergellersen) hat die Partie mit drei Zählern und 5:0 Toren für die Blau-Roten gewertet. Damit stürmte der FCO in der Tabelle der Heide-Wendland-Liga auf den zweiten Rang vor.

Nach dem 2:1-Führungstor der Oldenstädter und einem Platzverweis gegen Keeper Johannes Böde in der 80. Minute hatte der Dannenberger Spieler Muhamed Almowajih dem jungen Unparteiischen Jonas Schulz (SV Elbufer) eine Kopfnuss verpasst. Der Kicker sah Rot wegen Tätlichkeit, genauso wie zuvor und innerhalb nur einer Viertelstunde insgesamt drei seiner Mitspieler (AZ berichtete ausführlich).

Die Attacken werden nun auch ein juristisches Nachspiel haben. „Wir sind alle schockiert. Ich werde ein oder zwei Fälle an das Kreissportgericht abgeben“, erklärte Lohmann nach einer ersten Einsichtnahme des Schiedsrichterberichts.

Hintergrund: Der Staffelleiter kann nach Platzverweisen Spielsperren nur bis zu maximal acht Wochen verhängen. Zumindest im Falle Muhamed Almowajih droht aber eine weitaus drastischere Strafe. Lohmann: „Bei der Attacke gegen den Schiedsrichter reichen acht Wochen nicht aus.“ Der Staffelleiter hofft auf ein hartes Durchgreifen des Sportgerichts. MTV-Kicker Noursad, der in der 68. Minute vom Platz flog, spielte nach einer Strafe im Vorjahr zudem noch auf Bewährung.

Lohmann: „Wir haben zu dem Schiedsrichter sofort Kontakt aufgenommen und ihm die Hilfe des Fußballkreises angeboten.“ Der Referee habe aber „keine weitere Unterstützung von unserer Seite benötigt“, erklärt der Spielausschussvorsitzende.

Er lobt unterdessen das Verhalten des FC Oldenstadt, der „sofort die notwendigen Ordner vor Ort hatte“. Auch das Krisenmanagement des MTV Dannenberg bewertet Lohmann als angemessen. Der Verein hat das Verhalten der Spieler umgehend scharf verurteilt und harte interne Konsequenzen angekündigt. MTV-Abteilungsleiter Friedrich Lindemann suchte gar nicht erst nach Ausreden: „Alle vier Platzverweise waren berechtigt – ohne Wenn und Aber! Es liegt ganz klar ein Missverhalten der Spieler vor, das auf einem Fußballplatz nichts zu suchen hat.“ Der Unparteiische habe in diesen Situationen keine Fehler gemacht. Lindemann gegenüber der Elbe-Jeetzel-Zeitung: „Der Schiedsrichter hat ja zwischendurch sogar auf die Spieler eingewirkt und wollte beruhigen.“

Der Verein rechnet vor allem bei Almowajih und Noursad mit langen Sperren. Lindemann: „Das ist mir egal. Ich rechne mit den beiden in dieser Saison nicht mehr. Diese Spieler können meinetwegen aber auch woanders spielen.“

Von Bernd Klingebiel

Update: Skandalspiel: Erste Sperren verhängt

kl Uelzen-Oldenstadt. Nach dem abgebrochenen Skandalspiel in Oldenstadt mit vier Roten Karten wegen Tätlichkeiten gegen den MTV Dannenberg hat der Spielausschuss des Fußballkreises Heide-Wendland erste Strafen verhängt. Für seinen Tritt in die Beine eines Oldenstädter Spielers erhielt der MTV-Kicker eine sechswöchige Spielsperre. Der Dannenberger Torwart muss nach einem Ballwurf gegen einen FCO-Akteur vier Wochen lang zuschauen.

„Die anderen beiden Fälle werden an das Sportgericht abgegeben“, bestätigte der Spielausschussvorsitzende Thore Lohmann am Donnerstag gegenüber der AZ. Dieses Gremium kann höhere Strafe verhängen als der Spielausschuss. Der Kopfstoß des Dannenbergers Muhamed Almowajih gegen den Schiedsrichter „erklärt sich von selbst“, sagt Lohmann. Und der vierte Rotsünder des MTV, Masoud Noursad, „leistet gerade noch eine Bewährungsstrafe ab, nachdem er im Winter in der Halle einen Schiedsrichter attackiert hatte“.

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