Teutonia im Aufwärtstrend: Gegen Harsefeld geht es um den Anschluss im Abstiegskampf

„Die Situation ist weiterhin sehr prekär“

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Nach zweiwöchigem Fehlen (Dienst) traf Nils Brüggemann (Mitte links) gegen Hedendorf zum 5:2. „Er ist wieder regelmäßig dabei“, ist Trainer Zasendorf erleichtert.

Uelzen – Überraschungen, also positive, hat Teutonia Uelzen in dieser Saison nur wenige geboten. Eine gelang dem Tabellenvorletzten der Fußball-Landesliga gegen den amtierenden Vizemeister TuS Harsefeld.

Beim torlosen Unentschieden im Hinspiel hatten die Blau-Gelben nur elf Mann aus dem Kader dabei. Auf der Ersatzbank saßen der mittlerweile entlassene Trainer Frank Heine und dessen Assistent Andreas Hatt aus der Generation 50 plus.

Ein abermaliger Punktgewinn im Rückrundenduell und letzten Spiel des Jahres am kommenden Sonntag (14 Uhr, Sportpark am Königsberg) gegen den favorisierten Titelkandidaten wäre für Teutonia diesmal allerdings fast schon zu wenig. Obwohl die Mannschaft zuletzt in Verden unentschieden spielte und gegen Hedendorf gewann, wuchs im selben Zeitraum der Rückstand im Abstiegskampf um einen auf sieben Zähler.

Für Trainer Benjamin Zasendorf ist das eine Momentaufnahme. „Insbesondere aufgrund der zuletzt gezeigten Leistungen und der Ergebnisse ist die Lage bei uns nach wie vor positiv. Somit leben die Zuversicht und der Glaube an weitere Punkte weiter. Diese wollen und müssen wir auch gegen Harsefeld sammeln, um das Ziel, über Winter in Schlagdistanz zum Nichtabstiegsplatz zu bleiben, zu erreichen.“

Im Kader der Uelzener geht es tendenziell weiter steil bergauf, am Sonntag fehlt einzig Robert Bruck. Mittelstürmer Philipp Hatt steht nach vier Spielen Pause vor seinem Comeback. Er habe nach seinem Bänderriss im Knöchel in dieser Woche überwiegend schmerzfrei trainieren können, sagt Zasendorf. Genau wie Nico Tiegs, der Hatt zuletzt überaus erfolgreich vertrat.

Der gelernte Innenverteidiger markierte während seiner insgesamt 208 Einsatzminuten als zentraler Angreifer drei Tore. Tiegs war mit zwei Treffern und einer Vorarbeit beim so wichtigen 5:3-Sieg gegen Hedendorf der Matchwinner. Zasendorf: „Philipp und Nico sind beides wichtige Spieler für uns, die eine enorme Präsenz zeigen. Wir werden uns etwas einfallen lassen.“

Die AZ sprach vor der Partie gegen Harsefeld mit Nico Tiegs, dem „Mann der Stunde“

Herr Tiegs, was macht in Ihrem Fall einen gelernten Innenverteidiger zu einem torgefährlichen Mittelstürmer?

Nico Tiegs: Ich denke, aktuell machen wir es als Mannschaft ganz ordentlich. Die Jungs wissen, dass ich nicht der Typ Usain Bolt bin und wie sie mich in Szene setzen können.

Sie haben auch schon als Torwart ausgeholfen. Sehen Sie sich als Fußball-Allrounder?

Das könnte man wohl so sagen! Ich denke, es ist für den Trainer immer ganz gut, ein paar Leute im Team zu haben, die mehrere Positionen bekleiden können. Aber von den Partien im Tor muss es dann doch nicht mehr so viele geben. Ich fühle mich auf den zentralen Positionen auf dem Platz schon am wohlsten – ausgenommen im Tor.

Mittelstürmer Philipp Hatt ist wieder fit. Was passiert jetzt auf der Neun?

Das werden wir dann sehen. Wichtig ist erstmal, dass Philipp sich in Ruhe auskurieren konnte und nicht aufgrund von Personalmangel zu früh einsteigen musste. Ich habe kein Problem damit, die Mannschaft nach seiner Rückkehr wieder von außen zu unterstützen. Ich helfe, wo ich kann.

Sie hatten Ihr Karriereende schon eingeläutet. Was hat Sie zurück auf den Sportplatz gebracht?

Nach der schweren Verletzung (Kreuzbandriss, Anmerkung der Redaktion) war der Entschluss eigentlich gefasst. Im letzten Jahr war ich aber wieder viel näher am Team und habe auch mal die ein oder andere Einheit mitgemacht. Durch die angespannte personelle und sportliche Situation wollte ich dem Team einfach helfen und den Kader unterstützen.

Der Sieg gegen Hedendorf war Gold wert, hat das Team aber auch nur um einen Zähler näher ans rettende Ufer gebracht. Wie alarmierend ist Teutonias Lage im Abstiegskampf?

Es war einfach unglaublich wichtig, auch mal wieder ein Erfolgserlebnis zu haben. Nach dem Punktgewinn gegen Verden war dies ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Situation ist aber weiterhin sehr prekär, und dieser müssen wir uns bewusst sein.

Was spricht am Sonntag gegen Harsefeld für den zweiten Sieg in Folge?

Wir müssen den Schwung aus den letzten beiden Spielen nun einfach mitnehmen und den Abstiegskampf bis zur letzten Minute annehmen, dann ist auch gegen Harsefeld etwas drin.

VON BERND KLINGEBIEL

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