AZ-Serie Team-Check:

Der SV Molzen war lange die Überraschung in der Qualifikationsserie der Heide-Wendland-Liga

Mannschaft klatscht sich vor dem Anpfiff ab.
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Mannschaftliche Geschlossenheit war Molzens Stärke in der Qualifikationsrunde. Der Teamgeist katapultierte den SVM zwischenzeitlich Richtung Spitze.
  • Arek Marud
    VonArek Marud
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Besondere Spiele, herausragende Akteure, unvergessliche Momente. In der Serie Team-Check nimmt die AZ das Hinrunden-Abschneiden der Uelzener Fußballklubs genau unter die Lupe. Heute aus der Staffel 1 der Heide-Wendland-Liga: SV Molzen.


Uelzen-Molzen – Sie wurden als Abstiegskandidat gehandelt. Selbst Trainer Timo Schulze sah seinen SV Molzen als schwächste Mannschaft der Staffel 1 an. Umso erstaunlicher war der Super-Start des Heide-Wendland-Ligisten, der im Endspurt aber deutlich nachließ.

Die Molzener begannen furios. Platz zwei nach vier Spielen, Dritter mit zwölf Punkten nach sechs Partien. Dann der Einbruch. Ein Zähler in sechs Spielen. Aus der Traum von der Aufstiegsrunde! Doch der Underdog hat mehr erreicht, als ihm viele zugetraut hatten. „Wir sind voll im Soll und dürfen nicht vergessen, dass wir vor der abgebrochenen Saison 2020/21 Aufsteiger waren“, sagt Timo Schulze, der sein Traineramt wegen eines Umzugs an die Ostsee in der Winterpause niedergelegt hat (die AZ berichtete).

Die Molzener profitierten von einem nahezu unverändert in die Saison gestarteten Kader, der aber immer kleiner wurde. Teilweise fehlten verletzungsbedingt zehn bis zwölf Spieler. Der Hauptgrund für den Absturz. Schulze: „Das konnten wir nicht kompensieren. Ansonsten bin ich fest davon überzeugt, dass wir es in die Aufstiegsrunde geschafft hätten.“ Hier unser AZ-Teamcheck.

Das hat gut geklappt

Geschlossenheit war Trumpf in der Qualifikationsrunde. Die Molzener zeichneten sich durch ein unerschütterliches Kollektiv aus. „Alle haben Gas gegeben. Jeder hat das Beste aus dem rausgeholt, was ihm zur Verfügung stand“, lobt Schulze.

Das geht besser

Ich bin überzeugt davon, dass wir es ohne das Verletzungspech in die Aufstiegsrunde geschafft hätten.

Molzens Ex-Trainer Timo Schulze

Die Trainingsbeteiligung ließ zu wünschen übrig. Schulze führt diesen Umstand auf veränderte Prioritäten während der Corona-Pandemie zurück. „Die Begeisterung für Fußball war teilweise nicht mehr so groß.“ Im Spiel selbst habe die Mannschaft zu viele Chancen ausgelassen und zu viele Gegentore kassiert.

Das besondere Spiel

Das 0:0 zum Auftakt gegen den späteren Staffelsieger TuS Reppenstedt. „Jeder dachte, dass wir dieses Spiel verlieren würden. Wir waren aber auf Augenhöhe und hätten sogar gewinnen müssen. Das gab uns Auftrieb für die Saison“, meint Schulze.

Der besondere Moment

Streng genommen waren es sogar vier. Positiv war die Rückkehr von Philipp Richter am 7. November beim MTV Dannenberg nach überstandenem Achillessehnenriss. Ein Schock war der Kreuzbandriss von Tjark Wendig im Spiel gegen die SV Lemgow-Dangenstorf. Der Spieler sorgte zugleich für den dritten besonderen Molzener Moment, als er mit seinem Bruder Jeldrik Wendig das gemeinsame Geschwisterdebüt feierte. Nicht das Erste in der Molzener Familien-Historie.

Jetzt müssen es andere richten: Timo Schulze (rechts) gab sein Traineramt beim SV Molzen Ende November wegen eins Umzugs nach Fehmarn auf.

Und dann wäre da noch der Abschied von Trainer Schulze Ende November, der die Beteiligten nicht kalt ließ. „Das war nicht einfach“, schildert Molzens Vorsitzender Axel Jacobs.

Der Spieler der Hinserie

Die Antwort bleibt Schulze schuldig. „Ich bin kein Fan davon, Spieler hervorzuheben. Wir kommen über das Team. Jeder hat alles für den Erfolg gegeben.“

Der Ausblick

Auch wenn Schulze zukünftig aus der Ferne (Fehmarn) Richtung Molzen schaut, prophezeit er seinem Heimatklub im Abstiegskampf eine ruhige zweite Saisonhälfte. „Wir haben ein relativ gutes Punktepolster. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir den Klassenerhalt erreichen. Durch unsere guten ersten Spiele ist ein wenig untergegangen, dass unser Saisonziel der Klassenerhalt war. Die Jungs sind auf einem guten Weg.“ Der SVM startet als Tabellenzweiter mit drei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Bis ein neuer Trainer für die neue Saison gefunden ist, übernehmen als gleichberechtigtes Trio der bisherige Co-Trainer Axel Feige, Torwarttrainer Tobias Daniel und Betreuer Kai Liebner.

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