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Tennis: Spielerbörse per WhatsApp

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Ballmädchen lässt aus zwei Behältern sechs Tennisbälle auf den Court rollen.
Sechs auf einen Streich: Uelzener Tennisvereine streben eine engere Zusammenarbeit an und planen eine Plattform für Spielgemeinschaften einzurichten. Die Sechs wollen auch alle anderen Tennisclubs aus dem Landkreis Uelzen kontaktieren, um sie einzubeziehen. © IMAGO/Juergen Hasenkopf

Nachwuchsförderung, Sponsorensuche, Mangel an Ehrenamtlichen und die Suche nach Spielgemeinschaften: Die Tennisvereine im Landkreis Uelzen stehen oftmals vor ähnlichen Herausforderungen.

VON MIKE MATHIS

Uelzen/Landkreis – Das ist bei einem offenen Erfahrungsaustausch deutlich geworden. Dazu trafen sich Vertreter des TC Grün-Weiß Bevensen, TC Bienenbüttel, TC Ebstorf, TV Kirch-/Westerweyhe, SV Stadensen und TC Blau-Weiß Uelzen.

Ganze Mannschaften stehen auf der Kippe

„Wenn ein oder zwei aktive Spieler aufhören, steht immer wieder eine ganze Mannschaft auf der Kippe“, bedauerte Gerhard Kroll, 1. Vorsitzender des Tennisclubs aus Bienenbüttel. Er machte das an einem Beispiel deutlich: „Wir haben bei den Damen 40 eine Mannschaft gemeldet, haben momentan aber nur vier Spielerinnen. Das ist das absolute Minimum“, betonte Kroll und ist der Meinung: „Ein oder zwei Leute mehr in der Hinterhand würden in vielen Mannschaften nicht schaden“.

Das sieht Christoph Saage vom TV Kirch-/Westerweyhe genauso: „Zwei Herren 40 reichen ganz einfach nicht, um eine Mannschaft zu melden. Die beiden könnten dann nicht spielen oder müssten sich einen anderen Verein suchen.“

Das deckt sich in etwa mit den Erfahrungen, die die Tennisclubs aus Bad Bevensen, Ebstorf, Kirch-/Westerweyhe, Stadensen und Uelzen in den letzten Jahren auch immer wieder gemacht haben. „Nicht nur coronabedingt, aber während der Pandemie ganz besonders“, ergänzte der TC Blau-Weiß Uelzen, vertreten durch die beiden Vorsitzenden, Christoph Scharff-Lipinsky und Andreas Barz, sowie Sportwart Sebastian Lavrentev.

Um diesem Problem Herr zu werden, wollen die sechs Vereine künftig enger zusammenarbeiten und eine Plattform für Spielgemeinschaften einrichten. Konkret soll das über eine WhatsApp-Gruppe passieren, in der jeder Sportwart kommunizieren kann, ob er noch Spielerinnen oder Spieler für bestimmte Altersklassen braucht, oder ob er derzeit mannschaftslose Akteure noch nach einer Spielgelegenheit suchen.

TCE-Vorsitzender will für Holdenstedt spielen

César Villamar Monroy, Vorsitzender des TC Ebstorf, geht mit gutem Beispiel voran. Er kündigte an, in der kommenden Saison für den SV Holdenstedt aufzulaufen, weil es im Klosterflecken nicht genug Spieler in seiner Altersklasse gebe, um eine Mannschaft zu melden.

„Wenn dadurch auch nur zwei Spielerinnen oder Spieler eine neue Mannschaft finden, ist für dieses Jahr schon viel erreicht“, betonte Scharff-Lipinsky. Doch die Zeit drängt: Anfang Februar ist Meldeschluss für die Sandplatzsaison. Bis dahin müssen alle Vereine die Teams, die sie im Sommer ins Rennen schicken wollen, beim Verband angemeldet haben.

Die Sportwarte der sechs Initiativ-Clubs wollen daher in in Kürze erneut zusammenkommen, um bei Bedarf Spielgemeinschaften für einzelne Mannschaften zu gründen. „Wir bündeln hier die Kräfte. Das finde ich eine ganz tolle Idee“, freute sich Herbert Bauermann vom SV Stadensen über das Ergebnis des Treffens. Das erinnere ihn an den ehemals eigenständigen Uelzener Tennis-Kreisverband, den es schon lange nicht mehr gibt. Da hätten auch alle Vereine an einem Tisch gesessen und ihre Erfahrungen ausgetauscht, so Bauermann.

Post für die Uelzener Tennisvereine

Die Initiatoren der sechs Vereine wollen nun alle anderen Tennisclubs aus dem Landkreis Uelzen kontaktieren, um auch sie einzubeziehen. Die Anfragen sollen so schnell wie möglich rausgeschickt werden. „Wie viele Vereine daran teilnehmen, werden wir sehen. Wir wollen aber niemanden ausschließen und so viele Spielerinnen und Spieler wie möglich unterbringen“, so Scharff-Lipinsky.

Auch die Jugend rückt in den Fokus

Sollte sich diese Kooperation als fruchtbar erweisen, ist eine Ausweitung des Konzepts im Jugendbereich im Gespräch. Dann könnten auch im Nachwuchsbereich verstärkt Spielgemeinschaften gegründet werden, um Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Mannschaftswettkämpfen zu ermöglichen.

Um zudem nach der Coronazeit wieder in Kontakt und ins Gespräch zu kommen, sind weitere gemeinsame Aktionen geplant, zeigten sich die Vorsitzenden einig – unter anderem ein vereinsübergreifendes Vorstands- oder ein vereinsübergreifendes Breitensportturnier.

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