1. Kreisklasse Nord: Krisenklub taucht ab / Bienenbüttel rüstet zum Coup

Schweigen beim SV Hanstedt

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Der TSV Jastorf (Hendrik Kreye beim Freistoß) kann in der restlichen Saison eine ruhige Kugel schieben, während der SV Hanstedt (rechts) die Frage nach der sportlichen Zukunft abwehrt.

Uelzen/Landkreis – Vor dem Startschuss am ersten März-Sonntag in die restliche Saison fällt die Zwischenbilanz für die drei Uelzener Vertreter in der 1. Fußball-Kreisklasse Nord gemischt aus. Der TSV Bienenbüttel (3.) rüstet zum Aufstiegskampf und hofft auf den großen Coup, während der TSV Jastorf als Tabellenzehnter in ruhigem Fahrwasser schwimmt.

Beim abgeschlagenen Ligaschlusslicht SV Hanstedt schweigen die Verantwortlichen hingegen öffentlich darüber, wie es sportlich weitergehen soll.

TSV Bienenbüttel (3./36 Punkte)

Mit großen Ambitionen fiebern die Bienenbütteler dem Rückrundenstart entgegen. Nach einem imponierenden Saisonverlauf heißt das Ziel mittlerweile Aufstieg in die Heide-Wendland-Liga.

Nach einem halben Jahr beim Vastorfer SK ist Emrah Avdija (rechts) zum TSV Bienenbüttel zurückgekehrt.

Knackpunkt in der zunächst durchwachsenen Hinrunde war die 3:6-Klatsche beim Dahlenburger SK am 9. Spieltag. Nach diesem Desaster verlor die Mannschaft kein Spiel mehr (sieben Siege/zwei Remis) und sitzt dem Führungsduo TSV Gellersen II/Lüneburger SV mit nur zwei Punkten Rückstand dicht im Nacken.

TSV-Trainer Florian Schick zeigt sich stolz: „Wir haben nach der hohen Niederlage doch noch die Kurve bekommen und danach stark gepunktet.“ Schick setzt darauf, dass sein Team diesen Schwung aus der Winterpause mitnimmt. „Somit wollen wir solange wie möglich um die ersten beiden Plätze spielen. Da die Liga jedoch extrem ausgeglichen ist, wird das kein Selbstläufer. Aber das Team ist hoch motiviert und wird alles dafür tun, um den großen Coup zu landen.“

.  Neuzugänge: Emrah Avdija (Vastorfer SK).

.  Abgänge: Felix Meyer (SVG Oetzen/Stöcken).

TSV Jastorf (10./23 Punkte)

Sorglos blicken die Jastorfer auf den Rest der Saison. Als Tabellenzehnter tummeln sich die Rot-Weißen im Niemandsland der Staffel. Weder nach oben noch nach unten sind große Sprünge zu erwarten.

Dennoch bleiben noch ein paar kleine Ziele. „Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden“, stellt TSV-Coach Malte Weber fest, ohne Freudensprünge zu machen. „Leider haben wir einige Punkte verschenkt, wie zum Beispiel beim 3:3 gegen Bardowick II nach einer 3:0-Führung. Ansonsten würden wir wohl ein bis zwei Plätze höher in der Tabelle stehen.“

20 der bisherigen 23 Saisonpunkte sackte der TSV vor eigenem Anhang ein. „Zu Hause sind wir top“, weiß Weber, dass in der Fremde Nachholbedarf besteht. „Wir müssen dringend unsere Auswärtsschwäche abstellen, dort steht erst ein Sieg auf der Habenseite. Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.“

.  Neuzugänge/Rückkehrer: keine / Karsten Schwochow (nach mehrmonatiger Verletzung).

.   Abgänge: keine.

SV Hanstedt (16./3 Punkte) 

Das Sorgenkind der Liga ist das Schlusslicht aus Hanstedt I – und das nicht nur in sportlicher Sicht. Der Abstieg scheint nach 16, zum Teil deprimierenden Niederlagen, wie das 0:16 gegen Bienenbüttel unmittelbar vor der Winterpause), schon nach 17 Runden beschlossene Sache zu sein. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt satte acht Punkte.

Viel schlimmer aus Sicht des SVH ist allerdings die mehr als prekäre Personalsituation. Zu gleich drei Partien trat die Mannschaft gar nicht erst an, es droht bei weiteren Rückziehern ein Ausschluss aus der Staffel.

Und wie es jetzt weitergehen soll, wollen die Verantwortlichen öffentlich nicht verraten. Auf AZ-Anfrage zur Saison-Zwischenbilanz und Spielerwechseln reagierte SVH-Obmann Metin Aras wörtlich: „Unser Vorstand hat bereits vor einiger Zeit beschlossen, aktuell keinerlei Infos herauszugeben. Leider habe ich diesbezüglich keine bessere Antwort.“ Beim SV Hanstedt herrscht das große Schweigen.  mk

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