Sommer-Leistungscheck vor dem Saisonstart: So lief die Vorbereitung für die Uelzener Bezirksligisten

Schleifer, Schwitzkasten, Stellschrauben

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Der Gewinner der Vorbereitung beim SV Eddelstorf war der SV Eddelstorf. Trainer Olaf Walter nahm sein Team im Training hart ran. Doch die Mannschaft schreckte vor dem immensen Pensum nicht zurück.

Uelzen/Landkreis. Saisonstart in der Fußball-Bezirksliga. Bereits am heutigen Freitag eröffnet der MTV Barum mit dem Heimspiel gegen den MTV Treubund Lüneburg II (19 Uhr) die neue Spielzeit.

Am Sonntag (15 Uhr) folgt das Derby des TuS Bodenteich gegen den VfL Suderburg, Aufsteiger SV Eddelstorf beginnt mit einem Heimspiel gegen den SC Lüchow, und der SV Rosche gastiert beim VfL Breese-Langendorf.

Wie ist der Leistungsstand der Uelzener Bezirksligisten, wie verliefen die Testspiele und wer zählt zu den Gewinnern der Vorbereitung? Im Sommer-Leistungscheck stimmen wir Sie auf die neue Bezirksliga-Saison ein.

VfL Suderburg

• Das lief gut: Die Laufbereitschaft gefiel dem Trainergespann Jaroslav Detko/Konstantin Balkowski außerordentlich gut. Auch das Zusammenspiel mit der U18 der JSG Suderburg/Holdenstedt klappt. „Die Jüngeren wurden gut aufgenommen.“ Beide Teams trainieren häufiger gemeinsam. Der VfL profitierte in der Sommerpause von seiner langjährigen Stammformation, Einstudieren von Mechanismen fiel weg. „Wir sind eingespielt. Die Laufwege klappen gut“, meint Detko.

• Das war schlecht: Die durchwachsene Trainingsbeteiligung nennt Detko „ein ewiges Problem“. Deshalb war er auch mit dem Trainingslager nicht zufrieden. Er wünscht sich auch mehr Coolness. „Das ist ein riesengroßer Punkt bei uns.“ Das Spiel im letzten Drittel ist noch zu statisch, zu durchschaubar, zu uneffektiv. „Angesprochene Sachen werden oft nicht umgesetzt.“ Klingt nach holpriger Vorbereitung. „Nein“, widerspricht Detko. „Ich setze die Messlatte ganz hoch.“

• Die Testspiele: Die Leistungen waren okay, sagt der Trainer. Kantersiege wie das 13:1 gegen den SC 09 Uelzen reichen Detko nicht aus. Er will auch gegen die Topteams gut aussehen. So wie beim 0:3 im Bezirkspokal gegen den SV Emmendorf. „Das regt mich immer noch extrem auf. Wir hätten mindestens drei Tore machen müssen. Vor allem in solchen Spielen müssen wir gut aussehen.“

• Gewinner der Vorbereitung: Neuzugang Sören Obst (SV Stadensen) hat auf Anhieb eingeschlagen. Sehr lernwillig, ehrgeizig, schnörkellos in seiner Spielweise und trainingsfleißig. Er erledigt alle Aufgaben vernünftig, ist robust und kopfballstark. „Ein Musterspieler für jeden Trainer“, schwärmt Detko von seinem Innenverteidiger/Sechser.

MTV Barum

• Das lief gut: Neuer Trainer, neue Ideen. Philipp Zimmermann tüftelte mit seinem Team an einigen taktischen Stellschrauben. Im Fokus stand der Spielaufbau. Geordnete Spieleröffnung statt langer Bälle nach vorne, ist die Barumer Prämisse. „Alle, die da waren, haben so mitgezogen, wie ich es mir vorgestellt habe. Wir haben auf allen Ebenen gut gearbeitet“, erklärt der Nachfolger von Andreas Lindenau. Speziell die Neuzugänge hinterließen einen starken Eindruck. „Sie haben gut gearbeitet und Gas gegeben.“

• Das war schlecht: Trotzdem hat sich Zimmermann seinen Einstieg einfacher vorgestellt: „Es ist schwerer, als ich gedacht habe. Alles braucht mehr Zeit.“ Das Fundament steht. Allerdings sei das Team erst bei 70 Prozent seines Leistungsvermögens. Was auch daran lag, dass viele Spieler in der Vorbereitung fehlten. Dies habe sich durch die komplette Vorbereitung gezogen.

• Die Testspiele: Es war ein ständiges Auf und Ab. Beim Ramelow-Cup gab’s unter anderem einen vielversprechenden Auftritt beim 3:2 über den Landesligisten SV Emmendorf im Spiel um Platz drei. Nach dem Triumph im Bezirkspokal beim TuS Bodenteich folgte in der nächsten Runde die Ernüchterung. 0:8 gegen Emmendorf. „Da sind wir brutal auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen worden“, drückt es Zimmermann drastisch aus und weiß daher nicht, „wo wir stehen“.

• Gewinner der Vorbereitung: Neuzugang Nicolai Bäsler (Teutonia Uelzen) hat sofort seine individuelle Klasse gezeigt, gut trainiert und in den Testspielen überzeugt. Von den Neuzugängen überzeugte speziell Abwehrspieler Sebastian Schoß (SV Hanstedt). „Er geht im Training super gut mit und ist für mich der Gewinner der Vorbereitung“, erklärt Zimmermann.

SV Rosche

Das lief gut: Der angestrebte Teamspirit wurde vorangetrieben, die Mannschaft ist im Sommer zusammengewachsen. Trainer Pascal Kläden nahm einige Veränderungen in der Viererkette vor, Neuzugang und Torwart Pascal Borck (TV Rätzlingen) passt als spielender Keeper gut ins Konzept. Die Integration der weiteren Neuzugänge funktionierte auch reibungslos. Auch beim Umschaltspiel und Tempo geht der Daumen nach oben, sodass Kläden „hochzufrieden“ mit der gesamten Vorbereitung ist. Begeistert waren die Spieler von einer Teambuilding-Einheit durch Klädens Ehefrau Andrea, die als Pädagogin über das entsprechende Know-how verfügt und sich zusätzlich ganz gezielt auf diesen Trainingstag im Vorfeld vorbereitete.

• Das war schlecht/Die Testspiele: Die Schwächen offenbarten sich nur in den Testspielen, sodass beide Aspekte zusammengefasst werden. Trotz der vier Kantersiege mit 26:2 Toren gab es die eine oder andere Ladehemmung. „Das klingt blöd. Aber die Chancenverwertung ist sehr ausbaufähig. Wir haben den Fokus im Training aber auch auf Kondition, Kraft und Taktik gelegt“, erklärt Kläden, dem die Auftritte im Ganzen sehr gefielen. „Vieles wurde umgesetzt.“

• Gewinner der Vorbereitung: Hendrik Schierwater ist nach länger Pause wieder Teamkapitän und in der Vorbereitung regelrecht aufgeblüht. Hoch motiviert, immer beim Training, konditionell auf der Höhe. „Er ist wieder der alte Schierwater“, lobt Kläden seinen neuen Käpt’n.

TuS Bodenteich

• Das lief gut: Die Mannschaft zog gut mit, die Neuzugänge wurden sehr gut eingegliedert und brachten zusätzlichen Spaß. Auch die taktischen Dinge schreiten voran. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, erklärt Co-Trainer Ralf Daug.

• Das war schlecht: In der Defensive stimmt es noch nicht. Bodenteich schluckt zu viele Gegentore. „Wir müssen das Umschaltspiel Richtung Defensive stabilisieren. Das ist die Haupt-Baustelle“, sagt Daug.

• Die Testspiele: Sechs Testspiel-Niederlagen, dazu drei verlorene Spiele beim Ramelow-Cup. Die Testspielbilanz war ernüchternd. „Wir haben viel zu viele Tore kassiert“, kritisiert Daug die teils hohen Niederlagen. Das 1:3 im Bezirkspokal gegen Barum stimmt ihn aber zuversichtlich. „Das Spiel würde ich als Gradmesser nehmen. Da haben wir als Team gut funktioniert.“

Insgesamt überwiegen aber noch die Nachwehen der verkorksten Vorsaison. „Wir sind da ja nicht gerade gestärkt aus dieser Spielzeit herausgegangen. Außerdem haben wir eine junge Mannschaft.“ Weiterer Umstand: Mit Steffen Daug (seit Anfang 2018 verletzt und jetzt im Lauftraining), Marten Hinrichs (Oberschenkel/im Lauftraining) und Sven-Niklas Kramüller (mehrfach krank gewesen) fehlten drei gestandene Innenverteidiger. „Wir müssen zusehen, dass wir mindestens einen dieser Spieler schnell wieder auf den Platz bekommen.“

• Gewinner der Vorbereitung: Angesichts der Testspielergebnisse tut sich Daug schwer damit, einen Gewinner zu nennen. „Das wäre unglaubwürdig. Wichtig ist, dass wir jetzt als Team funktionieren.“

SV Eddelstorf

• Das lief gut: Trainer Olaf Walter nahm seine Mannschaft in den Trainings-Schwitzkasten. „Ich bin ein bisschen als Schleifer bekannt.“ Der Felix Magath des SV Eddelstorf zollt seinem Team Respekt für den Trainingseifer bei dieser tropischen Hitze. „Drei Trainingseinheiten, zwei Testspiele in der Woche. Das Team hat es super umgesetzt und gut mitgezogen.“ Die gelegten Grundlagen seien elementar für die laufintensivere Spielweise als Bezirksliga-Neuling. In sechs Wochen Training fand das Team zueinander. „Wichtig“, verweist Walter auf die Integration der Neuzugänge.

• Das war schlecht: Die Trainingsbeteiligung schmeckte Walter überhaupt nicht. „Wir hatten deutlich zu viele Urlauber. Das habe ich scharf kritisiert. Ich hoffe, dass die Spieler aus diesen Fehlern lernen.“ Eddelstorf fehlen dadurch einige Prozente. „Das müssen wir aufholen.“ Taktisch hapert es noch an einigen Stellen.

• Die Testspiele: In einigen Tests ließ Eddelstorf zu viele Torchancen zu, um in anderen Partien stabil zu wirken. Etwa beim 1:0 über Landesligist Eintracht Lüneburg. Oder im Bezirkspokal gegen Teutonia Uelzen trotz einer 1:5-Niederlage. Vor der Pause hatte der Landesligist Probleme, Torchancen zu kreieren, während Eddelstorf vorn Nadelstiche setzte, aber Tore leichtfertig verpasste. Daran gilt es anzuknüpfen. Walter: „Wir müssen da Kontinuität reinbringen, dann wäre es positiv.“

• Gewinner der Vorbereitung: Ganz klar die Mannschaft und kein einzelner Spieler hat sich Bestnoten verdient, hebt Walter das Kollektiv heraus. „Bei solchen Bedingungen und diesen Temperaturen sich so durchzuquälen, davor ziehe ich den Hut.“

Von Arek Marud

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