LSK verurteilt scharf die Zwischenfälle in Westerweyhe / Verhalten des Unparteiischen hält der Verein aber für übertrieben

Schiri-Reaktion „war unverhältnismäßig“

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Sechs Tage nach Bekanntwerden der Vorfälle bei einem U14-Spiel in Westerweyhe hat sich der Lüneburger SK in einer schriftlichen Stellungnahme nun zu den Vorwürfen geäußert.

Westerweyhe/Lüneburg. Es ist eine Mischung aus scharfer Verurteilung, Bedauern, aber auch Unverständnis äußern gegenüber dem Unparteiischen.

Sechs Tage nach Bekanntwerden der skandalösen Vorfälle bei einem U14-Jugendfußball-Spiel in Westerweyhe hat der Lüneburger SK nun offiziell Stellung zu den Vorwürfen bezogen.

„Der Vorstand des Lüneburger SK Hansa bedauert die Zwischenfälle im Zusammenhang des Spiels unserer U14 in Westerweyhe ausdrücklich. Es ist ohne Zweifel richtig, dass unsere Spieler aus ihrer Enttäuschung heraus den Schiedsrichter beschimpft haben, weil dieser aus ihrer Sicht deutlich länger hat nachspielen lassen als die angegebenen 5 Minuten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Aus Angst vor Übergriffen hatte sich ein Jungschiedsrichter nach dem U14-Jugendfußballspiel zwischen der JSG Kirch-/Westerweyhe und dem Lüneburger SK II in seiner Kabine eingeschlossen und die Polizei um Hilfe gerufen. Der Vorsitzende des Kreissportgerichts Lüneburg, Ulrich Brockhöft, hat inzwischen das Verfahren eröffnet.

Der LSK bestätigt, dass ein Spieler mit der Schuhspitze gegen den unteren Teil der Kabinentür getreten hat. Den entstandenen Schaden an der Tür können sich jedoch weder der Trainer noch die befragten Spieler erklären.

Die wütenden Verbal-Attacken gegenüber dem Schiedsrichter nach dem verlorenen Spiel in der 2. Kreisklasse sind für den Klub indes inakzeptable: „Wir haben mit unseren Spielern und dem Trainer gesprochen und dabei sehr deutlich gemacht, dass ein solches Verhalten von uns scharf verurteilt wird.“

Die Handlung des Unparteiischen, der in der abgeschlossenen Kabine Schutz suchte und mithilfe eines Freundes die Polizei alarmierte, war nach Ansicht des LSK jedoch übertrieben: „Nach unseren Erkenntnissen ist die Reaktion des Schiedsrichters, der zu keiner Zeit von unseren Spielern körperlich bedroht oder attackiert wurde unverhältnismäßig.“

Nach Angaben der Polizei-Inspektion Lüneburg soll der Referee am Sonnabend, 4. November, nach Spielende in der Kabine oder im Kabinengang eingeschüchtert und bedroht worden sein. Laut Polizei-Pressesprecher Kai Richter sei ihm auf den Rücken „geklopft“ worden. Nach Erkenntnissen der Polizei soll es sich dabei um jemanden aus dem LSK-Umfeld gehandelt haben.

Die Schilderung eines JSG-Trainers („Der Schiedsrichter hatte Todesangst“) geht den Lüneburgern in diesem Zusammenhang deutlich zu weit. „Die Äußerungen von Vertretern der JSG Kirch- Westerweyhe sind schon deshalb fragwürdig, weil sie bei den angeblichen Vorfällen im Kabinengebäude – laut eigener Aussage – gar nicht anwesend und damit keine Augen- und Ohrenzeugen waren.“

Zugleich weist der Verein die JSG-Auffassung zurück, wonach LSK-Spieler den Sportgruß auf Anweisung ihres Trainers verweigert hätten. „Unser Trainer hat seine Mannschaft unmittelbar nach Ende des Spiels in die Kabine geschickt, weil er eine Eskalation auf dem Platz verhindern wollte.“

Die beiden Vereine wurden vom Kreissportgericht zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert und haben dafür knapp zwei Wochen Zeit, bevor die Verhandlung angesetzt wird. Das Verfahren hatte Lüneburgs Jugendwart Klaus-Dieter Arndt beantragt.

Von Arek Marud

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Im Wortlaut: So sieht es der Lüneburger SK

he. Der Vorstand des Lüneburger SK Hansa bedauert die Zwischenfälle im Zusammenhang des Spiels unserer U14 in Westerweyhe ausdrücklich. Es ist ohne Zweifel richtig, dass unsere Spieler aus ihrer Enttäuschung heraus den Schiedsrichter beschimpft haben, weil dieser aus ihrer Sicht deutlich länger hat nachspielen lassen, als die angegebenen 5 Minuten - wofür es keinen wirklichen Grund gab. Es wird auch nicht bestritten, dass ein Spieler mit der Schuhspitze gegen den unteren Teil der Kabinentür getreten hat. Wie dabei allerdings der Schaden an Tür entstanden ist, können sich weder Trainer noch alle von uns befragten Jugendlichen erklären. Wir haben mit unseren Spielern und dem Trainer gesprochen und dabei sehr deutlich gemacht, dass ein solches Verhalten von uns scharf verurteilt wird.

Insgesamt jedoch ist nach unseren Erkenntnissen die Reaktion des Schiedsrichters, der zu keiner Zeit von unseren Spielern körperlich bedroht oder attackiert wurde und die folgende Berichterstattung unverhältnismäßig. Auch die Äußerungen von Vertretern der JSG Kirch- Westerweyhe sind schon deshalb fragwürdig, weil sie bei den angeblichen Vorfällen im Kabinengebäude – laut eigener Aussage – gar nicht anwesend und damit keine Augen- und Ohrenzeugen waren. Das bezieht sich vor allem auch auf die Aussage, der Schiedsrichter habe „Todesangst“ gehabt. Unser Trainer hat seine Mannschaft im Übrigen unmittelbar nach Ende des Spiels in die Kabine geschickt, weil er eine Eskalation auf dem Platz verhindern wollte und nicht, weil er den üblichen Sportgruß verweigern wollte.

Anderslautende Äußerungen von Verantwortlichen der JSG Kirch-/Westerweyhe sind Vermutungen und Interpretationen, die wir zurückweisen. Aus unserer Sicht reduzieren sich die Vorwürfe gegenüber unseren Jugendspielern und dem Trainer nahezu ausschließlich auf die Aussagen des Schiedsrichters, zu denen der LSK in seinem Bericht an das Sportgericht ausführlich Stellung nehmen wird (...).

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