Maren Tetzlaff aus Rosche: Champions League mit dem VfL Wolfsburg

Die schier Unbesiegbare

In der nächsten Saison spielt sie gegen die ganz großen europäischen Klubs: Maren Tetzlaff aus Rosche. Foto: VfL

Wolfsburg/Uelzen. Mit ihr scheint der VfL Wolfsburg in dieser Saison in der Frauenfußball-Bundesliga unschlagbar zu sein: Maren Tetzlaff. Momentan läuft es richtig rund für die 23-Jährige aus Rosche.

Mit dem VfL steht sie als Vizemeisterin und Champions-League-Teilnehmerin fest. Tetzlaff kann mit den „Wölfinnen“ sogar noch die Deutsche Meisterschaft erringen. Die AZ sprach vor dem alles entscheidenden letzten Bundesliga-Spieltag am Pfingstmontag mit der Roscherin.

AZ: Frau Tetzlaff, Sie sind bereits seit der Saison 2006/07 beim VfL. Nur Nationalspielerin Martina Müller und Andrea Wilkens sind noch länger im Verein als Sie. Was hat sich in dieser Zeit beim VfL getan? Maren Tetzlaff: „Der VfL hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung in Sachen Frauen-Fußball erlebt. Zuerst haben wir noch in Wendschott (Stadtteil von Wolfsburg) gespielt, nun spielen wir im Stadion am Elsterweg. Die Rahmenbedingungen lassen hier beim VfL nicht zu wünschen übrig.“

Seit Beginn der Saison haben Sie sich nun ein Stammplatz im Team erkämpft und bislang 13 Spiele auf dem Buckel. Was genau ist passiert, dass Sie ihren Trainer Ralf Kellermann von sich überzeugen konnten? „Ganz zu Anfang der Saison war ich verletzt und saß danach zunächst zwangsläufig auf der Bank. Ich habe im Training immer Gas geben und mich nicht hängen lassen. Nach unserem durchwachsenen Saisonstart stellte der Trainer dann auf einigen Positionen um, und ich ergriff meine Chance.“ Sie bekleiden in der Viererabwehrkette des VfL die rechte Abwehrposition. Wo liegen ihre Stärken und an welchen Schwächen müssen sie noch arbeiten? „Als Verteidigerin lebe ich von meiner Schnelligkeit und meiner Aggressivität im Zweikampf. Ich habe mich speziell auch im technischen und taktischen Bereich enorm verbessert, aber hier sind die Anforderung so hoch, dass man jeden Tag dazu lernen kann.“

13 Spiele, 13 Siege. Immer wenn Sie auf dem Platz stehen, gewinnt der VfL. Haben Sie eine Erklärung dafür? „Nein, dafür habe ich keine Erklärung. Außerdem habe ich in dieser Saison schon einmal verloren: im DFB-Pokal gegen den 1. FFC Frankfurt (0:1). Kurze Zeit später gewannen wir dann aber das Ligaspiel gegen die Frankfurterinnen.“

„Kurz vor Beginn der Rückrunde im Februar haben Sie ihren Vertrag bis 2013 verlängert. Welche Ziele verfolgen Sie noch mit dem VfL?“

„Noch haben wir ja eine Partie zu spielen. Aber schon jetzt können wir sehr stolz auf das Erreichte sein. Vor der Saison wollten wir den Abstand zu den arrivierten Teams verkleinern, jetzt können wir sogar noch Deutscher Meister werden. Was in der nächsten Saison passiert, ist noch weit weg!“

„Gibt es noch eine realistische Chance auf die Meisterschaft? „Im Fußball weiß man nie! Wir können nur unsere Hausaufgaben erledigen und unser Spiel gewinnen. Auf alles andere haben wir keinen Einfluss.“

Egal, wie es am Montag ausgeht: Nach dem Sieg am vergangenen Sonntag gegen den 1. FFC Frankfurt (1:0) steht der VfL zumindest als Vizemeister fest. Außerdem sind die Grün-Weißen neben Turbine Potsdam für die Champions League qualifiziert. Da geht sicherlich ein Traum in Erfüllung, oder? „Klar, wir freuen uns riesig, nächste Saison gegen die ganz großen europäischen Teams spielen zu dürfen. Vor allem auf die Auswärtsfahrten freue ich mich sehr.“

Ein weiterer Traum ist es sicherlich, in der Nationalmannschaft zu spielen. Aktuell hat der VfL vier deutsche Nationalspielerinnen im Kader. Machen Sie sich auch schon Hoffnungen, einmal den Bundesadler zu tragen? „Im Moment noch nicht. Ich muss erstmal über einen längeren Zeitraum meine Leistung hier beim VfL bringen. Alles andere wird sich zeigen.“

Sie kommen gebürtig aus Rosche und haben beim SVR und bei Teutonia Uelzen gespielt. Wie oft sind Sie noch in der Gegend? „Ich war erst am vergangenen Wochenende zuhause. Meine Eltern wohnen ja in Rosche und meine Oma und viele alte Freundinnen in Uelzen. Ich komme so oft ich kann wieder in die Heimat.“

Von Alexander Barklage

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